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  • 25.06.2019
Zusammenfassung:
  • Auch Mercedes-Benz muss im Dieselskandal Autos zurückrufen.
  • Betroffene Modelle sind (bisher) C-Klasse, G-Klasse und Vito.

Dieselskandal bei Mercedes: Ihre Rechte und betroffene Modelle

Verträge
  • Robert Metz
  • 25.06.2019
Zusammenfassung:
  • Auch Mercedes-Benz muss im Dieselskandal Autos zurückrufen.
  • Betroffene Modelle sind (bisher) C-Klasse, G-Klasse und Vito.

Nicht nur in Stuttgart sind viele Mercedes-Benz-Modelle vom Dieselskandal betroffen.

Der Abgasskandal bei Mercedes

Der Daimler-Konzern hat inzwischen eingeräumt, dass – ähnliche wie im VW-Abgasskandal – auch in einigen Mercedes-Modellen Abschalteinrichtungen vorhanden sind. Das Kraftfahrtbundesamt hat daraufhin bereits für 3 betroffene Modelle mit Euro 6-Norm einen Rückruf angeordnet. Das nötige Software-Update ist allerdings noch nicht entwickelt bzw. genehmigt, sodass der Rückruf noch nicht beginnen konnte.

Für die Besitzer von Mercedes Dieses-Modellen bedeutet das aber:

  • Wertverlust
  • Unkalkulierbare Risiken durch die Veränderung der Motorsteuerung (z.B. sind Schäden, Leistungsverlust oder Mehrverbrauch möglich)
  • Stilllegung, wenn das Update verweigert wird

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Darüber hinaus könnten die betroffenen Fahrzeughalter auch unter allgemeinen Diesel-Fahrverboten leiden, wenn diese in ihrer Stadt eingeführt werden.

Ihre Rechte gegenüber dem Daimler-Konzern und seinen Händlern

Zum Einen können die betroffenen Fahrzeug-Halter ihre Ansprüche gegenüber dem Händler durchsetzen. Der Grund: Händler müssen ihren Kunden bei Neuwagen 2 Jahre Gewährleistung geben (bei Gebrauchtwagen 1 Jahr). Da ein Auto mit einer Betrugssoftware aber mangelhaft ist, kann man den Wagen zurückgeben. Dann erhält man den Kaufpreis abzüglich einer Nutzungsentschädigung zurück. Dabei ist die Nutzungsentschädigung aber meist geringer als der Wertverlust.

Zum Anderen kann man gegen den Daimler-Konzern selbst wegen Betrugs oder sittenwidriger Schädigung vorgehen. In diesem Fall kann der Kunde Schadensersatz vom Hersteller verlangen. Dies bietet sich insbesondere dann an, die Gewährleistung bereits abgelaufen ist. Bei Betrug beginnt die Verjährung im Dieselskandal nämlich erst mit dem Bekanntwerden.

Mit einer weiteren Option können sich Mercedes-Fahrer von ihrem Betrugs-Diesel trennen, die ihr Auto über einen Autokredit finanziert haben. Hier sind den Banken oft kritische Formfehler unterlaufen. Das führt dazu, dass die Verträge – Finanzierung und Kauf – oft auch noch nach Jahren widerrufen werden können. Die Kunden bekommen dann neben dem Kaufpreis – i.d.R. abzüglich Nutzungsentschädigung – auch einen Teil der Finanzierungskosten zurück. Das Besondere an dieser Option: Den Widerrufsjoker kann man auch nutzen, wenn das Auto nicht vom Dieselskandal betroffen ist.

Welche Option für Sie die beste ist, erfahren Sie hier:

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Vom Dieselskandal betroffene Mercedes-Modelle

Bereits im Juni 2018 hat das KBA für folgende vom Dieselskandal bei Mercedes betroffene Modelle mit Euro 6-Norm einen Rückruf angeordnet, insbesondere offenbar für Varianten mit Motoren mit der Bezeichnung OM651. Im Juli 2018 und Juni 2019 kamen weitere Modelle hinzu. Damit gibt es offiziell folgende vom Dieselskandal betroffene Mercedes-Modelle:

