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Welche Anforderungen muss eine Freilandhaltung erfüllen?

Freilandeier – wie werden die Hühner gehalten?
2. April 2024
  • Ob ein Ei aus Freilandhaltung stammt, können Sie anhand eines Stempels erkennen, der auf jedes einzelne Ei gedruckt wird. Im Falle der Freilandhaltung ist die erste Ziffer des Codes eine Eins.
  • In der Freilandhaltung dürfen sich Hühner tagsüber im Auslauf bewegen und müssen nur nachts zurück in den Stall.
  • Im Auslauf müssen ganze vier Quadratmeter pro Tier vorhanden sein, im Stall dürfen hingegen die gleichen Bedingungen wie in der Bodenhaltung herrschen.

Eier aus Freilandhaltung gehören zu den meistverkauften Varianten. Die Haltungsform klingt vielversprechend, natürlich und artgerecht. Aber was genau bedeutet eigentlich Freilandhaltung? Und wie unterscheiden sich Freilandeier zum Beispiel von Bio-Eiern?

Freilandhaltung Definition

Freilandhaltung bedeutet nicht – so romantisch der Begriff auch klingen mag – dass die Hühner 24/7 auf einer großräumigen Wiese inmitten der Natur leben dürfen. Auch sie müssen ab und an mal in Ställe – allerdings nur nachts. Tagsüber erhalten sie hingegen Zugang zum Auslauf im Freien und können sich dort wenigstens etwas bewegen. Aber auch hier ist der Platz nicht unendlich: Ca. 4 Quadratmeter müssen pro Tier eingeplant werden.

Obwohl Hühner in Freilandhaltung ein deutlich besseres Leben als in Bodenhaltung führen, gibt es noch einige Gemeinsamkeiten. In den Ställen, in denen die Tiere die Nacht verbringen, herrschen die gleichen Bedingungen wie in Bodenhaltung. Und auch der Auslauf klingt meist besser, als er ist, denn Hühner nutzen ihn nur dann, wenn sie hier genug Unterschlupfmöglichkeiten vorfinden. Andernfalls bleiben sie lieber im Stall.

Woran erkennen Sie Eier aus Freilandhaltung?

Ob die Eier, die Sie kaufen möchten, aus Freilandhaltung stammen, verrät Ihnen bereits ein Blick auf die Verpackung. Ist diese Information nicht verfügbar oder kaufen Sie lieber verpackungslos ein, gibt auch der Code auf dem Ei Aufschluss über die Art der Haltung. Hierbei ist die erste Zahl entscheidend: Handelt es sich um Freilandeier, steht hier eine Eins.

Eier aus Freilandhaltung – besser als Bodenhaltung, aber kein Bio

In der Freilandhaltung werden Hühner artgerechter als in der Bodenhaltung gehalten. Sie haben Auslauf und können sich in einem deutlich größeren Raum bewegen. Noch besser geht es den Tieren hingegen in der Biohaltung, in der sich noch weniger Hühner einen Quadratmeter teilen müssen.

Ein weiterer Unterschied zwischen Freilandhaltung und Bio ist die Form der Ernährung der Tiere. In der Freilandhaltung muss kein Bio-Futter verwendet werden, was schon zu manchen Skandalen geführt hat. Beim sogenannten Eierdioxin-Skandal stellte sich zum Beispiel heraus, dass Hühnern Futter verabreicht wurde, das technische Fette (unter anderem aus der industriellen Dieselproduktion) enthielt.

Freilandeier sind ethisch sicherlich besser als solche aus Boden- oder Käfighaltung. Trotzdem kommen in der Freilandhaltung immer noch äußerst umstrittene Praktiken zum Einsatz: Das sogenannte „Küken-Schreddern“ dient der Entsorgung männlicher Küken direkt nach dem Schlüpfen. Sie sind nämlich für die Mast unrentabel, wenn sie alleine auf Legeleistung züchtet.

Diese Art der „Entsorgung“ von männlichen Küken kommt übrigens – zur Überraschung vieler Verbraucher – selbst auf Biohöfen zum Einsatz. Möchten Sie diese Praktik nicht unterstützen, können Sie beim Kauf speziell auf einen Hinweis achten, dass männliche Küken nicht getötet werden. Sie werden beispielsweise bei der sogenannten „Bruderhahn-Initiative“ verschont, die in der Regel auf der Verpackung der Eier ausgewiesen wird.

Autor

Lisa hat Jura studiert und ist seit ihrem ersten Examen neben ihrem Master of Laws (LL.M.) als freiberufliche Autorin tätig. Schon seit Jahren schreibt sie juristische Beiträge für verschiedene Blogs, Kanzleien und Unternehmen.

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