Vertragsrecht
  • 08.08.2017
Zusammenfassung:
  • Kunden sind nicht verpflichtet, auf die Rückrufaktion von VW zu reagieren.
  • Käufer eines vom VW-Abgasskandal betroffenen Fahrzeugs können vom Kaufvertrag zurücktreten, sofern sie noch in der Gewährleistungsfrist liegen.
  • Auch für VW-Anleger sind Schadensersatzklagen möglich.

VW-Abgasskandal: Ihre Rechte, Urteile und betroffene Fahrzeuge

Vertragsrecht
  • Robert Metz
  • 08.08.2017
Zusammenfassung:
  • Kunden sind nicht verpflichtet, auf die Rückrufaktion von VW zu reagieren.
  • Käufer eines vom VW-Abgasskandal betroffenen Fahrzeugs können vom Kaufvertrag zurücktreten, sofern sie noch in der Gewährleistungsfrist liegen.
  • Auch für VW-Anleger sind Schadensersatzklagen möglich.

Wer einen vom Abgasskandal betroffenen Volkswagen erworben hat, kann grundsätzlich vom Kaufvertrag zurücktreten. (Foto: Sven Krautwald/fotolia)

Der Abgasskandal ist nicht nur für VW ärgerlich. Auch für die Käufer der betroffenen Fahrzeuge kann der Dieselskandal mit einem Wertverlust, mit Nutzungseinschränkungen (zukünftige Fahrverbote in Innenstädten) und mit Schäden durch das Update der Motorsteuerung einhergehen – von der unbeabsichtigten Umweltverschmutzung ganz abgesehen. Wir erläutern hier

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Hersteller müssen für vom Abgasskandal betroffene Autos Schadensersatz zahlen

Bis Ende 2017 war für betroffene VW-Kunden der Rücktritt vom Kaufvertrag meist die beste Option. Das sagt zumindest die Anwaltskanzlei KMP3G, die sich seit Bekanntwerden der Manipulationen intensiv mit dem VW-Abgasskandal beschäftigt hat und eine der versiertesten Kanzleien im Kampf gegen VW sein dürfte. Schließlich stellt die „Abschalteinrichtung“ auch nach Ansicht des Kraftfahrtbundesamts einen technischen Mangel dar.

Da diese Option inzwischen verjährt ist, bietet sich betroffenen Diesel-Fahrer vor allem ein Vorgehen gegen den Hersteller an – also VW, Audi, Skoda, Seat oder Porsche. Anspruchsgrundlage für den Schadensersatz ist Betrug bzw. sittenwidrige Schädigung durch die illegale Abschalteinrichtung.

Grundsätzlich scheint es auch möglich zu sein, den Kaufvertrag vor Gericht für nichtig erklären zu lassen. Das ist möglich, weil das Fahrzeug bei der Übergabe gegen geltende Vorschriften verstoßen hat, insbesondere weil die Übereinstimmungsbescheinigung durch die Manipulationen nicht gültig ist.

Besonders elegant könnten sich Besitzer von finanzierten oder geleasten VW-Mogeldieseln von ihrem Fahrzeug trennen: Bei vielen Verträgen scheint es Fehler in der Widerrufsbelehrung zu geben. Daher können die Kunden mit dem Widerrufsjoker Autokredit und Leasing rückabwickeln –und das teilweise ohne Nutzungsentschädigung. Besonders attraktiv ist das, wenn beim Restwert-Leasing Nachzahlungen drohen.

„Betroffene VW-Kunden sollten jetzt möglichst schnell handeln, bevor ihre Ansprüche verjähren. Inzwischen scheinen selbst der VW-Konzern und seine Händler nicht mehr so recht an einen Erfolg vor den höheren Instanzen zu glauben.“ so Markus Klamert, Anwalt der KMP3G.

Wenn auch Ihr Auto vom VW-Skandal betroffen ist, können Sie hier eine kostenlose Ersteinschätzung Ihres Falls anfordern.

