Abgasskandal
Zusammenfassung:
  • Der Abgasskandal betrifft bisher v.a. den Volkswagen-Konzern sowie Mercedes-Benz.
  • Die Besitzer der vom Abgasskandal betroffenen Modelle haben Anspruch auf Entschädigung oder Rückabwicklung.

Abgasskandal: Entschädigung und betroffene Fahrzeuge

Abgasskandal
  • Robert Metz
Zusammenfassung:
  • Der Abgasskandal betrifft bisher v.a. den Volkswagen-Konzern sowie Mercedes-Benz.
  • Die Besitzer der vom Abgasskandal betroffenen Modelle haben Anspruch auf Entschädigung oder Rückabwicklung.

Im Diesel-Abgasskandal zeigte sich, dass betroffene Modelle zu viele Stickoxide ausstoßen. Bedenklich ist das v.a. dort, wo es viel Verkehr gibt.

Hintergründe zum Abgasskandal

Im Herbst 2015 wurde der VW-Abgasskandal öffentlich. In der Folge kam heraus, dass nicht nur VW mit seinen Tochtermarken Audi, Seat, Skoda und Porsche bei seinen Diesel-Modellen unzulässige Abschalteinrichtungen verwendet hat. Auch Mercedes, Opel und BMW haben die Abgaswerte – insbesondere für Stickoxide – bei einigen betroffenen Modellen auf unzulässige Weise geschönt. Auch bei anderen Herstellern wie Renault, Volvo und Mitsubishi besteht der begründete Verdacht, dass sie in den Abgasskandal verwickelt sind.

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Viele Hersteller weisen im Abgasskandal jede Schuld weit von sich. Sie gehen davon aus, dass es sich bei ihren Abgasmanipulationen um zulässige Thermofenster handelt. Aber auch die Hersteller, bei denen das Kraftfahrtbundesamt (KBA) aufgrund des Abgasskandals bereits einen Zwangsrückruf angeordnet hat, zahlen in der Regel nicht freiwillig eine Entschädigung. Sie stellen sich bei Diesel-Klagen auf den Standpunkt, dass den Kunden ja kein Schaden entstanden ist. In den meisten Diesel-Urteilen kommt inzwischen aber etwas anderes heraus – auch das erste BGH-Urteil im Dieselskandal fiel gegen VW aus.

In der VW-Musterfeststellungsklage hat Volkswagen dagegen ein Urteil vermieden. Der Konzern versucht hier, den Abgasskandal mit einem Vergleich zu beenden. Allerdings sind bei VW und den Tochtermarken noch mehr Modelle von Dieselskandal betroffen, die von dem Vergleichsangebot nicht erfasst sind.

So viel Entschädigung gibt es im Abgasskandal

Derzeit urteilen die Gerichte teilweise noch unterschiedlich, wenn es um die Entschädigung im Abgasskandal geht. Im Wesentlichen haben sich für den Diesel-Schadensersatz aber 2 Modelle herauskristallisiert, zwischen denen der Kunde wählen kann:

  • Pauschaler Schadensersatz: Der Kaufpreis wird nachträglich verringert. Üblich ist dabei eine Diesel-Entschädigung in Höhe von ca. 15 % der Kosten. Teilweise wird den Klägern auch weniger oder mehr zugesprochen.
  • Rückabwicklung: Der Kunde gibt seinen vom Abgasskandal betroffenen Diesel zurück und erhält dafür den Kaufpreis. Davon wird vom Gericht noch eine Nutzungsentschädigung abgezogen. Dieses Modell ist durch ein BGH-Urteil gedeckt.

Die Nutzungsentschädigung wird nach folgender Formel berechnet:

Kaufpreis * gefahrene Kilometer / erwartende Laufleistung

Beispiel: Ein Auto wurde für 25.000 € gekauft und der Kläger hat es 50.000 km weit gefahren. Der Richter rechnet mit einer „Lebensdauer“ von 250.000 km. Damit ergibt sich eine Nutzungsentschädigung von

25.000 € * 50.000 km / 250.000 km = 25.000 € * 1/5 = 5.000 €

Damit würde der vom Abgasskandal betroffene Kunde 20.000 € Erstattung erhalten.

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Beim VW-Vergleichs-Angebot im Rahmen der Diesel-Musterfeststellungsklage (MFK) bietet Volkswagen dagegen Pauschalen an, die nur vom Modell und dem Baujahr abhängen, wobei neuere und größere Modelle mehr Entschädigung bringen. Details können unserer Entschädigungs-Liste zum VW-Vergleich entnommen werden. Vom Abgasskandal betroffene Kunden, die ein Vergleichsangebot bekommen, sollten berechnen lassen, wie viel sie mit einer individuellen Klage bekommen können, bevor sie den Vergleich annehmen.

