Verkehr
  • 27.02.2018
Zusammenfassung:
  • Diesel-Fahrverbote lassen sich in einigen Fällen umgehen.
  • In vielen Fällen werden die Kunden aber auf dem Schaden sitzen bleiben.

Wie Sie Diesel-Fahrverbote umgehen können

Verkehr
  • Robert Metz
  • 27.02.2018
Zusammenfassung:
  • Diesel-Fahrverbote lassen sich in einigen Fällen umgehen.
  • In vielen Fällen werden die Kunden aber auf dem Schaden sitzen bleiben.

Nach dem Urteil des Bundesverwaltungsgerichts werden Diesel-Fahrverbote wohl kommen. Wir erklären, wie sie vermieden werden können.

Noch gelten in Deutschland nur sehr begrenzte Diesel-Fahrverbote: In Hamburg sind 2 Straßen gesperrt, und in Stuttgart gelten erst ab 2019 umfangreiche Fahrverbote. Nach dem Urteil des Bundesverwaltungsgerichts werden aber wohl bald weitere Fahrverbote hinzukommen. Auch die EU macht hier Druck und hat bereits ein Vertragsverletzungsverfahren gegen Deutschland eingeleitet. Da es aber noch keine „Blaue Plakette“ gibt, ist derzeit nicht klar, welche Modelle von einem Diesel-Fahrverbot betroffen sein werden und wo es überhaupt eingeführt wird.

Wir erklären hier dennoch schon einmal die Möglichkeiten, wie Sie sich wehren und ein Diesel-Fahrverbot umgehen können:

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Widerruf bei finanzierten Diesel-Fahrzeugen

Für Diesel-Fahrer, die ihren privaten PKW über Leasing oder einen Autokredit finanziert haben, bietet sich die Möglichkeit, über einen Widerruf der Autofinanzierung das Fahrzeug loszuwerden. Viele Autobanken haben nämlich bei ihren Widerrufsbelehrungen geschlampt, sodass die Widerrufsfrist nie begonnen hat.

Wenn der Widerruf möglich ist, kann der Kunde sein Fahrzeug zurückgeben und erhält seine bisherigen Zahlungen (Anzahlung und Raten) zurück. Ob davon noch eine Nutzungsentschädigung abgezogen werden muss, ist noch umstritten.

Besonders attraktiv ist der Widerruf beim Restwert-Leasing: Dank der drohenden Fahrverbote sinken die Gebrauchtwagenpreise, sodass hier hohe Nachzahlungen drohen, wenn man nicht durch einen Widerruf aus dem Vertrag herauskommt. Aber auch bei anderen Leasing-Arten können Kunden durch den Widerruf viel Geld sparen – übrigens auch bei Benzinern.

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VW-Konzern verklagen

Diesel-Fahrer, die vom VW-Abgasskandal betroffen sind, können auch den Hersteller verklagen, also Volkswagen, Audi, Skoda, Seat oder Porsche. Schließlich haben die Firmen ihre Kunden bewusst in Bezug auf den Schadstoffausstoß betrogen.

Daimler verklagen

Auch bei Daimler/Mercedes-Benz gibt es Modelle, die vom Dieselskandal betroffen sind. Aktuell gibt es aber nur für C 220D, GLC 220D und Vito einen Rückruf. Da die Fälle noch neu sind, ergibt sich die Möglichkeit, gegen den Daimler selbst oder den Händler vorzugehen.

Klage gegen andere Hersteller

Eine Klage gegen andere Hersteller ist aktuell schwierig. Zum einen ist nur in wenigen Fällen nachgewiesen, dass die Fahrzeuge unzulässig viele Stickoxide ausstoßen. (Ausnahmen sind wenige Modelle von BMW und Mercedes.) Zum anderen mussten die Hersteller nicht mit Diesel-Fahrverboten rechnen.

Eine Ausnahme sind Hersteller, die Garantien gegeben haben, dass man das Fahrzeug zurückgeben kann, wenn es von Fahrverboten betroffen ist.