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Verjährung und andere Stolpersteine im VW-Skandal

Betroffene Fahrzeug-Besitzer sollten sich allmählich beeilen, ihren Schadensersatz gegen VW, Skoda, Audi, Seat oder Porsche durchzusetzen. Ansonsten könnte es sein, dass die Ansprüche aus dem Abgasskandal verjähren. Genau gesagt sind Ansprüche gegen die Händler bereits Ende 2017 verjährt. Die Ansprüche gegen die Hersteller verjähren Ende 2018.

Die Kanzlei KMP3G rät außerdem i.d.R. davon ab, auf anderem Wege eine Entschädigung einzufordern. Insbesondere dürften die folgenden Vorgehensweisen riskant sein:

  • Klage gegen den Händler wegen arglistiger Täuschung: Im VW-Dieselskandal dürfte zwar eine arglistige Täuschung vorliegen, allerdings nicht durch den Händler. Schließlich haben die Händler wohl kaum von den Manipulationen gewusst.
  • Teilnahme am Rückruf: Dies schwächt i.d.R. die Position des Klägers, da er dadurch ein – angeblich – mangelfreies Fahrzeug erhält.

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Lediglich für finanzierte Fahrzeuge (auch über Leasing) ergibt sich noch eine aussichtsreiche Alternative: Die Rückabwicklung durch Widerruf des Autokredits bzw. Leasing-Vertrags.

Kurz vor Ablauf der Verjährung bietet sich für die betroffenen Autobesitzer auch noch eine weitere Möglichkeit: Sie können sich in das Klageregister für die Musterfeststellungsklage von ADAC und Verbraucherzentrale eintragen. Dadurch wird auch die Verjährung gehemmt.

Muss ich der Rückrufaktion im VW-Abgasskandal Folge leisten?

Viele VW-Kunden fragen sich, ob sie dem Rückruf folgen und das Update ihrer Motorsteuerung zulassen müssen. „Wenn man das Update nicht will, wird es auch nicht gemacht“, antwortet VW-Sprecher Nicolai Laude auf diese Frage. Der Kunde kann also frei entscheiden, er wird aber auf die möglichen Folgen hingewiesen. Das kann aber mittelfristig bedeuten, dass das Fahrzeug zwangsweise stillgelegt wird, beispielsweise weil der TÜV die Plakette verweigert. Auch das Kraftfahrtbundesamt hat bereits angedeutet, dass nicht umgerüstete Fahrzeuge auch zwangsweise stillgelegt werden können.

VW-Kunden könnten nach der Rückrufmaßnahme neue Mängel an ihrem Fahrzeug entdecken. Das Problem: Sie könnten dann nur schwer beweisen, dass die Rückrufaktion beispielsweise für einen Leistungsverlust oder Mehrverbrauch ursächlich ist. Wenn Sie Zweifel haben, können Sie sich hier von einem spezialisierten Anwalt eine kostenlose Ersteinschätzung holen.

Aktuelle Entwicklung im VW-Skandal: VW knickt spätestens vor OLG ein

Während VW-Kunden mit manipulierten Dieselmotoren in den USA großzügig mit Milliarden-Beträgen entschädigt werden, gab es für deutsche Kunden bisher nichts. Da aber immer mehr Gerichte Kunden Recht geben, die Schadensersatz für ihre vom Abgasskandal betroffenen Fahrzeuge wollen, weil sie zu viel Abgas in die Luft blasen, zieht Volkswagen jetzt offenbar die Notbremse.

VW hat offensichtlich seine Strategie im Umgang mit verärgerten Kunden geändert. Nachdem Vergleichsbemühungen in den Verfahren früher von den VW-Anwälten im Keim erstickt wurden, scheint es nunmehr auch hier ein Umdenken zu geben. Offensichtlich beeindruckt von den zuletzt vielen Urteilen und Beschlüssen zugunsten der Geschädigten, bieten zahlen die VW- und Audihändler lieber die geforderte Summe und alle Gerichtskosten, sobald ein Kläger Berufung beim Oberlandesgericht einreicht.

