Welche Pflichtversicherungen gibt es in Deutschland?
- In Deutschland gibt es einige Pflichtversicherungen, deren Abschluss Ihnen gesetzlich vorgeschrieben ist.
- Dies gilt zum Beispiel für die Krankenversicherung.
- Andere Versicherungen müssen Sie abschließen, wenn Sie zu dem Kreis der Verpflichteten gehören (Als Autohalter benötigen Sie zum Beispiel eine Kfz-Versicherung).
In Deutschland, dem Land der Regeln und Vorschriften, gibt es einige Versicherungen, die Sie als deutscher Staatsbürger abschließen müssen. Sie werden als Pflichtversicherungen bezeichnet und sind gesetzlich vorgeschrieben. Dies dient in erster Linie dem Schutz des Versicherten selbst, aber oft auch dem Schutz der Menschen, mit denen er in Berührung kommt. Der Gedanke hinter den Pflichtversicherungen ist stets der gleiche: Kommt es zu einem Schaden, kann dieser so hoch sein, dass er zum finanziellen Ruin des Betroffenen führen würde.
Um die Deutschen davor zu schützen, müssen sie Versicherungen abschließen, die in dem Fall einspringen. Das ist aber auch für andere Menschen gut: Denn richtet ein Fremder bei Ihnen versehentlich einen hohen Schaden an, ist nicht immer gewährleistet, dass er ihn auch bezahlen kann. Da Sie Ihren Schadensersatz von seiner Versicherung erhalten, ist Ihr Schuldner ein großes und liquides Unternehmen, was Sie als Gläubiger gleich deutlich besser stellt.
Krankenversicherung
Die wohl bekannteste Pflichtversicherung in Deutschland ist die Krankenversicherung. Ob gesetzlich oder privat – jeder deutsche Staatsbürger muss bei einer Krankenkasse versichert sein, an die er sich im Falle von Arztbesuchen, Medikamentenrechnungen oder Krankenhausaufenthalten wenden kann. Wer jung und bei bester Gesundheit ist, mag die teils hohen Beitragszahlungen als unnötig empfinden. Wenn sich mit fortschreitendem Alter die Zahl der Arztbesuche und Eingriffe aber steigern, sieht das plötzlich schon anders aus.
Insbesondere bei Operationen, die sich samt Krankenhausaufenthalt schnell auf fünfstellige Summen belaufen können, zeigt sich, wie wertvoll die Krankenversicherung ist. Und da viele medizinische Eingriffe auch nicht unbedingt vorhersehbar sind, können die Betroffenen meist auch nicht angemessen darauf hin sparen.
Aber die Pflichtversicherung bei der Krankenkasse erfüllt im Alltag einen unscheinbareren, aber deutlich häufigeren Zweck: Wäre niemand krankenversichert, würden die meisten Menschen deutlich seltener zum Arzt gehen. So kämen sie nicht mehr in den Genuss wichtiger Vorsorgeuntersuchungen oder kleinerer Behandlungen, die verhindern, dass größere Eingriffe notwendig werden. Die Krankenversicherung hebt damit das gesundheitliche Niveau in der Gesellschaft an und ist damit eine wichtige Pflichtversicherung.
Haftpflicht für Fahrzeuge
Die Fahrzeughaftpflicht ist eine weitere Pflichtversicherung in Deutschland. Sie muss anders als die Krankenversicherung aber nicht von ausnahmslos jedem abgeschlossen werden, sondern nur von den Menschen, die ein entsprechendes Fahrzeug halten. Versichert werden müssen Autos und Motorräder, aber auch E-Scooter. Die Kfz-Haftpflicht kommt für Schäden (Sachschäden und Personenschäden) auf, die Sie mit dem versicherten Fahrzeug verursachen.
Tierhalter-Haftpflicht
Noch eine Versicherung, die nur die Halter von etwas abschließen müssen, ist die Tierhalter-Haftpflichtversicherung. Sie müssen Sie als Halter eines Tieres abschließen, denn auch ein noch so gut erzogener Hund kann erhebliche Schäden anrichten. Da die Tierhalterversicherung von den Bundesländern geregelt wird, hängt es von Ihrem Wohnort und Ihrer Hunderasse ab, ob Sie sie abschließen müssen oder nicht. Sie ist nämlich nicht in jedem Bundesland Pflicht.
Berufshaftpflicht
Schließlich müssen einige Berufsgruppen die Berufshaftpflichtversicherung abschließen. Sie zählt für die Berufe zu den Pflichtversicherungen, die mit einem besonderen Risiko einhergehen und gilt deshalb zum Beispiel für Ärzte oder Apotheker.





