Ordnungswidrigkeiten
  • 31.10.2016
Zusammenfassung:
  • Leichte Verstöße gegen das Verkehrsrecht werden mit Bußgeldern belangt.
  • Bei Gefährdung des Straßenverkehrs gibt es Punkte in Flensburg.
  • Das Punktesystem wurde am 1. Mai 2014 reformiert.
  • Bußgeldkatalog und Bußgeldrechner geben Auskunft über die zu erwartende Strafe.

Bußgeldkatalog regelt die Strafen im Verkehrsrecht

Ordnungswidrigkeiten
  • Taria Rittinghaus
  • 31.10.2016
Zusammenfassung:
  • Leichte Verstöße gegen das Verkehrsrecht werden mit Bußgeldern belangt.
  • Bei Gefährdung des Straßenverkehrs gibt es Punkte in Flensburg.
  • Das Punktesystem wurde am 1. Mai 2014 reformiert.
  • Bußgeldkatalog und Bußgeldrechner geben Auskunft über die zu erwartende Strafe.

Bußgeldkatalog und Bußgeldrechner geben Auskunft darüber, mit welchem Strafmaß beispielsweise bei Überschreitung der Höchstgeschwindigkeit gerechnet werden muss. (Foto: froodmat/photocase)

Eine Ordnungswidrigkeit im Straßenverkehr kann teuer werden – Bußgeldrechner und Bußgeldkatalog geben Auskunft

Ob zu schnelles Fahren, Handy am Steuer oder falsches Parken – für Vergehen im Straßenverkehr muss man je nach Schwere der Tat richtig tief in die Tasche greifen. Der Bußgeldkatalog gibt eine erste Auskunft über die Höhe der zu erwartenden Strafe. Auch gibt es die Möglichkeit, die Folgen seiner Ordnungswidrigkeit durch einen Bußgeldrechner zu ermitteln. Unterschieden wird zwischen Verstößen, die die Verkehrssicherheit nicht direkt gefährden, schweren und groben Ordnungswidrigkeiten sowie Straftaten.

Kostenlose Ersteinschätzung durch einen Anwalt

Einfache Ordnungswidrigkeiten, wie beispielsweise Fahren ohne amtliches Kennzeichen, Missbrauch von Hupe oder Lichthupe, Parken im Halteverbot oder das Befahren einer Umweltzone ohne gültige Umweltplakette, werden ausschließlich mit Bußgeldern bestraft. Schwere oder grobe Ordnungswidrigkeiten, einfache Straftaten sowie Straftaten, die eine Entziehung der Fahrerlaubnis zur Folge haben, werden neben Bußgeldern noch mit Punkten belangt. Im schlimmsten Fall – zum Beispiel bei einer grob fahrlässigen Körperverletzung durch Trunkenheit am Steuer – droht sogar eine Strafverfolgung. Die Höhe aller Sanktionen hängt davon ab, mit welcher Schwere die Verkehrssicherheit beeinträchtigt wurde.

Den Bußgeldkatalog kann man übrigens auch gedruckt kaufen, z.B. bei Amazon *. Sie haben einen Bußgeldbescheid bekommen und wissen nicht, ob er vielleicht fehlerhaft ist? Fordern Sie eine kostenlose Ersteinschätzung an.

Bußgeldrechner gibt direkte Antwort

Wenn man geblitzt wurde, eine rote Ampel überfahren oder im Überholverbot überholt hat, denkt man meist sofort über die Folgen nach. „Wie teuer wird das wohl? Bekomme ich Punkte in Flensburg? Wird mir der Führerschein entzogen?“ Einen ersten Überblick verschafft hier der Bußgeldkatalog. In diesem sind alle Ordnungswidrigkeiten kategorisiert und mit ihren jeweiligen Sanktionen aufgeführt.

Wer gar nicht lange suchen möchte und eine direkte erste Antwort wünscht, nutzt am besten den Bußgeldrechner. Die Nutzung vom Bußgeldrechner ist simpel. Wer beispielsweise zu schnell gefahren und geblitzt worden ist, gibt seine gefahrene Geschwindigkeit sowie die erlaubte Höchstgeschwindigkeit ein. Dann fügt er hinzu, ob er in einer Ortschaft oder außerorts die zulässige Geschwindigkeit überschritten hat und ob er sich noch in der Probezeit befindet. Der Bußgeldrechner ermittelt sofort das zu erwartende Strafmaß. Möchte man einem späteren Bußgeldbescheid widersprechen, muss dies schriftlich erfolgen.