Seit Ende Juni 2017 verzichtete Volkswagen außerdem bei verlorenen Prozessen gegen die Besitzer betroffener Fahrzeuge auf die Berufung und akzeptiert die Urteile. Offiziell handelt es sich dabei jedoch um Ausnahmen, weil die Urteile angeblich keinen nennenswerten wirtschaftlichen Schaden für VW darstellen. Wahrscheinlich hat es aber auch damit zu tun, dass VW Urteile von Oberlandesgerichten (oder gar vor dem BGH) unbedingt verhindern will. Denn ein solches Urteil würde in der Presse hohe Wellen schlagen und bisher unentschlossene Kunden dazu bringen, ebenfalls gegen VW bzw. die Händler zu klagen. Das führte teilweise schon dazu, dass die Kläger großzügige Vergleichsangebote bekamen, obwohl der Händler in erster Instanz vor dem Landgericht gewonnen hatte. Die Kanzlei KMP3G berichtet beispielsweise, dass VW und seine Händler in ihren Fällen noch kein einziges Mal ein Urteil vor einem Oberlandesgericht riskiert haben.

Für die Besitzer betroffener VW-Modelle bedeutet das: Mit sehr hoher Wahrscheinlichkeit gewinnt man gegen den Hersteller – spätestens, wenn man vor das OLG zieht.

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Außerdem fordern immer mehr Gerichte von VW, interne Untersuchungsergebnisse offenzulegen, beispielsweise dazu, von wem die Entscheidung zum Einsatz der Betrugssoftware gefällt wurde. Auch das versucht VW aber mit allen Mitteln verhindern.

Auch auf Landgerichtsebene versucht VW, Urteile im VW-Skandal möglichst lange zu vermeiden bzw. zu verschleppen und beispielsweise mit monatelangen Fristverlängerungs-, Terminaufhebungs- oder Befangenheitsanträgen Zeit zu schinden. Dies geschieht beispielsweise, indem der zuständige Anwalt das Mandat niederlegt, weshalb sich sein Nachfolger erst „einarbeiten“ muss.

Der Grund für die Verzögerungstaktik bei VW ist die Verjährung der Gewährleistungsansprüche, die die Voraussetzung für einen Rücktritt sind. So sind inzwischen Ansprüche gegen die Händler wegen Sachmängeln verjährt, da die Gewährleistungsfrist abgelaufen ist. Betroffene Kunden können daher nur noch den VW-Konzern, Bosch, Audi, Seat, Porsche oder Skoda wegen „sittenwidriger Schädigung“ oder Betrugs verklagen – oder die Autofinanzierung widerrufen. Ein direktes Vorgehen gegen den Hersteller ist aber erfahrungsgemäß deutlich schwieriger.

Welche Fahrzeuge sind vom VW-Abgasskandal betroffen?

Folgende Fahrzeuge mit dem Dieselmotor EA 189 sind im Rahmen des VW-Skandals von erhöhtem Stickoxid-Ausstoß (NOX, insbesondere Stickstoffmonoxid und Stickstoffdioxid) betroffen:

Vom Abgasskandal betroffene Volkswagen-Modelle

Vom Abgasskandal betroffene VW-Modelle mit erhöhten Stickoxid-Werten:

