Abgasskandal
Zusammenfassung:
  • Der Widerruf der Autofinanzierung bleibt unabhängig vom Modell eine Option.
  • Bei nicht finanzierten Fahrzeugen kommt es darauf an, wann die Kunden über den Diesel-Betrug informiert wurden.

Dieselskandal: Diese Optionen haben Sie noch bei VW, Daimler, BMW und Opel

Abgasskandal
  • Robert Metz
Zusammenfassung:
  • Der Widerruf der Autofinanzierung bleibt unabhängig vom Modell eine Option.
  • Bei nicht finanzierten Fahrzeugen kommt es darauf an, wann die Kunden über den Diesel-Betrug informiert wurden.

Die meisten Ansprüche von Betrogenen im VW-Abgasskandal dürften noch nicht verjährt sein.

Der Dieselskandal ist bereits 2015 aufgeflogen und die ersten Ansprüche gegen Autohändler sind bereits Ende 2017 verjährt. Viele betroffene Dieselbesitzer fragen sich daher, was sie überhaupt noch tun können, um Schadensersatz zu bekommen. Wir erklären, welche rechtlichen Optionen die vom Abgasskandal betroffenen Autofahrer noch haben. Dabei kommt es auf die Umstände an:

  • Nicht von Verjährung betroffen sind die Besitzer von finanzierten Fahrzeugen – egal von welcher Marke. Informieren Sie sich über die Optionen für Autokredite, wenn Ihr Wagen finanziert wurde.
  • Wurde der Kunde bereits 2015 informiert, sind die Ansprüche gegen den Hersteller Ende 2018 verjährt. Allerdings ist strittig, wann die Kunden über die Manipulationen informiert wurden. Das gilt für die meisten Modelle aus dem VW-Konzern mit dem Motor „EA 189“. Informieren Sie sich über die Optionen für früh aufgedeckte Betrugsfälle, wenn Ihr Auto dazu gehört.
  • Wurde der Betrug erst später aufgedeckt, haben Sie auch entsprechend länger Zeit. Das trifft im VW-Konzern v.a. auf Modelle mit 3.0l-Motor zu. Informieren Sie sich über die Optionen für spät aufgedeckte Betrugsfälle, wenn Ihr Auto dazu gehört.
  • Ausnahme sehr alte Modelle: Haben Sie Ihr Fahrzeug vor mehr als 10 Jahren gekauft, bleibt Ihnen wahrscheinlich nur der Widerruf der Autofinanzierung.
  • Bei neuen Modellen hat Volkswagen zumindest die Thermofenster zu großzügig ausgelegt. Informieren Sie sich hier über die Optionen für die Motorvariante EA 288.
  • Auch bei anderen Herstellern wurde der Abgasskandal i.d.R. erst nach 2015 aufgedeckt, weshalb auch hier die Verjährung später eintritt. Informieren Sie sich über die Optionen bei anderen Herstellern, wenn Sie kein Auto aus dem VW-Konzern fahren.
  • Wenn Sie den Wagen erst nach Bekanntwerden des Dieselskandals gekauft haben, kann Ihnen  auch gegenüber dem Händler ein Anspruch auf Schadensersatz oder Rückabwicklung zustehen.

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Abgasskandal: Optionen für per Autokredit finanzierte Fahrzeug

Unabhängig von Modell und Hersteller bietet den Betroffenen im Dieselskandal der Widerruf des Autokredits eine gute Möglichkeit, ihr Fahrzeug wieder loszuwerden. Der Widerrufsjoker hat dabei wesentliche Vorteile:

  • Beim Widerrufsjoker droht wohl keine Verjährung.
  • Die Rückerstattung kann in vielen Fällen deutlich höher ausfallen.
  • Der Widerrufsjoker ist unabhängig von Modell und Hersteller. Sogar Benziner können zurückgegeben werden.

Allerdings gibt es zum Widerruf der Autofinanzierung bisher weniger Erfahrungswerte (und Urteile) als bei Schadensersatzklagen gegen den Hersteller. Wer seinen Mogel-Diesel direkt im Autohaus finanziert hat, sollte aber auf jeden Fall prüfen lassen, ob ihm ein Widerrufsrecht zusteht – was in sehr vielen Fällen der Fall ist.

