Führerschein
  • 02.11.2016
Zusammenfassung:
  • Ein Fahrverbot kann über einen oder für drei Monate verhängt werden.
  • Ersttäter haben die Möglichkeit, den Führerscheinentzug für vier Monate zu schieben.
  • Wer trotz Fahrverbot fährt, riskiert den Entzug der Fahrerlaubnis sowie eine Freiheitsstrafe.

Wie man Fahrverbote umgehen oder verschieben kann

Führerschein
  • Taria Rittinghaus
  • 02.11.2016
Zusammenfassung:
  • Ein Fahrverbot kann über einen oder für drei Monate verhängt werden.
  • Ersttäter haben die Möglichkeit, den Führerscheinentzug für vier Monate zu schieben.
  • Wer trotz Fahrverbot fährt, riskiert den Entzug der Fahrerlaubnis sowie eine Freiheitsstrafe.

Wer mit mehr als 0,5 Promille Alkohol im Blut erwischt wird, muss seinen Führerschein für mindestens einen Monat abgeben. (Foto: perfectlab/fotolia)

Ein Fahrverbot ist für jeden Autofahrer ein großes Ärgernis

Ein Führerscheinentzug erfolgt dann, wenn die begangene Ordnungswidrigkeit ein grober Verstoß ist, der nicht nur mit Bußgeldern oder Punkten belangt wird. Für gewöhnlich greift das Fahrverbot bei einem Delikt, für das es zwei Punkte in Flensburg gibt. Die Dauer des Führerscheinentzuges wird jedoch nicht nach Punkten, sondern individuell nach der begangenen Tat bemessen.

Grundsätzlich gilt laut Bußgeldkatalog: Drogendelikte, ein Verstoß gegen die Promillegrenze von 0,5 sowie eine Geschwindigkeitsüberschreitung innerorts von mehr als 31 km/h und außerorts von mehr als 41 km/h, haben einen Führerscheinentzug von einem Monat zur Folge. Das Fahrverbot ist eine verkehrserzieherische Maßnahme. Sie führt bei den Betroffenen meist zur sofortigen Einsicht und zu einem geänderten Verhalten im Straßenverkehr.

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In der Regel dauert das Fahrverbot einen bis drei Monate. In ganz schwerwiegenden Fällen kann sogar die Fahrerlaubnis entzogen werden. Damit erlischt dauerhaft die Erlaubnis, einen PKW oder andere Fahrzeuge zu führen. Einen Antrag auf eine erneute Fahrerlaubnis kann der Betroffene erst nach einer sogenannten Sperrfrist stellen. Häufig ist diese Genehmigung an eine Maßnahme – wie zum Beispiel eine medizinisch-psychologische Untersuchung – geknüpft.

Fahrverbot umgehen – gibt es Chancen?

Ein Führerscheinentzug stellt nahezu jeden Autofahrer vor eine große Herausforderung. Ob Fahrten zur Arbeit, Einkaufen oder die Kinder, die zur Schule, in den Kindergarten oder zum Sport gebracht werden müssen – ohne Auto geht es vor allem in den ländlichen Gegenden fast gar nicht. Viele fragen sich deshalb, ob man ein Fahrverbot umgehen kann.

Eine Möglichkeit, das Fahrverbot zu vermeiden, ergibt sich, wenn die Behörde bei der Erfassung der Ordnungswidrigkeit einen Fehler gemacht hat. Wurde man geblitzt, kann es beispielsweise sein, dass das Radar nicht ordnungsgemäß eingestellt war oder dass die Geschwindigkeitsüberschreitung an einer unzulässigen Stelle erfasst wurde. Außerdem kann es teilweise zu Fehlmessungen kommen, wenn mehrere Fahrzeuge dicht nebeneinander fahren.

Ansonsten sind die Aussichten, das Fahrverbot umgehen zu können, aber eher gering. Eine Chance hat man nur dann, wenn man dem Richter glaubhaft machen kann, dass der Führerscheinentzug eine sogenannte unzumutbare Härte darstellt. Diese ist gegeben, wenn die wirtschaftliche Existenz von der Fahrerlaubnis abhängt. Zum Beispiel ein Fernfahrer: Ein LKW Fahrverbot würde sein berufliches Aus bedeuten. Jedoch nur wenn daraus resultierend seine komplette Existenz auf dem Spiel stehen würde, hätte er eine Chance, das Verbot zu umgehen.