Baujahre: 2008 – 2015

  • VW Amarok (2.0 TDI)
  • VW Beetle (1,6 TDI, 2.0 TDI) (auch Cabriolet)
  • VW Caddy (1.6 TDI, 1.6 TDI BlueMotion Technology, 2.0 TDI, 2.0 TDI BlueMotion Technology)
  • VW CC
  • VW Eos (2.0 TDI)
  • VW Golf VI  und Golf VII (GTD, 1.6 TDI, 1.6 TDI BlueMotion,1.6 TDI BlueMotion Technology, 2.0 TDI) (auch Variant, Cabriolet, Golf Plus)
  • VW Jetta
  • VW Passat (1.4 TSI, 1.6 TDI, 2.0 TDI, 2.0 TDI, 1.6 TDI BlueMotion, 1.6 TDI BlueMotion Technology, 2.0 TDI BlueMotion Technology) (auch CC, Variant)
  • VW Polo (1.6 TDI, 1.6 TDI Blue Motion Technology, Blue Motion 89 g 1.2 TDI, 1,4 TSI)
  • VW Scirocco (2.0 TDI, 2.0 TDI BlueMotion Technology)
  • VW Sharan (2.0 TDI BlueMotion Technology, 2.0 TDI BlueMotion)
  • VW Tiguan (2.0 TDI)
  • VW Touareg (3.0 TDI)
  • VW Touran (1.6 TDI, 2.0 TDI)
  • VW Transporter (T6)

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Vom Abgasskandal betroffene Audi-Modelle

Vom Abgasskandal betroffene Audi-Modelle mit erhöhten Stickoxid-Werten:

Baujahre: ab 2009, teilweise bis zur aktuellen Produktion

  • Audi A1 (1.4 TFSI, 1.6 TDI, 2.0 TDI) (auch Sportback)
  • Audi A3 (1.4 TFSI, 1.6 TDI, 2.0 TDI) (auch Cabriolet, Sportback)
  • Audi A4 (2.0 TDI, V6) (auch Cabriolet, Allroad, Avant, Quattro)
  • Audi A5 (2.0 TDI, V6) (auch Cabriolet. Coupè, Sportback)
  • Audi A6 (bis Baureihe C7: 2.0 TDI, V6, auch Avant)
  • Audi A7 (mit V6- und V8-Dieselmotoren)
  • Audi A8 (mit V6- und V8-Dieselmotoren)
  • Audi Q3 (2.0 TDI) (auch Quattro)
  • Audi Q5 (2.0 TDI, V6)
  • Audi Q7 (V6)
  • Audi Q8 (2.0 TDI, V6)
  • Audi TT (2.0 TDI) (auch Coupè)

Vom Abgasskandal betroffene ŠKODA-Modelle

Vom Abgasskandal betroffene Skoda-Modelle mit erhöhten Stickstoffoxid-Werten:

Baujahre: 2009 – 2014

  • Skoda Fabia (1.6 TDI)
  • Skoda Octavia (1.6 TDI, 1.6 TDI GreenLine, 2.0 TDI) (auch Combi, Scout)
  • Skoda Rapid (1.6 TDI)
  • Skoda Roomster (1.6 TDI)
  • Skoda Superb II (1.6 TDI, 2.0 TDI, 1.6 TDI GreenLine) (auch Combi)
  • Skoda Yeti (1.6. TDI, 2.0 TDI, 1.6 TDI Greenline)

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Vom Abgasskandal betroffene Seat-Modelle

Vom VW-Abgasskandal betroffene Seat-Modelle mit erhöhten Stickoxid-Werten:

  • Seat Alhambra (2.0 TDI)
  • Seat Altea, Seat Altea XL (1.6 TDI, 2.0 TDI)
  • Seat Exeo (2.0 TDI)
  • Seat Ibiza (1.4 TDI, 1.6 TDI, SC 2.0 TDI)
  • Seat Leon (1.6 TDI, 2.0 TDI)
  • Seat Toledo (1.6 TDI)

Vom Abgasskandal betroffene Porsche-Modelle

  • Porsche Cayenne 4
  • Porsche Macan

Modelle des VW-Konzerns mit erhöhtem CO2-Ausstoß

Im Zusammenhang mit dem VW-Skandal sind auch folgende Diesel- und Benzin-Fahrzeuge von erhöhtem CO2-Ausstoß betroffen:

