Zusammenfassung:
  • In den meisten Fällen richtet sich der Urlaub nach dem Bundesurlaubsgesetz (BUrlG).
  • Wenn die Resturlaubstage nicht vollständig genommen werden können, müssen die Urlaubstage ausgezahlt werden.
  • Ein Fachanwalt für Arbeitsrecht kann Sie bei ausstehender Zahlung unterstützen.

Urlaubsanspruch bei Kündigung

Zusammenfassung:
  • In den meisten Fällen richtet sich der Urlaub nach dem Bundesurlaubsgesetz (BUrlG).
  • Wenn die Resturlaubstage nicht vollständig genommen werden können, müssen die Urlaubstage ausgezahlt werden.
  • Ein Fachanwalt für Arbeitsrecht kann Sie bei ausstehender Zahlung unterstützen.

Wenn die Resturlaubstage nicht vollständig genommen werden können, müssen die Urlaubstage ausgezahlt werden.

Trotz der stetig sinkenden Arbeitslosenquote in Deutschland steht die Beendigung des Arbeitsverhältnisses auf der Tagesordnung. Meist laufen befristete Verträge aus oder der Arbeitnehmer entscheidet sich für einen Jobwechsel.

Problematisch wird es bei der Kündigung. Während das Kündigungsschutzgesetz sowohl den Arbeitnehmer als auch Arbeitgeber bei diesem Prozess schützt, bleibt häufig der gesetzlich vorgeschriebene Urlaubsanspruch zu klären. Schließlich hat jeder Arbeitnehmer das Recht auf bezahlten Urlaub. Laut Bundesurlaubsgesetz (BUrlG) sind bei einer Fünf-Tage-Woche dafür beispielsweise 20 Werktage eingeräumt, solange keine tariflichen Sondervereinbarungen getroffen wurden. Auch Mitarbeiter in der Probezeit haben einen anteiligen Urlaubsanspruch! Erfahren Sie in unserem Beitrag zum Urlaubsanspruch mehr darüber.

In diesem Artikel erfahren Sie, was bei einer Kündigung mit dem Resturlaub passiert, wie sich die Auszahlung des Resturlaubes berechnet und was bei einer Kündigung während des laufenden Kalenderjahres passiert

Was passiert bei einer Kündigung mit dem Resturlaub? 

In den meisten Fällen richtet sich der Urlaub nach dem Bundesurlaubsgesetz (BUrlG). Grundsätzlich muss der Resturlaub bis zum Ende der Anstellung genommen werden. 

Es kann aber passieren, dass aus betrieblichen Gründen (Personalmangel, saisonale Arbeitssteigerung, langwierige Krankheiten des Personals usw.) die Resturlaubstage nicht vollständig genommen werden oder (dass die restlichen Urlaubstage) den kompletten Urlaubsanspruch nicht abdecken können. Letzteres kommt häufig bei fristlosen Kündigungen vor. In diesem Fall müssen die Urlaubstage ausgezahlt werden – auch, wenn der Arbeitnehmer das Arbeitsverhältnis kündigt. 

Was ist, wenn weniger Arbeitstage bleiben, als Resturlaub und Überstunden zur Verfügung stehen? 

Wenn die Zeit bis zum Ausscheiden aus dem Arbeitsverhältnis nicht ausreicht, um den kompletten Resturlaub abzubauen, besteht ein Anspruch auf die Auszahlung des Urlaubsentgeltes (§ 7 Abs. 4 BurlG). Der Abgeltungsanspruch entsteht dabei nur, wenn der Urlaub bei Fortbestehen des Arbeitsverhältnisses vom Arbeitnehmer noch hätte genommen werden können. Daraus folgt, dass nicht entscheidend ist, ob die Kündigung durch den Arbeitnehmer oder den Arbeitgeber eingereicht wurde. In unserem Beitrag zur Abmahnung und Kündigung durch den Arbeitgeber erfahren Sie mehr dazu. 

Wie berechne ich den auszuzahlenden Betrag?

Der auszuzahlende Betrag des Urlaubsentgeltes wird über § 11 BurlG geregelt. Die Berechnungsgrundlage ist der durchschnittliche Verdienst der letzten 13 Wochen.

So berechnet sich der auszuzahlende Betrag durch das mathematische Produkt des Bruttogehalts der letzten 13 Wochen und des Resturlaubs in Tagen, dividiert durch die Anzahl der Arbeitstage der letzten 13 Wochen. 

Verdient ein Angestellter beispielsweise 2500 Euro bei 30 Arbeitstagen pro Monat, so berechnet sich der auszuzahlende Betrag für 5 verbleibende Urlaubstage wie folgt:

((2500 € x 13) x 5) : (30 x 13) =

(32.000 x 5) : 390 =

162.500 : 390 = 416,66 €

Bei einem Teilzeitjob gilt die gleiche Berechnungsformel unter Anpassung der Arbeitstage. 

Was passiert, wenn mitten im Jahr gekündigt wird, der Jahresurlaub aber bereits genommen wurde?

In den meisten Fällen richtet sich der Urlaub nach dem Bundesurlaubsgesetz (BUrlG).
In den meisten Fällen richtet sich der Urlaub nach dem Bundesurlaubsgesetz (BUrlG).

Wann und wie Sie Ihre Urlaubstage verteilen, ist eine Sache der Absprache mit dem Arbeitgeber. So können Sie schon in der ersten Jahreshälfte alle Urlaubstage genommen haben. Die einzige Voraussetzung ist, dass Sie zu diesem Zeitpunkt mindestens sechs Monate im Unternehmen tätig waren (§ 4 BurlG). Stichtag ist der 30. Juni. Wenn Sie bis zu diesem Zeitpunkt noch freie Urlaubstage haben, können Sie sich diese auszahlen lassen. Ein Zwölftel des Jahresurlaubs pro Monat können Sie geltend machen, wenn Sie den Urlaub nicht genommen haben. 

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