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Wann haftet der Kreditvermittler?

Kreditmittlerhaftung
7. Mai 2024
  • Der Kreditvermittler haftet nicht für falsche Informationen in den Vertragsunterlagen. Dafür ist allein Ihr Vertragspartner – also das Kreditinstitut – verantwortlich.
  • Macht der Kreditmakler aber selbst falsche Versprechungen, die nicht von der Bank veranlasst wurden, können Sie dafür von ihm Schadensersatz verlangen, wenn Ihnen dadurch Mehrkosten entstanden sind.

Der Entschluss ist gefasst: Sie möchten sich endlich Ihren Traum vom Eigenheim erfüllen und dafür einen Kredit aufnehmen. Bei einer schnellen Recherche stellen Sie fest, dass unzählige Banken und Geldgeber geradezu darum werben, Ihnen Geld leihen zu dürfen. Ein Vergleich gestaltet sich aber umso schwerer, denn im Kleingedruckten verstecken sich unterschiedliche Bedingungen, Laufzeiten und Zinssätze.

Aus der Sorge, an einen unseriösen Kreditgeber zu geraten, wenden Sie sich lieber an einen Kreditvermittler. Schließlich ist er der Experte und wird Ihnen im Dschungel der Geldgeber schon das beste Angebot heraussuchen können. Wenn aber gerade dieser Kreditmakler Sie falsch, unzureichend oder irreführend berät, kann das weitreichende Folgen haben. Im besten Fall erhalten Sie dann “nur” ein schlechtes Angebot – im schlimmsten Fall tragen Sie über Jahre oder gar Jahrzehnte höhere Kosten als die, mit denen Sie gerechnet haben. Unter Umständen kommt dann aber eine Haftung des Kreditvermittlers in Betracht.

Wer haftet für falsche Angaben im Kreditvertrag?

Der Kreditmakler bzw. Kreditvermittler gibt Ihnen nicht selbst Geld. Er stellt lediglich den Kontakt zwischen Ihnen und dem Kreditinstitut her, mit dem Sie auch den Kreditvertrag abschließen. Der Kreditmakler wird also nicht selbst Vertragspartei.

Deshalb ist seine Haftung grundsätzlich stark beschränkt: Finden Sie in den Vertragsunterlagen falsche, fehlende oder irreführende Angaben, müssen Sie sich an die Bank wenden, die Ihnen den Kredit ausgezahlt hat. Denn sie ist der Vertragspartner und somit auch für die Unterlagen – und deren Richtigkeit – zuständig. Der Kreditvermittler erhält die vertraglichen Informationen lediglich vom Kreditinstitut und reicht sie an Sie weiter. Deshalb finden Sie regelmäßig entsprechende Haftungsausschlüsse in den Allgemeinen Geschäftsbedingungen (AGB) von Online-Kreditvermittlungen.

Wofür haftet der Kreditvermittler?

Die Haftung des Kreditvermittlers kann aber dann gegeben sein, wenn er selbst falsche Angaben macht, die so nicht in den Vertragsbedingungen stehen und zu denen er auch nicht anderweitig von dem Kreditinstitut veranlasst wurde.

Anders ausgedrückt: Der Kreditmakler bespricht mit Ihnen in der Regel die Bedingungen verschiedener Banken und hilft Ihnen dabei, das für Sie beste Angebot zu finden. Gibt er dabei lediglich die Informationen wieder, die er selbst aus den Vertragsunterlagen entnommen hat, muss er für etwaige Falschangaben keine Verantwortung tragen.

Macht der Kreditmakler Ihnen aber falsche Versprechungen und stellt Angebote besser dar, als sie tatsächlich sind, können Sie ihn dafür in die Haftung nehmen. Prüfen Sie also immer zunächst, ob die falsche oder irreführende Information von Seiten der Bank und vom Kreditvermittler gekommen ist. Finden Sie die Aussagen des Maklers in der Form nicht in den Vertragsunterlagen wieder, können Sie sich bezüglich der Haftung an ihn wenden.

Haftung des Kreditmaklers – so gehen Sie vor

Hat Ihr Kreditvermittler falsche Angaben gemacht, woraufhin Ihnen höhere Kosten entstanden sind, können Sie von ihm Schadensersatz fordern. Hierfür müssen Sie allerdings nachweisen, dass und welche Falschinformationen der Kreditmakler Ihnen gegeben hat. Deshalb sollten Sie idealerweise ausschließlich schriftlich mit ihm kommunizieren oder sich zumindest alle relevanten Informationen schriftlich noch einmal bestätigen lassen. Setzen Sie sich auch mit der Bank in Verbindung und klären Sie ab, ob es sich tatsächlich um falsche Angaben handelt, bevor Sie rechtliche Schritte einleiten. Auch die Antwort der Bank sollten Sie schriftlich vorliegen haben.

Autor

Lisa hat Jura studiert und ist seit ihrem ersten Examen neben ihrem Master of Laws (LL.M.) als freiberufliche Autorin tätig. Schon seit Jahren schreibt sie juristische Beiträge für verschiedene Blogs, Kanzleien und Unternehmen.

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