Wer die Verkehrssicherheit und andere Teilnehmer gefährdet, wird nicht nur mit einem Bußgeld belangt, sondern erhält auch Punkte in Flensburg.
Wer die Verkehrssicherheit und andere Teilnehmer gefährdet, wird nicht nur mit einem Bußgeld belangt, sondern erhält auch Punkte in Flensburg. (Foto: coresince84/photocase)

Der Bußgeldkatalog informiert über die zu erwartenden Punkte

Die Punkte in Flensburg sind eine Art verkehrserzieherische Maßnahme. Verkehrsteilnehmer sollen durch sie daran gehindert werden, Ordnungswidrigkeiten zu begehen. Dadurch soll nicht nur die eigene Gefährdung im Straßenverkehr, sondern insbesondere auch die der anderen Teilnehmer minimiert werden.

Für jeden groben Verstoß, der die Verkehrssicherheit beeinträchtigt, gibt es unterschiedlich viele Punkte. Für schwere Ordnungswidrigkeiten, die mit einem Bußgeld von mehr als 60 Euro belangt werden, erhält man einen Punkt. Ausnahme: Das Bußgeld beträgt mehr als 60 Euro, die Straßensicherheit wurde jedoch nicht beeinträchtigt (zum Beispiel Fahren ohne Umweltplakette).

Zwei Punkte bekommt man für grobe Ordnungswidrigkeiten und einfache Straftaten (beispielsweise Drogenschmuggel mit dem Pkw), die mit oder ohne Fahrerlaubnisentzug bestraft werden können. Vergehen, die drei Punkte zur Folge haben, sorgen auch immer für den Entzug der Fahrerlaubnis. Sie gelten als schwere Straftaten. Beispiel: eine Straßenverkehrsgefährdung unter starkem Alkoholeinfluss.

Reformierter Bußgeldkatalog – was bedeutet das für den Fahrer?

Seit dem 1. Mai 2014 gelten ein reformierter Bußgeldkatalog sowie ein neues Punktesystem. Das hat sich geändert:

  • Die Gesamtpunktzahl von ehemals 18 Punkten ist auf lediglich acht Punkte reduziert worden.
  • Vergehen werden nun stärker nach ihrer Schwere, beziehungsweise der Gefährdung der Verkehrssicherheit geahndet.
  • Jeder Verstoß wird einzeln getilgt. Die vorherigen Punkte werden bei neuen Verstößen also nicht wieder mit voller Tilgungszeit aufsummiert.
  • Sofern die Gesamtpunktzahl fünf Punkte nicht überschritten hat, kann durch eine freiwillige Teilnahme an einem Fahreignungstraining ein Punkt abgebaut werden. Allerdings kann diese Maßnahme nur alle fünf Jahre durchgeführt werden.
  • Getilgt werden Ordnungswidrigkeiten mit einem Punkt in zweieinhalb Jahren, grobe Ordnungswidrigkeiten mit zwei Punkten in fünf Jahren sowie Straftaten mit erfolgtem Fahrverbot und fünf Punkten in zehn Jahren.
  • Der Punkteeintrag wird auf den Tattag datiert. Dadurch können keine Punkte mehr „verschleppt“ werden, um Tilgungsfristen der zuvor gesammelten Punkte auslaufen zu lassen.

Bei einem bis drei gesammelten Punkten erfolgt in Flensburg lediglich eine Vormerkung. Bei vier bis fünf Punkten wird der Fahrer gebührenpflichtig ermahnt und zur Änderung seines Fahrverhaltens aufgefordert. Sechs bis sieben Punkte haben eine kostenpflichtige Verwarnung zur Folge. Das Höchstmaß sind acht Punkte, bei denen die Fahrerlaubnis entzogen wird. In der Regel folgt danach eine Sperrfrist von mindestens sechs Monaten, in denen keine neue Fahrerlaubnis beantragt werden kann. Vor Wiedererlangen der Fahrerlaubnis muss eine Eignung für den Straßenverkehr durch die MPU (medizinisch-psychologische Untersuchung) nachgewiesen werden.

Sie haben einen Bußgeldbescheid bekommen und wissen nicht, ob er vielleicht fehlerhaft ist? Fordern Sie eine kostenlose Ersteinschätzung an.

Quelle: BAK

 

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Tipps:
  • Halten Sie sich an die Straßenverkehrsordnung, um sich und andere Verkehrsteilnehmer nicht zu gefährden.
  • Sollten Sie dennoch eine Ordnungswidrigkeit begangen haben, geben Ihnen der Bußgeldkatalog sowie der Bußgeldrechner erste Informationen über das zu erwartende Strafmaß.
  • Wenn Sie höchstens fünf Punkte in Flensburg haben, können Sie einen davon durch eine freiwillige Teilnahme an einem Fahreignungstraining tilgen.
  • Bei schweren Verstößen gegen die Straßenverkehrsordnung empfiehlt es sich immer, einen Anwalt zu nehmen.

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