Bei vom Abgasskandal betroffenen Gebrauchtwagen wird von der erwarteten Laufleistung zunächst der Kilometerstand beim Kauf abgezogen, bevor die Nutzungsentschädigung berechnet wird. Alternativ berechnet sich die pauschale Entschädigung nach dem Kaufpreis, nicht nach dem Neupreis. Bei geleasten Diesel-Fahrzeugen ist die angemessene Entschädigung noch umstritten, hier führt ein Widerruf der Autofinanzierung daher oft schneller und sicherer zu einer Rückerstattung als eine Schadensersatz-Klage.

Wichtig ist, dass die Schadensersatz-Klage eingereicht wird, bevor die Ansprüche im Abgasskandal verjährt sind. Die Teilnehmer der VW-Musterfeststellungsklage sind hier im Vorteil: Sie sind nach dem Ende der MFK für 6 Monate vor Verjährung geschützt.

Vom Abgasskandal betroffene Modelle und Hersteller

Die verschiedenen Hersteller sind unterschiedlich stark vom Abgasskandal betroffen. Zwar haben Messungen von Organisationen wie der Deutschen Umwelthilfe bei den meisten Diesel-Modellen erhöhte Stickoxid-Mengen festgestellt, in vielen Fällen fehlt aber noch der Beweis einer illegalen Abschalteinrichtung. Sicher vom Abgasskandal betroffen sind Modelle, bei denen das Kraftfahrtbundesamt (KBA) einen verpflichtenden Rückruf zur Reduzierung der Abgaswerte angeordnet hat. Aber auch ohne offiziellen Rückruf haben Gerichte bereits vom Abgasskandal betroffenen Kunden Entschädigung oder eine Rückabwicklung zugesprochen.

Volkswagen im Abgasskandal

Der VW-Konzern war der Auslöser des Abgasskandals. Im Herbst 2015 musste VW gegenüber der amerikanischen EPA (Umweltbehörde) einräumen, dass beim Motor EA 189 eine illegale Abschalteinrichtung eingesetzt wurde. Der VW-Abgasskandal ist jedoch nicht auf diesen Motor mit bis zu 2 Litern Hubraum beschränkt. Auch für stärkere Aggregate wie die Motoren EA896 und EA897 (3 Liter Hubraum und mehr) hat das KBA inzwischen Rückrufe angeordnet. Außerdem gibt es Anzeichen dafür, dass VW beim EA189-Nachfolger EA288 die „Thermofenster“ zu weit ausgereizt oder sogar eine Abschalteinrichtung eingesetzt hat. Daher sind fast alle VW-Diesel-Modelle vom Abgasskandal betroffen:

VW Amarok, VW Beetle, VW Caddy, VW CC, VW Crafter, VW Eos, VW Golf VI, VW Golf VII, VW Jetta, VW Passat, VW Phaeton, VW Polo V, VW Polo VI, VW Scirocco, VW Sharan, VW Sharan II, VW Tiguan, VW Tiguan II, VW Touareg, VW Touran, VW Touran II, VW Transporter (T5, T6) und VW T-Roc.

Da bei Volkswagen so viele Modelle vom Abgasskandal betroffen sind und der Dieselskandal hier zuerst bekannt wurde, ergingen bisher auch am häufigsten gegen VW Urteile.

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Audi im Abgasskandal

Als VW-Tochter nutzt Audi die gleichen Plattformen wie andere Marken aus dem Volkswagen-Konzern. Das schließt alle im Abgasskandal bekannten Betrugs-Motoren ein. Genau gesagt wurden die Motoren und die illegalen Abschalteinrichtungen teilweise sogar bei Audi entwickelt. Auch bei Audi sind vom Abgasskandal praktisch alle Diesel-Modelle betroffen:

Audi A1, Audi A3, Audi A4, Audi A5, Audi A6, Audi A7, Audi A8, Audi Q2, Audi Q3, Audi Q5, Audi Q7, Audi Q8, Audi SQ 5, Audi SQ 7 und Audi TT.

Seat im Abgasskandal

Auch die spanische VW-Tochter Seat nutzt die Konzern-Plattformen, teilweise sind die Modelle sogar fast baugleich mit denen von Volkswagen. Daher wurden die Motoren EA189 und EA288 in praktisch allen Diesel-Fahrzeugen von Seat eingesetzt, sodass der Großteil der Seat-Modelle vom Abgasskandal betroffen ist:

Seat Alhambra, Seat Altea, Seat Altea XL, Seat Ateca, Seat Exeo, Seat Ibiza, Seat Leon und Seat Toledo.

Skoda im Abgasskandal

Auch bei der tschechischen VW-Tochter Škoda wurden die Motoren EA189 und EA288 in praktisch allen Diesel-Fahrzeugen eingesetzt, sodass der Großteil der Škoda-Modelle vom Abgasskandal betroffen ist:

Skoda Fabia, Skoda Octavia, Skoda Rapid, Skoda Roomster, Skoda Superb und Skoda Yeti.