Betroffene VW-Modelle mit erhöhtem CO2-Ausstoß:

  • Golf (1.4 TSI, 1.6 TDI)
  • Passat (1.4 TSI, 1.6 TDI, 2,0 TDI)
  • Polo (1,4 TSI, 1.6 TDI)

Betroffene Audi-Modelle mit erhöhtem CO2-Ausstoß:

  • Audi A1 (1.4 TFSI)
  • Audi A3 (1.4 TFSI)

Betroffene Skoda-Modelle mit erhöhtem CO2-Ausstoß:

  • Octavia

Betroffene Seat-Modelle mit erhöhtem CO2-Ausstoß:

  • Leon
  • Ibiza

Weitere vom Abgasskandal betroffene Hersteller

Die Deutsche Umwelthilfe hat bereits vor einiger Zeit festgestellt, dass auch moderne Modelle anderer Hersteller im realen Betrieb zu viele Stickoxide ausstoßen. Wenn auch Ihr Auto vom Abgasskandal betroffen ist, können Sie hier eine kostenlose Ersteinschätzung Ihres Falls anfordern. Unabhängig davon, ob eine Manipulation bereits nachgewiesen ist, können viele Kaufverträge, die über einen Autokredit oder Leasing finanziert wurden, widerrufen werden.

Hier einige Autohersteller, die im Zuge des Abgasskandals ebenfalls ins Visier von Behörden und Verbraucherschützern geraten sind. Welche Modelle betroffen sind, ist der Redaktion aktuell nicht bekannt.

BMW

BMW-Diesel galten lange Zeit als „sauber“. Nach Recherchen von WiSo und Deutscher Umwelthilfe verdichten sich allerdings die Anzeichen, dass der Abgasskandal BMW ebenfalls erreichen könnte. Für die Modelle M550d xDrive, 750Ld xDrive und 750d xDrive aus den Jahren 2012 bis 2017 musste BMW inzwischen selbst einräumen, dass diese mit einer falschen Softwareversion ausgerüstet wurden. Es ist aber gut möglich, dass auch weitere Modelle eine Abschaltvorrichtung besitzen oder von zukünftigen Diesel-Fahrverboten betroffen sind.

PSA (Peugeot und Citroën) und Renault

Aufgrund von Untersuchungen der Antibetrugsbehörde DGCCRF hat die Pariser Staatsanwaltschaft inzwischen offizielle Ermittlungen aufgenommen. Es geht dabei um den Vorwurf der Täuschung über wesentliche Eigenschaften – in diesem Fall die Abgaswerte. Die Ermittlungen bei PSA beziehen sich dabei nur auf die „alten“ Marken des Konzerns.

Opel

Auch bei der PSA-Tochter Opel wurde offenbar getrickst. Das KBA teilte im Oktober 2018 mit, dass ein verpflichtender Rückruf für ein Softwareupdate bei 100.000 Fahrzeugen geplant ist. Aktuell sind vom Dieselskandal bei Opel die Modelle Zafira, Insignia und Cascada mit Euro-6-Dieseln aus den Jahren 2012-2017 betroffen.

General Motors

Gegen General Motors wurde in den USA eine Sammelklage eingereicht. Es geht dabei um schwere Pick-up-Trucks der Marken Chevrolet Silverado und GMC Sierra Duramax. Die vom Abgasskandal betroffenen Modelle stammen aus den Jahrgängen 2011 bis 2016.

Fiat Chrysler

Fiat Chrysler wurde vom US-Justizministerium wegen angeblich manipulierter Abgaswerte verklagt. Auch in Frankreich ermittelt die Staatsanwaltschaft.

Daimler / Mercedes-Benz

Die Stuttgarter Staatsanwaltschaft hat mehrere Standorte des Konzerns durchsuchen lassen. Auch hier geht es um den Vorwurf der Manipulation von Abgaswerten. Die amerikanischen Behörden haben außerdem inzwischen konkrete Hinweise auf sogenannte „Defeat Devices“ gefunden. Zumindest für den Vito, die C-Klasse und die G-Klasse hat das Kraftfahrtbundesamt einen Rückruf angeordnet.

