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Erste positive Urteile im Fiat-Abgasskandal zu Wohnmobilen

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Erste positive Urteile im Fiat-Abgasskandal zu Wohnmobilen
Zusammenfassung:
  • Es gibt bereits erste verbraucherfreundliche Urteile im Wohnmobil-Dieselskandal
  • Wohnmobile mit Fiat Ducato Motoren der Baujahre 2014 bis 2019 sind betroffen
  • Bei RECHTECHECK können Sie eine Diesel-Klage kostenlos prüfen

Am 1.3.2021 erging am Landgericht Koblenz das erste verbraucherfreundliche Urteil im Fiat-Abgasskandal. Unter dem Aktenzeichen 12 O 316/20 wurde Fiat verurteilt, ein vom Abgasskandal betroffenes Wohnmobil zurückzunehmen. Im Gegensatz zu bisherigen BGH-Urteilen wurde dabei die Nutzungsentschädigung nicht nach den gefahrenen Kilometern berechnet, sondern nach dem Alter. Das Gericht setzte dabei voraus, dass ein Wohnmobil eine Lebenserwartung von 25 Jahren hat.

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Das Landgericht ging davon aus, dass die zeitgesteuerte Abschalteinrichtung, die Fiat in vielen Diesel-Modellen verbaut hat, illegal ist und eine sittenwidrige Schädigung des Kunden darstellt. Obwohl es sich bei dem Wohnmobil um einen Roller Team Zefiro 266 TL handelt, richtete sich die Klage gegen den Fiat-Chrysler-Konzern (FCA Italy S.p.A.), da dieser das Basisfahrzeug (einen Fiat Ducato) und damit den Motor hergestellt hat. Das entspricht auch einem aktuellen BGH-Urteil.

Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig. Es fiel ohne mündliche Verhandlung in Form eines Versäumnisurteils, das der Rechtecheck-Redaktion vorliegt. Das bedeutet, dass Fiat offenbar der Klage gar nicht erst widersprochen hat.

Weitere Urteile im Wohnmobil-Abgasskandal

In einem ähnlich gelagerten Fall entschied das Landgericht Stade zu Gunsten des Kunden (Az. 2 0 12/21, Urteil vom 15.4.2021). Auch in diesem Verfahren fiel ein Versäumnisurteil. In drei weiteren Prozessen in Stade blieb sich Fiat ebenfalls treu und dem Prozess fern. Auch hier fielen daher Versäumnisurteile zu Gunsten der Kunden (Az. 2 O 33/21, 2 O 15/21, 7 O 103/21). Ein weiteres Versäumnisurteil vor dem Landgericht erging gegen einen Händler (Az. 2 O 175/21, vom 17.8.2021): Er muss dem Kunden 25 % des Kaufpreises erstatten, da das Wohnmobil noch Gewährleistung hatte.

Dasselbe Muster zeigte sich bei Prozessen vor den Landgerichten Gera (Urteil vom 31.05.2021, Az.: 7 O 103/21), Nürnberg-Fürth (Urteil vom 09.07.2021, 19 O 737/21), Schwerin (Urteil vom 15.09.2021, Az. 14 O 333/20), Heilbronn (Urteil vom 21.09.2021, Az. 11 O 13/21) und Frankenthal (Urteil vom 27.10.2021, Az. 5 O 40/21): Der Kunde reicht im Wohnmobil-Abgasskandal Klage ein, Fiat ignoriert ihn und das Gericht entscheidet zu Gunsten des Klägers.

Ein weiterer Wohnmobil-Fahrer bekommt nach einem Urteil des Landgerichts Dortmund (Az. 21 O285/21) fast 51.000 € plus Zinsen für seinen LMC Cruiser Comfort Line 671 G. Das Wohnmobil hatte er zwei Jahre zuvor für etwa 53.000 € gebraucht gekauft und war selbst nur gut 9.000 km gefahren.

Bei einem Prozess vor dem Landgericht Oldenburg (Urteil vom 2.9.2021, Az. 4 O 767/21) blieb neben Stellantis auch der verklagte Händler der Verhandlung fern. Die Klage richtete sich gegen den Händler, weil das Wohnmobil noch Gewährleistung hatte. Das Ergebnis: Nach dem Versäumnisurteil bekommt der Kunde für sein inzwischen fast 2 Jahre altes Wohnmobil der Marke Hymer ein Neufahrzeug. Dabei muss die Ausstattung vergleichbar mit dem ursprünglichen Modell sein, lediglich das Basis-Fahrzeug wird gegen einen aktuellen Fiat Ducato ausgetauscht.

Es kann sich also lohnen, schnell zu klagen, bevor Fiat (bzw. Stellantis) beschließt, sich doch vor Gericht zu verteidigen.

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Ansprüche im Wohnmobil-Abgasskandal

Kann dem Hersteller eines Motors nachgewiesen werden, dass er vorsätzlich illegale Abschalteinrichtungen eingesetzt hat, muss er Schadensersatz leisten. Dies geschieht entweder durch Rückabwicklung des Kaufs (dabei wird vom Kaufpreis eine Nutzungsentschädigung abgezogen) oder durch eine pauschale Entschädigungszahlung. In manchen Fällen können die Kunden sogar noch vom Händler die Nachlieferung eines sauberen Nachfolgemodells fordern. Das geht aber nur in den ersten 2 Jahren nach dem Kauf.

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