  • A-Klasse (200 CDI mit Euro 6)
  • Vito (mit 1,6 l Motor: 109 CDI 447, 111 CDI 447, 116 CDI, Tourer)
  • C-Klasse (180 BlueTEC Baureihe, 180 d, 200 d BlueTEC, 200 d BlueTEC, 200 d Schaltgetriebe, 220 d (Euro 5), 250 d T-Modell, 300 BlueTEC Hybrid, 300 h)
  • CLS (350 BlueTEC, 350 BlueTEC 4MATIC, 350 d, 350 d 4MATIC)
  • E-Klasse (220 Bluetec T-Modell, 220 d Limousine, 300 BlueTEC, 350 BlueTEC, 350 BlueTEC 4MATIC, 350 d (Coupé/Cabrio), 350 d 4MATIC, 350 d)
  • S-Klasse (300 BlueTEC Hybrid, 300 h, 350 BlueTEC, 350 BlueTEC 4MATIC, 350 d, 350 d 4MATIC)
  • G-Klasse (350 d)
  • GL (350 BlueTEC 4MATIC)
  • GLC (220 d, 220 d 4MATIC, 250 d 4MATIC, 250 d, 350 d 4MATIC)
  • GLE (250 d, 250 d 4MATIC, 350 d 4MATIC, 350 d Coupé 4MATIC)
  • GLK (220 BlueTEC 4MATIC, 250 BlueTEC 4MATIC)
  • GLS (350 d 4MATIC)
  • ML (250 BlueTEC 4MATIC, 350 BlueTEC 4MATIC)
  • SLC (250 d)
  • SLK (250 d)
  • V-Klasse (220 CDI 250 2.1 (Euro 6), 250 CDI)
  • Sprinter

Welche genauen Modellvarianten bisher zurückgerufen wurden, finden Sie in unserer Liste der vom Dieselskandal betroffenen Mercedes-Modelle.

Angeblich plant (Stand: Juni 2019) das Kraftfahrtbundesamt außerdem weitere Rückrufe für Fahrzeuge mit den Motorvarianten OM 651 und OM 642. Betroffen wären davon folgende Modelle:

  • C-Klasse
  • S-Klasse
  • E-Klasse

Im Vorfeld des Rückrufs hat Daimler offenbar auch die Auslieferung von weiteren aktuellen Modellen gestoppt. Betroffen waren dabei:

  • A-Klasse
  • B-Klasse

Es kann durchaus sein, dass zukünftig weitere Manipulationen entdeckt werden und auch andere Daimler-Modelle vom Abgasskandal betroffen sind. Aktuell können sich die Besitzer dieser Fahrzeuge am besten wehren, wenn sie ihr Auto über einen Autokredit oder Leasing finanziert haben.

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Tipps:
  • Lassen Sie sich von einem Anwalt beraten, ob auch Ihr Fahrzeug betroffen ist.
  • Wenn Sie Ihren Mercedes über einen Autokredit finanziert haben, spielt das Modell i.d.R. keine Rolle: Hier kommen Sie meist durch einen Widerruf der Finanzierung auch aus dem Kaufvertrag raus – Ihr Anwalt wird die für Sie günstigste Option vorschlagen.

Kommentare: 3

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Robert Metz 11:2121.05.2019

Bisher hat unser Anwalt laut eigener Aussage in jedem Fall mindestens einen Vergleich rausgeholt.

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Torsten 06:0920.05.2019

Ich glaube Ihr Anwalt ist windiger als MB. Der Weg ist doch zur Zeit klar. MB bestreitet und wehrt sich, welches Gericht wird hier einer Privatperson recht zusprechen und welche Tragweite hätte dies oder können Sie den Betrug schon beweisen? Der Anwalt hingegen verdient unabhängig des Ausganges. Lesen Sie doch mal auf der Homepage des ADAC. Der ganze Krampf wird auf dem Rücken der Kunden ausgetragen [politische Aussagen editiert].

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R. Helmchen 12:1706.01.2019

Habe gegen Daimler Benz geklagt. Fahre einen MB CLS 30 cdi mit dem Motor 642. Die Klage wurde vom Kieler Landgericht, Richterin Müller abschlägig behandelt. Klagsumme war der Kaufpreis von 78.000,-- . Die Richterin erklärte die Klage wäre nicht substituiert und auch fehlen die Beweise, dass MB hier eine verbotene Abschaltautomatik verbaut hat. Also, großer finanzieller Aufwand für nichts. Bin sehr enttäuscht von dem Ergebnis. Ich weis nicht mehr was ich tun soll. Da ich Rentner bin, kann ich es mir nicht mehr leisten, ein neues gleichwertiges Fahrzeug zu kaufen, zumal mein PKW erst 39.000 KM gelaufen hat. (Euro )

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