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Urteile zum VW-Skandal

Folgende Urteile zum VW-Abgasskandal liegen bereits vor, die den betroffenen Käufern ein Rücktrittsrecht bzw. sogar Schadensersatz zusprechen:

  • Landgericht München I, Urteil vom 14.04.2016, Az. 23 O 2303 3/15
  • Landgericht Lüneburg, Urteil vom 02.06.2016, Az. 4 O 3/16
  • Landgericht Oldenburg, Urteil vom 01.09.2016, Az. 16 O 790/16
  • Landgericht Krefeld, Urteile vom 14.09.2016, Az. 2 O 72/16 und 2 O 83/16
  • Landgericht Essen, Urteil vom 16.09.2016, Az. 16 O 165/16
  • Landgericht Dortmund, Urteil vom 29.09.2016, Az. 25 O 49/16
  • Landgericht München I, Urteil vom 29.9.2016, Az. 41 O 14374/16
  • Landgericht Bonn, Urteil vom 07.10.2016, Az. 15 O 41/16
  • Landgericht Braunschweig, Urteil vom 12.10.2016, Az. 4 O 202/16
  • Landgericht Hagen, Urteil vom 18.10.2016, Az. 3 O 66/16
  • Landgericht Frankfurt am Main, Urteil vom 20.10.2016, Az. 2-23 O 149/16
  • Landgericht Stuttgart, Urteil vom 20.10.2016, Az 7 O 68/16
  • Landgericht München II, Urteil vom 15.11.2016, Az. 12 O 1482/16
  • Landgericht Hamburg, Urteil vom 16.11.2016, Az. 301 O 96/16
  • Landgericht Regensburg, Urteil vom 21.11.2016, Az. 6 O 409/16
  • Landgericht Aachen, Urteil vom 06.12.2016, Az. 10 O 146/16
  • Landgericht Krefeld, Urteil vom 6.12.2016, Az. 3 O 63/16
  • Landgericht Braunschweig, Urteil vom 29.12.2016, Az. 6 O 58/16
  • Landgericht Potsdam, Urteil vom 4.1.2017, Az. 6 O 211/16
  • Landgericht Regensburg, Urteil vom 04.01.2017, Az. 7 O 967/16
  • Landgericht Bückeburg, Urteil vom 11.1.2017, Az. 2 O 49/16
  • Landgericht Hildesheim, Urteil vom 17.01.2017, Az. 3 O 139/16
  • Landgericht Paderborn, Urteil vom 15.2.2017, Az. 4 O 231/16
  • Landgericht Köln, Urteil vom 2.3.2017, Az. O 317/16
  • Landgericht Stralsund, Urteil vom 10.3.2017 Az. 4 O 396/16
  • Landgericht Hagen, Urteil vom 16.3.2017, Az. 4 O 93/16
  • Landgericht Offenburg, Urteil vom 21.3.2017, Az. 3 O 77/16
  • Landgericht Karlsruhe, Urteil vom 22.03.2017, Az. 4 O 118/16
  • Oberlandesgericht München, Urteil vom 23. März 2017, Az. 3 U 4316/16 (VW hatte allerdings einen Rückzieher gemacht, es ging nur noch um die Gerichtskosten.)
  • Landgericht Arnsberg, Urteile vom 24.3.2017, Az. I-2 O 224/16, I-2 O 254/16, I-2 O 375/16, I-2 O 215/16 und I-2 O 234/16
  • Landgericht Würzburg, Urteil vom 28.03.2017, Az.72 O 1089/16
  • Landgericht Kleve, Urteil vom 31.3.2017, Az. 3 O 252/16
  • Landgericht Nürnberg-Fürth, 7 Urteile vom 27.4.2017
  • Landgericht Trier vom 8.6.2017, Az. 5 O 298/16
  • Landgericht Magdeburg vom 15.6.2017, Az. 9 O 1498/16
  • Landgericht Oldenburg vom 29.6.2017, Az. 9 O 2083/16
  • Landgericht Frankfurt am Main vom November 2017, Az. O 104/17
  • Landgericht Arnsberg vom November 2017, Az. I-2 O 45/17 (erstes Urteil zu Widerruf Autokredit)
  • OLG Köln vom 27.3.2018, Az. 18 U 134/17 (Rückgabe trotz Update möglich)
  • Landgericht Augsburg vom 7.5.2018, Az. 82 O 4497/16 (Nichtigkeit des Kaufvertrags)
  • OLG Köln vom 28.5.2018, Az. 27 U 13/17

