Ordnungswidrigkeiten
  • 18.11.2016
Zusammenfassung:
  • Promillegrenzen werden in drei Bereiche unterteilt: unter 0,5 Promille, zwischen 0,5 und 1,1 Promille sowie über 1,1 Promille.
  • Zwischen 0,3 und 0,5 Promille kann bei einem Unfall eine Straftat vorliegen.
  • Auch für geringste Verstöße folgen hohe Bußgelder.

Bei Alkohol am Steuer gibt es drei wichtige Promillegrenzen

Ordnungswidrigkeiten
  • Katrin Wolff
  • 18.11.2016
Zusammenfassung:
  • Promillegrenzen werden in drei Bereiche unterteilt: unter 0,5 Promille, zwischen 0,5 und 1,1 Promille sowie über 1,1 Promille.
  • Zwischen 0,3 und 0,5 Promille kann bei einem Unfall eine Straftat vorliegen.
  • Auch für geringste Verstöße folgen hohe Bußgelder.

Wird bei einer Alkohol-Kontrolle ein Promillewert zwischen 0,5 und 1,1 Promille gemessen, ruft der Bußgeldkatalog ein Bußgeld, Punkte und Fahrverbot auf. (Foto: benjaminnolte/fotolia)

Strafen bei Trunkenheit fallen oft sehr hoch aus, vor allem wenn ein Unfall verursacht wird

Für die Regelungen zu Alkohol am Steuer und den dazugehörigen Promillegrenzen muss zwischen Ordnungswidrigkeiten und Straftaten unterschieden werden. Ordnungswidrigkeiten sind in der Straßenverkehrsordnung geregelt. Die Folgen, wie Bußgelder, Punkte in Flensburg oder Fahrverbote, stehen im Bußgeldkatalog. Überschreitet der Autofahrer allerdings eine gewisse Alkoholgrenze, begeht er nicht nur eine Ordnungswidrigkeit, sondern sogar eine Straftat. Diese sind dann im Strafgesetzbuch festgelegt und können Geldstrafe oder Freiheitsstrafe zur Folge haben.

Die Promillegrenzen im Bußgeldkatalog können in drei große Abschnitte aufgeteilt werden: Die Promillegrenze unter 0,5 Promille, bei der es nicht in jedem Fall zu einer Bestrafung kommt, die Promillegrenze der relativen Fahruntüchtigkeit von mehr als 0,5 Promille und die der absoluten Fahruntüchtigkeit von mehr als 1,1 Promille.

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Führerscheinentzug wegen Überschreitung der Promillegrenze

Bei weniger als 0,5 Promille stellt die Teilnahme am Straßenverkehr in Deutschland grundsätzlich keine Ordnungswidrigkeit oder Straftat dar. Etwas anderes gilt, wenn der Fahrer alkoholbedingte Ausfallerscheinungen zeigt, etwa Schlangenlinien fährt, oder unter Alkoholeinfluss einen Unfall baut. Dann kann bereits bei einem Wert von 0,3 Promille eine Straftat vorliegen.

Ansonsten gilt für Alkohol am Steuer grundsätzlich: innerhalb der Promillegrenze von 0,5 bis 1,09 Promille liegt die relative Fahruntüchtigkeit vor. Solange keine alkoholbedingten Ausfallerscheinungen auftreten, handelt es sich bei diesem Vergehen um die Ordnungswidrigkeit Trunkenheit. Die Folgen sind im Bußgeldkatalog geregelt und richten sich nach der Häufigkeit des Verstoßes durch Alkohol am Steuer:

  • Beim ersten Mal mit Alkohol am Steuer muss der Fahrer mit 500 Euro Bußgeld, zwei Punkten und einem Monat Fahrverbot rechnen.
  • Bei der zweiten Auffälligkeit wegen Alkohol am Steuer folgen bereits 1000 Euro, zwei Punkte und zwei Monate Fahrverbot.
  • Wird ein Fahrer ein drittes Mal mit Alkohol am Steuer erwischet, folgen neben 1500 Euro und zwei Punkten sogar drei Monate Fahrverbot.
Wenn bei Alkohol am Steuer ein Unfall wegen Ausfallerscheinungen wie Schlangenlinien fahren oder Müdigkeit passiert, kann schon ab 0,3 Promille eine Straftat vorliegen. (Foto: pathdoc/fotolia)
Wenn bei Alkohol am Steuer ein Unfall wegen Ausfallerscheinungen wie Schlangenlinien fahren oder Müdigkeit passiert, kann schon ab 0,3 Promille eine Straftat vorliegen. (Foto: pathdoc/fotolia)

Strafen, Trunkenheit, Führerscheinentzug, Bußgeldkatalog

Bei mehr als 1,1 Promille liegt die absolute Fahruntüchtigkeit vor. Der Fahrer muss keine alkoholbedingten Ausfallerscheinungen mehr zeigen, um sich bei der Überschreitung der Promillegrenze strafbar zu machen. Ihm drohen sehr hohe Bußgelder, drei Punkte in Flensburg, der Trunkenheit Führerscheinentzug und eine Sperrfrist zur Wiedererlangung des Führerscheins von mindestens sechs Monaten. Im schlimmsten Fall kann sogar eine Freiheitsstrafe von bis zu fünf Jahren verhängt werden.

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Begeht man eine Fahrt mit mehr als 1,6 Promille oder wird man häufiger mit Alkohol am Steuer erwischt, wird eine Medizinisch-Psychologische-Untersuchung (MPU) angeordnet. Der Fahrer soll innerhalb der MPU auf seine Eignung ein Fahrzeug zu führen, überprüft werden. Durch einen größeren Test, der aus vier Teilbereichen besteht, wird gecheckt, ob dem Fahrer nach Ablauf der Sperrfrist die Fahrerlaubnis wieder erteilt werden kann. Die MPU kann unter anderem bei der DEKRA e.V., IBBK GmbH oder dem TÜV absolviert werden. Der Ablauf einer MPU ist genau geregelt und besteht aus vier Teilbereichen: eine schriftliche Befragung, eine medizinische Untersuchung, ein Leistungstest und eine psychologische Untersuchung. Der Fahrer wird zu seinem Lebenslauf und dem Untersuchungsanlass befragt. Es werden ein Bluttest zur Überprüfung weiteren Alkoholgenusses durchgeführt und innerhalb des Leistungstests Reaktions- und Konzentrationsvermögen überprüft. Im letzten Teilbereich – der psychologischen Untersuchung – erfolgt ein Check, ob die Person psychisch in der Lage ist, (wieder) ein Fahrzeug zu führen.

Quelle: Bußgeldkatalogverordnung, StGB

Den Bußgeldkatalog kann man übrigens auch gedruckt kaufen, z.B. bei Amazon *. Außerdem gibt es bei Amazon auch Bücher zur Vorbereitung auf die MPU *.

 

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Tipps:
  • Zwar liegt grundsätzlich unter der Promillegrenze von 0,5 Promille noch kein Verstoß vor. Geschieht jedoch ein Unfall sind die Folgen enorm. Fahren Sie nie unter Alkoholeinfluss.
  • Sind Sie bereits mit Alkohol am Steuer auffällig geworden, sollten Sie noch vorsichtiger sein. Die Folgen verschlimmern sich für Wiederholungstäter.
  • Müssen Sie zur MPU, sollten Sie sich sehr gut auf die verschiedenen Tests vorbereiten. Die Durchfallquote beträgt etwa 50 Prozent.

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