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VW-Abgasskandal: Optionen für früh entdeckten Betrug (v.a. EA189)

Bei vielen Modellen von VW, Audi, Seat und Skoda wurde bereits 2015 bekannt, dass die Motorsteuerungssoftware manipuliert war. Das gilt i.d.R. für Modelle mit der Motorvariante „EA 189“, also mit 1,8 bzw. 2,0 l Hubraum. Hier ist aktuell umstritten, ob zum Jahresende 2018 Verjährung eingetreten ist. Die Frage, die sich hier stellt ist: Wann wussten die Kunden, dass ihr Auto betroffen ist und dass sie absichtlich betrogen wurden? (Prinzipiell reicht auch eine „grob fahrlässige Unkenntnis“.) VW geht davon aus, dass dies bereits 2015 der Fall war und die Ansprüche daher verjährt sind. Die Anwälte, mit denen wir von Rechtecheck darüber gesprochen haben, gehen dagegen davon aus, dass die Verjährungsfrist erst mit dem Rückruf beginnt und daher frühestens Ende 2019 beendet war. Außerdem bestreitet Volkswagen auch heute noch ein Verschulden der Konzernleitung.

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Sicherer stehen die Fahrer von Fahrzeugen da, die finanziert sind. Diese können in vielen Fällen immer noch den Widerrufsjoker nutzen.

Von der Verjährung Ende 2018 bzw. 2019 sind – nach unseren Erkenntnissen – folgende Modelle betroffen:

Volkswagen:

(Baujahre: 2008 – 2015)

Audi:

(Baujahre: 2009 – 2014)

Skoda:

(Baujahre: 2009 – 2014)

Seat:

Ab dem 1. Januar 2020 haben die Besitzer dieser Fahrzeuge nur noch eine gute Chance auf eine Rückerstattung, wenn sie ihr Auto finanziert haben. Sollten sich allerdings die Vorwürfe erhärten, dass die Fahrzeuge auch nach dem Update der Motorsteuerung noch Abschalteinrichtungen haben, würde die Verjährung neu beginnen. Dasselbe gilt, wenn sich das Update aus anderen Gründen als Mangel herausstellen würde. Dann wären auch hier wieder Diesel-Klagen möglich.

VW-Abgasskandal: Optionen für später entdeckten Betrug (v.a. 3.0 l-Motoren)

Im Volkswagen-Konzern wurden auch nach 2015 immer wieder weitere Modelle bekannt, die vom Abgasskandal betroffen waren – teilweise selbst Fahrzeuge aus der jeweils aktuellen Produktion. Das traf insbesondere auf große Dieselmotoren (3,0 l und mehr) zu, die v.a. in Modellen von Audi und Porsche verbaut waren.

Diesel-Besitzer, die ein solches Modell fahren, haben im Abgas-Skandal 3 Möglichkeiten:

  • Bei finanzierten Fahrzeugen können Sie Kauf und Autokredit widerrufen und ihr Geld zurückbekommen.
  • Innerhalb der ersten 2 Jahre nach dem Kauf können sie gegen den Händler wegen Sachmangels vorgehen.
  • Innerhalb der ersten (vollen) 3 Kalenderjahre nach dem Bekanntwerden können sie vom Hersteller Schadensersatz wegen unerlaubter Handlung verlangen.

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Folgende Modelle sind nach unseren Informationen vom VW-Abgasskandal betroffen, die Ansprüche sind aber sicher noch nicht verjährt:

Volkswagen:

Audi:

Porsche: 3,0 TDI, 4,0 TDI, 4,2TDI bei den Modellen

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Thermofenster beim Motor EA 288

Auch die neuesten Diesel-Modelle aus dem VW-Konzern mit der Motorvariante EA 288 sind offenbar nicht so sauber wie sie sein sollten. Hier hat VW die „Thermofenster“, bei denen die Abgasreinigung heruntergeregelt wird, wohl zu großzügig ausgelegt. Dazu gibt es inzwischen einige Urteile gegen VW.

Diesel-Besitzer, die ein solches Modell fahren, haben im Abgas-Skandal 3 Möglichkeiten:

  • Bei finanzierten Fahrzeugen können Sie Kauf und Autokredit widerrufen und ihr Geld zurückbekommen.
  • Innerhalb der ersten 2 Jahre nach dem Kauf können sie gegen den Händler wegen Sachmangels vorgehen.
  • Innerhalb der ersten (vollen) 3 Kalenderjahre nach dem Bekanntwerden können sie vom Hersteller Schadensersatz wegen unerlaubter Handlung verlangen.

