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Unerwünschte Telefonwerbung – so wehren Sie sich gegen ungewollte Werbeanrufe

Telefonwerbung – was tun?
7. Juni 2024
  • Telefonwerbung ist nur erlaubt, wenn Sie darin explizit eingewilligt haben.
  • Drücken Sie unerwünschte Werbeanrufe am besten sofort weg und melden Sie sie.
  • Geben Sie keine Bankdaten am Telefon von sich preis und schließen Sie während des Anrufs keine Verträge ab.

Ihr Handy klingt und auf dem Display erscheint eine Ihnen unbekannte Nummer – oder noch schlimmer, eine unterdrückte Nummer. Wenn Sie den Anruf annehmen, stellt sich Ihnen ein sehr freundlicher Herr oder eine Dame vor und erklärt, dass er oder sie im Auftrag eines Unternehmens anruft, von dem Sie noch nie etwas gehört haben. Der charmante Anrufer möchte Ihnen unbedingt die neuesten Produkte vorstellen, die Sie definitiv benötigen. Dabei redet er ohne Punkt und Komma und weil Sie höflich sind, unterbrechen Sie ihn nicht, um den Anruf zu beenden.

Aggressive Telefonwerbung kann sehr unangenehm sein und Sie in Ihrem Alltag oder Ihrem Beruf stören. Die Unternehmen sind clever geworden und nutzen dabei immer unterschiedliche Nummern. Blockieren Sie also die eine Nummer, kommt bestimmt bald ein Anruf von einer anderen. Hier lesen Sie, ob Telefonwerbung überhaupt erlaubt ist und was Sie gegen unerwünschte Werbeanrufe tun können?

Telefonwerbung – nicht ohne Ihr Einverständnis

Die gute Nachricht lautet: Nach dem Gesetz gegen unlauteren Wettbewerb (UWG) ist Telefonwerbung verboten, wenn das Unternehmen nicht vorher Ihre Einwilligung eingeholt hat. Die schlechte Nachricht: Viele Firmen werden immer findiger, wenn es darum geht, an diese Einwilligung zu kommen. Schließen Sie zum Beispiel online eine Bestellung ab, müssen Sie dabei diverse Häkchen setzen und zum Beispiel die AGB akzeptieren und der Datenverarbeitung zustimmen. Wenn Sie dabei nicht genau lesen – und genau das tun die meisten nicht – setzen Sie schnell mal ein Häkchen zu viel und willigen in Telefonwerbung ein.

Oder noch raffinierter: Das Häkchen ist bereits gesetzt und Sie müssen es rausnehmen, um so Werbeanrufen zu widersprechen. Firmen wissen genau, dass die meisten Käufer die Texte bestenfalls überfliegen. So sammeln sie reihenweise Einwilligungen, die ihre Kunden eigentlich nicht erteilen wollten.

In jedem Fall ist aber Telefonwerbung verboten, wenn Sie darin nicht vorher eingewilligt haben. Erhalten Sie also Anrufe von einem Unternehmen, mit dem Sie vorher noch nie Kontakt hatten, handelt es sich dabei regelmäßig um unerlaubte Werbeanrufe. Dagegen vorzugehen ist aber gar nicht so einfach: Denn oft nuscheln die Anrufer gerade dann, wenn sie die Firma nennen, für die sie anrufen.

Was tun gegen Telefonwerbung?

Im Falle von unerwünschter Telefonwerbung legen Sie am besten sofort auf. Selbst dann, wenn Sie dran bleiben und sich freiwillig das Angebot anhören (hierzu sind Sie nicht verpflichtet), sollten Sie auf keinen Fall Ihre Bankdaten preisgeben und auch keinen Vertrag schließen. Willigen Sie in nichts ein und achten Sie darauf, was Sie sagen – denn bereits ein bloßes “Ja” kann zu einer vertraglichen Bindung führen.

Des Weiteren können Sie unerlaubte Werbeanrufe melden. Wenden Sie sich dafür an die Verbraucherzentrale und erwirken Sie bei Bedarf eine Abmahnung oder legen Sie sogar Unterlassungsklage ein. Lassen Sie sich dabei durch einen Anwalt für Datenschutzrecht beraten.

Telefonische Werbeanrufe lassen sich am besten im Vorhinein unterbinden: Geben Sie Ihre Daten im Internet nur dann an, wenn dies notwendig ist. Lesen Sie bei Onlinekäufen oder sonstigen Vertragsabschlüssen genau nach, in was Sie da eigentlich einwilligen und kontrollieren Sie, dass nur die Häkchen gesetzt sind, die Sie auch setzen möchten.

Autor

Lisa hat Jura studiert und ist seit ihrem ersten Examen neben ihrem Master of Laws (LL.M.) als freiberufliche Autorin tätig. Schon seit Jahren schreibt sie juristische Beiträge für verschiedene Blogs, Kanzleien und Unternehmen.

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