Porsche im Abgasskandal

Der Abgasskandal bei Porsche stellt einen Sonderfall im VW-Konzern dar: Zum einen produziert Porsche selbst keine Diesel-Motoren, sondern kauft sie direkt von Audi. Zum anderen handelt es sich bei den betroffenen Porsche-Modellen um sehr große Fahrzeuge, sodass hier nur die Diesel-Motoren mit großem Hubraum (EA896 und EA897) verwendet wurden. Außerdem ist bei Porsche die Zahl der Modelle mit Diesel-Motor ohnehin überschaubar. Bei Porsche vom Abgasskandal betroffen sind insbesondere folgende Modelle:

Porsche Cayenne, Porsche Macan und Porsche Panamera.

Mercedes im Abgasskandal

Nach Bekanntwerden des VW-Abgasskandals hat Mercedes-Benz lange abgestritten, in den Dieselskandal verwickelt zu sein. Seit Juni 2018 gibt es aber auch für Modelle von Mercedes-Benz Rückrufe durch das KBA zur Entfernung illegaler Abschalteinrichtungen. Seitdem sind im Abgasskandal auch gegen Mercedes Urteile ergangen. Im Daimler-Konzern sind ebenfalls mehrere Motoren vom Abgasskandal betroffen: Der OM 651 mit 1,8 oder 2,1 l Hubraum, der 3-Liter-Motor OM 642 sowie die mit Renault zusammen entwickelten Motoren OM 622 und OM 626 mit 1,6 l. Der 1,5 l-Motor OM 607 steht bisher nur im Verdacht, in den Abgasskandal verwickelt zu sein. Betroffen sind derzeit folgende Modelle:

A-Klasse, C-Klasse, CLS, E-Klasse, G-Klasse, GL, GLC, GLE, GLK, GLS, ML, S-Klasse, SLC, SLK, Sprinter, Vito und V-Klasse.

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BMW im Abgasskandal

Der bayerische Autohersteller BMW ist im Abgasskandal bisher relativ wenig betroffen. Lediglich für die Modelle BMW 550d, BMW 750Ld und BMW 750d musste der bayerische Hersteller einräumen, dass bei diesen Modellen eine falsche Software-Version aufgespielt wurde, die gar nicht den vom KBA freigegebenen Versionen entsprach. Inzwischen sind aber wahrscheinlich noch mehr BMW-Modelle vom Abgasskandal betroffen: 1er, 2er, 3er, 4er, 5er, 7er, X1, X3, X4 und X5

Opel im Abgasskandal

Bei Opel sind bisher nur wenige Varianten einzelner Modelle vom Diesel-Abgasskandal betroffen. Dabei handelt es sich um Varianten von Opel Insignia, Opel Cascada, Opel Zafira sowie Opel Astra Sports Tourer.

Weitere Hersteller im Abgasskandal

Untersuchungen zum Stickoxid-Ausstoß von Diesel-Modellen legen nahe, dass noch mehr Hersteller vom Abgasskandal betroffen sind. Im Fokus stehen dabei aktuell besonders Volvo und Mitsubishi. Volvo soll beim XC60 seine Thermofenster zu großzügig bemessen haben. Mitsubishi war bereits 2016 in einen Abgasskandal verwickelt, der aber keine in Deutschland verkauften Modelle betraf. Inzwischen hat die deutsche Staatsanwaltschaft wegen des Abgasskandals auch Mitsubishi in Verdacht. Außerdem könnte aufgrund der Motoren-Kooperation mit Mercedes auch Renault in den Abgasskandal verwickelt sein. Offizielle Rückrufe durch das KBA gibt es nach derzeitigem Stand jedoch keine.

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FAQ zum Abgasskandal

Ist mein Diesel vom Abgasskandal betroffen?
Wenn Sie einen Diesel von VW, Audi, Mercedes-Benz, Skoda, Seat oder Porsche fahren, ist er sehr wahrscheinlich vom Abgasskandal betroffen. Bei Opel und BMW gilt das nur für einzelne Modell-Varianten. Ob Ihr Diesel vom Abgasskandal betroffen ist, können Sie hier kostenlos und unverbindlich prüfen.

Welche Entschädigung im Abgasskandal gibt es?
Meistens hat der Kunde 2 Optionen: Entweder er erhält eine pauschale Entschädigung (meist ca. 15 % des Kaufpreises) oder er gibt den Wagen zurück und erhält den Kaufpreis abzüglich einer Nutzungsentschädigung. Wie viel Ihnen zusteht, können Sie auf unserer Seite zum Diesel-Skandal berechnen – kostenlos und unverbindlich.

Ist mein Anspruch im Abgasskandal bereits verjährt?
Bei den meisten vom Abgasskandal betroffenen Modellen sind die Ansprüche sicher noch nicht verjährt. Bei einigen ist die Verjährung der Abgasskandal-Entschädigung aber umstritten.

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