Gegen Diesel-Fahrverbot klagen

Prinzipiell kann man auch gegen die Gemeinde vorgehen, die das Diesel-Fahrverbot verhängt hat. Dabei könnte man beispielsweise argumentieren, dass das Fahrverbot unverhältnismäßig ist, weil das eigene Auto relativ sauber ist oder weil man als Anwohner keine Ausweichmöglichkeit hat. Hier muss man aber die genaue Ausgestaltung der Fahrverbote abwarten.

Nachrüstung zur Vermeidung von Diesel-Fahrverboten

Grundsätzlich lassen sich die meisten Diesel-Fahrzeuge nachrüsten. Allerdings ist noch nicht klar, welche Modelle von Diesel-Fahrverboten betroffen sind und ob die Behörden für nachgerüstete Diesel Ausnahmen machen.

Neues Auto kaufen oder umsteigen

Die letzte Alternative ist, sich ein neues Auto zu kaufen. Allerdings wird man seinen alten Diesel zukünftig wahrscheinlich nur noch mit Verlust verkaufen können. Wie viel Sie noch für Ihren alten Diesel bekommen, erfahren Sie z.B. bei wirkaufendeinauto *.

Alternativ kann man natürlich auch auf andere Verkehrsmittel wie Bus und Bahn umsteigen, wenn man in die Stadt will.

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Kommentare: 8

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Klaus Mayer 09:0917.06.2018

Auch ich fahre einen Diesel / Audi. Als ich ihn kaufte war die Abgasnorm 5 das Maximale. Einen Adblue-Tank hat das Fahrzeug auch. Wenn ich Busse fahren sehe mit Euronorm VI-Aufschrift, so ist das leider sehr irreführend. Denn das wird gemessen an Gewicht, Personenzahl usw. Hätte ich einen 2,5t-Anhänger permanent dran, dann käme ich ebenso in die VIer Gruppe. Eine Lachplatte. Im Winter lassen die Taxis und Busse die Motoren permanent laufen / Heizung und produzieren derart Abgase (in Böblingen nachgewiesen) an ihrem Stand, dass die Stuttgarter Werte deutlich überschritten werden. Außerdem wissen wir nicht, ob die im Ausland produzierten Fahrzeuge nicht auch manipuliert sind. Je mehr Diesel aus dem Verkehr gezogen werden, desto mehr steigt der Schadstoffwert, den die Benziner produzieren. Ein Teufelskreis, denn die verursachen den Klimawandel. Da sollte man mal darüber nachdenken!

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Rechtecheck 03:5905.03.2018

@Daniela: Was der Experte etwas verzerrt wiedergibt: Es geht um Stickoxide. Wie viel "natürlicher" Feinstaub in der Luft ist, ist dabei unerheblich, weil das eine Äpfel und das andere Birnen sind. Dass die Autohersteller die Stickoxide reduzieren könnten auf Kosten des Feinstaubs, ist eine andere Sache. (Tatsächlich tun sie das vermutlich mit ihren Software-Updates. Deshalb verrußt auch die Abgasrückführung und der Dieselpartikelfilter ist öfter in der Regeneration.)

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Daniel Blanke 09:5004.03.2018

Hi wenn du nichts mehr zu Essen haben willst kein Thema. Über die hälfte der aktuell zugelassenen Lkw hat keine Euro 5 Norm, von den Dieselloks bei der Bahn die zum Teil älter als 30 Jahre sind mal von abgesehen. Ich als Dieselfahrer mit einen 5 Jahre alten Auto werde daher klagen wenn Fahrzeuge mit gleichen Schadstoffausstoß fahren dürfen und ich nicht. Entweder fahren alle oder keiner.

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Daniela 03:2802.03.2018

https://www.mdr.de/sachsen/dresden/diesel-feinstaub-stickoxid-fraunhofer-100.html Sie scheinen einer der jenigen zu sein, der dieser Hetzkampagne auf den Leim gegangen ist.

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Dieselfan 10:0202.03.2018

Ich nehme mal an, sie fahren keinen Diesel, sonst würden sie so einen Mist nicht schreiben. Nur mal ein Beispiel. 2009 haben wir unter Hinzuziehung der Abwrackprämie ein "sauberes" Dieselfahrzeug, damals Euro 4 gekauft. Und heute ist es eine Dreckschleuder? Übrigens - kein VW, Mercedes oder Audi. Also mal etwas überlegen, bevor sie so einen Unsinn schreiben AliBaba

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