Außerdem haben mehrere Landgerichte inzwischen gegen Versicherungen (u.a. ARAG, DEVK, HUK, Örag, WGV) geurteilt, dass die Rechtsschutzversicherung ihre Deckungszusage bei Klagen im VW-Abgasskandal nicht verweigern darf. Das Oberlandesgericht Celle und das Oberlandesgericht Hamm haben zudem beschlossen, dass vom Abgasskandal betroffene VW-Käufer Prozesskostenhilfe erhalten können (Az. 7 W 26/16 vom 30.6.2016 und 28 W 4/16 vom 21.6.2016).

Zu den Gerichtsurteilen kommt noch hinzu: Volkswagen hat einen Bußgeldbescheid über 1 Milliarde Euro akzeptiert. Die Staatsanwaltschaft Braunschweig hatte VW „Aufsichtsflichtverletzungen“ vorgeworfen, die zum Einbau unzulässiger Abschalteinrichtungen geführt hatten. Da Volkswagen den Bußgeldbescheid akzeptiert hat, dürfte sich die Position des Konzerns im Streit mit seinen Kunden weiter verschlechtert haben.

Quelle: GDVI, KMP3G, Test.de

Tipps:
  • Wenn Sie ein betroffenes Fahrzeug besitzen, holen Sie sich rechtlichen Rat.
  • Oft deckt die Rechtsschutzversicherung (teilweise auch eine Verkehrsrechtsschutzversicherung) die Kosten ab.
  • Beachten Sie die Verjährungsfristen.

Kommentare: 12

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J.bäll 02:5515.06.2018

Leute,last Euch nicht für Dumm verkaufen! Die 15 größten Schiffe auf dieser Erde ,haben einen höheren Schadstoffausstoß im Jahr als alle Diesel zusammen!Klagt was das Zeug Hält.Demnächst kann man überdie Verbraucherschutzzentrale sich an eine Sammelklage drannhängen!

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Rechtecheck 09:5207.03.2018

@ Sabine Albrecht: Die Drosselklappe klingt jetzt nicht nach einer typischen Folge des Updates (aber ausschließen kann ich es nicht). Problematisch ist eher das Abgasrückführungsventil (AGR).

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Sabine Albrecht 04:3206.03.2018

Welche Klappe? Bei unserem behindertengerecht umgebauten Caddy ist nach 35 000 km (auch 2,5 Jahre) die Drosselklappe defekt, nach dem Softwareupdate vor einem Jahr. Kommt das häufiger vor? Wir müssen über 500 € Reparaturkosten zahlen.

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Racer 12:2406.03.2018

Haha denk einmal wie Dein Strom produziert wird — wohl doch nicht aus sauberen Kohlekraftwerken? Und unsere Diesel fahren dann auch noch über der Grenze weiter. Wir werden doch nur von unserem Staat verschaukelt.

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Diers 05:0014.07.2017

.... bin enttäuscht von der Marke VW .... Caddy 1.9 TDI 7 Jahre alt wird verkauft und dann kommt ein Hybrid. Der ist wenigstens Umweltschonend.

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