Kreditrecht
  • 25.10.2017
Zusammenfassung:
  • Beim Restwert-Leasing droht gerade Diesel-Fahrern eine hohe Nachzahlung.
  • Am besten kann man sich gegen den Leasing-Geber mit einem Widerruf wehren.

Diesel-Skandal: Bei Restwert-Leasing drohen hohe Nachzahlungen

Kreditrecht
  • Robert Metz
  • 25.10.2017
Zusammenfassung:
  • Beim Restwert-Leasing droht gerade Diesel-Fahrern eine hohe Nachzahlung.
  • Am besten kann man sich gegen den Leasing-Geber mit einem Widerruf wehren.

Dank VW-Skandal haben Gebrauchtwagen-Händler und Leasing-Geber aktuell Probleme, gebrauchte Diesel loszuwerden. Dadurch sind die Restwerte in Leasing-Verträgen oft zu hoch angesetzt und es drohen Nachzahlungen.

Was ist Restwert-Leasing?

Eigentlich ist Leasing eine Form der Miete: Der Leasing-Nehmer kann das Auto eine bestimmte Zeit lang nutzen und zahlt dafür seine Leasing-Raten. Der Leasing-Geber bleibt Eigentümer des Fahrzeugs und bekommt es am Ende der Laufzeit zurück. Damit trägt der Leasing-Geber grundsätzlich auch das Risiko, dass der Wagen an Wert verliert. Solch ein Wertverlust kann z.B. durch Schäden, Schwankungen am Gebrauchtwagenmarkt oder hohe Laufleistung entstehen. Allerdings wälzt ein Großteil der Leasing-Geber dieses Risiko durch sogenanntes Restwert-Leasing auf den Kunden ab.

Kostenlose Einschätzung vom Anwalt: Kann ich die Leasing-Nachzahlung vermeiden?

Beim Restwert-Leasing vereinbaren die Vertragspartner einen festen Restwert, den das Auto am Ende der Laufzeit haben soll. Liegt der tatsächliche Wert dann darüber, erhält der Kunde eine Erstattung. Liegt er darunter, muss der Kunde eine Nachzahlung leisten, wenn er das Auto zurückgibt. Grundsätzlich ist das nicht unfair, da der Kunde durch gefahrene Kilometer und pfleglichen Umgang den Wert maßgeblich beeinflussen kann. Allerdings werden die Leasing-Nehmer bei diesem Modell auch oft „über den Tisch gezogen“.

Privatkunden wird von Verbraucherschützern ohnehin meist von Leasing abgeraten. Besser fährt man meist mit einem Kauf und der Finanzierung über einen Autokredit. Angebote gibt es z.B. bei Tarifcheck *.

Warum drohen Nachzahlungen bei meinem Leasing-Vertrag?

Nachzahlungen drohen beim Restwert-Leasing v.a. in folgenden Fällen:

  • Sinkende Gebrauchtwagen-Preise: Gerade der Abgas-Skandal hat bei Diesel-Fahrzeugen inzwischen zu hohen Wertverlusten geführt. Aber auch „normale“ Schwankungen auf dem Markt gehen zu Lasten des Leasing-Nehmers.
  • Schäden: Ein Auto, das an den Leasing-Geber zurückgegeben wird, darf durchaus Gebrauchsspuren und Verschleiß aufweisen. Hat der Wagen dagegen Unfallschäden oder starke Kratzer und Dellen, reduziert das den Wert teilweise erheblich. Ähnlich wie bei der Rückgabe von Mietwagen gibt es hier regelmäßig Beschwerden über Anbieter, die bei der Bewertung von Schäden aus einer Mücke einen Elefanten machen.
  • Hohe Kilometerzahl: Der vereinbarte Restwert wird i.d.R. für eine bestimmte Laufleistung kalkuliert. Abweichungen führen daher auch zu Veränderungen beim Wert. Allerdings hat der Kunde die Zahl der gefahrenen Kilometer selbst in der Hand.
  • Optimistische Kalkulation: Leider spiegelt der vereinbarte Restwert nicht immer eine realistische Schätzung des Werts zum Laufzeitende wider. Der BGH hat dies auch grundsätzlich für zulässig erklärt. Daher legen viele Leasing-Geber einen möglichst hohen Restwert fest, um die Leasing-Raten klein zu halten. Für Kunden, die auf diesen Marketing-Trick hereinfallen, kommt das böse Erwachen dann am Ende der Vertragslaufzeit.

Kostenlose Einschätzung vom Anwalt: Kann ich die Leasing-Nachzahlung vermeiden?

Wie kann man sich gegen überhöhte Nachzahlungen wehren?

Grundsätzlich können Leasing-Nehmer natürlich direkt gegen eine überhöhte Nachzahlung klagen. Beispielsweise können sie

  • Gegengutachten über vermeintliche Schäden in Auftrag geben,
  • den angegebenen Marktwert anzweifeln oder
  • Beratungsfehler beim Abschluss des Leasing-Vertrags nachweisen.

Allerdings hängen die Erfolgsaussichten dann sehr stark vom Einzelfall ab. Außerdem können schnell hohe Kosten entstehen, z.B. für Gutachter. Bei den folgenden Optionen ist die Rechtslage dagegen klarer, da es nicht auf die individuellen Umstände ankommt:

  • Aufgrund von Formfehlern können viele Leasingverträge widerrufen werden. Dann erhält der Kunde in der Regel sogar Geld vom Leasing-Geber zurück.
  • Gerade bei Marken, die vom VW-Skandal betroffen sind (VW, Audi, Skoda, Seat, Porsche), kann man noch bis Ende 2018 den Hersteller auf Schadensersatz verklagen. (Danach tritt im Abgasskandal Verjährung ein.)

Kostenlose Einschätzung vom Anwalt: Kann ich die Leasing-Nachzahlung vermeiden?

 

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Markus Klamert

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