Wer sein Fahrverbot in ein Bußgeld umwandeln möchte, muss triftige Gründe vorbringen können und dementsprechende Beweise liefern. Beispielsweise eine schriftliche Bestätigung von seinem Chef, dass bei Führerscheinentzug der Job-Verlust droht. Förderlich ist es zudem, wenn man Ersttäter ist, keine Punkte in Flensburg hat und es sich nicht um ein alkoholbedingtes Fahrverbot handelt. In jedem Fall ist es ratsam, sich einen Anwalt zur Hilfe zu nehmen, wenn man gegen den Führerscheinentzug angehen möchte. Hier gibt es eine kostenlose Ersteinschätzung.

Wenn aufgrund des Führerscheinentzugs, beispielsweise bei Lkw-Fahrern, ein Job- und somit Existenzverlust droht, kann das Fahrverbot unter Umständen in ein Bußgeld umgewandelt werden.
Wenn aufgrund des Führerscheinentzugs, beispielsweise bei Lkw-Fahrern, ein Job- und somit Existenzverlust droht, kann das Fahrverbot unter Umständen in ein Bußgeld umgewandelt werden. (Foto: bernardbodo/fotolia)

Führerscheinentzug verschieben

Üblicherweise können Ersttäter das Fahrverbot verschieben. Als Ersttäter gelten Fahrer, denen in den vergangenen zwei Jahren kein Führerschein entzogen wurde. Innerhalb einer viermonatigen Frist können diese den Monat oder die Monate auswählen, in denen sie den Führerschein abgeben möchten. Dadurch ist gewährleistet, dass die Betroffenen ausreichend Zeit haben, sich um Fahrgemeinschaften zu kümmern oder für den Zeitraum Urlaub buchen zu können.

Das Fahrverbot ist rechtskräftig, wenn man nicht binnen zwei Wochen nach Erhalt des Bußgeldbescheides Einspruch eingelegt hat. Nach diesem Zeitraum muss der Führerschein abgegeben werden. Möglich ist das sowohl per Post als auch persönlich bei der Behörde, die den Bußgeldbescheid verschickt hat. Sobald der Führerschein dort angekommen ist, gilt das Fahrverbot.

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Ein einmonatiges Fahrverbot, das beispielsweise am 4. Oktober beginnt, endet am 3. November. Grundlage für die Berechnung sind die tatsächlichen Monate, nicht die Anzahl der Tage oder vollen Wochen. Deshalb empfiehlt es sich – sofern möglich – das Fahrverbot auf die kürzeren Monate oder gar in den Februar zu legen.

Wer trotz eines Führerscheinentzuges hinter das Steuer steigt und Auto fährt, begeht eine Straftat nach dem Straßenverkehrsgesetz (StVG). Bei Fahrverbot Missachtung muss mit einer Geldstrafe oder sogar einer Freiheitsstrafe von bis zu einem Jahr gerechnet werden. Zudem kann das Fahrverbot verlängert oder in einen Fahrerlaubnisentzug umgewandelt werden. Das gilt auch, wenn man zusätzlich einen ausländischen Führerschein besitzt und diesen dann nutzt. Ebenso ist das Fahren ohne Führerschein im Ausland verboten.

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Tipps:
  • Wenn Sie Ersttäter sind, können Sie das Fahrverbot schieben.
  • Legen Sie es in Ihre Urlaubszeit oder in die kürzeren Monate des Jahres.
  • Eventuell haben Sie eine Chance, das Fahrverbot in ein Bußgeld umzuwandeln. Lassen Sie Ihre Situation und Möglichkeiten von einem Anwalt prüfen.
  • Sollte Ihnen der Führerschein entzogen worden sein, fahren Sie kein Kraftfahrzeug, denn dann könnte Ihnen sogar eine Freiheitsstrafe drohen.

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