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Folgende Modelle aus dem Volkswagen-Konzern scheinen von den zu großzügig bemessenen Thermofenstern betroffen zu sein:

Audi:

  • Audi A1 8X
  • Audi A3 8V
  • Audi Q2 GA
  • Audi A4 B9
  • Audi A5 F5

Volkswagen

  • VW Polo V
  • VW Golf VII
  • VW Golf Sportsvan
  • VW T-Roc
  • VW Polo VI
  • VW Beetle
  • VW Tiguan
  • VW Tiguan II
  • VW Touran II
  • VW Sharan II
  • VW Passat B8
  • VW CC
  • VW Caddy
  • VW Crafter
  • VW Amarok
  • VW T6 (California)

Seat

  • Seat Ibiza
  • Seat Toledo IV
  • Seat Leon III
  • Seat Ateca
  • Seat Alhambra II

Skoda

  • Skoda Fabia III
  • Skoda Rapid
  • Skoda Octavia III
  • Skoda Superb III

Abgasskandal: Optionen für andere Hersteller

Neben dem VW-Konzern haben auch andere Hersteller bei den Abgaswerten ihrer Diesel-Fahrzeuge getrickst. Rückrufe gab es deshalb bereits bei Opel, Mercedes-Benz (Daimler) und BMW. Hier sind die Manipulationen meist auch deutlich später bekannt geworden als bei VW.

Diesel-Besitzer, die ein solches Modell von Opel, Mercedes oder BMW fahren, haben im Abgas-Skandal 3 Möglichkeiten:

  • Bei finanzierten Fahrzeugen können Sie Kauf und Autokredit widerrufen und ihr Geld zurückbekommen.
  • Innerhalb der ersten 2 Jahre nach dem Kauf können sie gegen den Händler wegen Sachmangels vorgehen.
  • Innerhalb der ersten (vollen) 3 Kalenderjahre nach dem Bekanntwerden können sie vom Hersteller Schadensersatz wegen unerlaubter Handlung verlangen.

Aktuell sind nach unseren Informationen folgende Hersteller und Modelle betroffen:

Opel:

Folgende Opel-Modelle sind aktuell vom Dieselskandal betroffen:

Außerdem gibt es bei Opel einen weiteren Abgasskandal, bei dem allerdings Fahrzeuge mit Otto-Motor (also Benziner) betroffen sind. Dabei geht es um die Überschreitung des Euro-6d-Temp-Grenzwertes für Stickoxide. Für folgende Opel-Modelle hat das KBA bereits Rückrufe angeordnet:

  • Opel Corsa 1.2 der Modelljahre 2018 und 2019
  • Opel Corsa 1.4 der Modelljahre 2018 und 2019
  • Opel Adam 1.2 der Modelljahre 2018 und 2019
  • Opel Adam 1.4 der Modelljahre 2018 und 2019

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BMW:

Bei einigen Modellen hat BMW – angeblich versehentlich – eine falsche Softwareversion aufgespielt, die durch einen Rückruf inzwischen ausgetauscht wurde. Ein Anspruch auf Schadensersatz oder Rückgabe ist dabei möglich aber nicht so sicher wie bei VW. Gute Chancen haben dagegen die Besitzer von finanzierten BMW – selbst wenn es keine Diesel sind.

Außerdem gibt es Hinweise, dass auch bei BMW unzulässige Thermofenster eingesetzt wurden. Betroffen sind dabei folgende Modelle:

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Mercedes-Benz/Daimler:

  • Vito (mit 1,6 l Motor)

Außerdem Modelle mit Motoren vom Typ OM 651 oder OM 642:

Welche Varianten genau jeweils mit der Schummel-Software ausgestattet sind, können Sie in unserer Liste der vom Abgasskandal betroffenen Mercedes-Modelle nachlesen. Außerdem erwarten wir weitere Rückrufe für die C-, E- und S-Klasse.

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Wenn der Händler Ihnen den Dieselskandal verschwiegen hat

Grundsätzlich darf ein Händler (oder auch ein privater Verkäufer) ihm bekannte Mängel an der verkauften Ware nicht einfach verschweigen. Das gilt laut einem Urteil des Landgerichts München II auch für Fahrzeuge, die vom Dieselskandal betroffen sind. In dem Fall hatte ein Gebrauchtwagenhändler dem Käufer eines VW Sharan arglistig verschwiegen, dass das Fahrzeug mit einer Mogel-Software ausgestattet war. Diese Tatsache war dem Händler zum Zeitpunkt des Vertragsabschlusses bereits bewusst, der Kunde hatte sich aber vorher nicht über die vom Abgasskandal betroffenen Modelle informiert.

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