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Tierhaltung im Garten – was sollten Sie beachten?

Tierhaltung im Garten – was müssen Sie beachten?
31. März 2024
  • Die Kleintierhaltung im Garten ist sowohl im Eigentum als auch im Mietobjekt unbedenklich, sofern es sich um wenige Tiere handelt und sie Ihre Nachbarn nicht belästigen.
  • Sie müssen sich dabei allerdings nach den Regelungen der geltenden Wohnnutzungsverordnung richten.
  • Im Mietobjekt dürfen Sie für die Tierhaltung den Garten nicht umgestalten und müssen etwa auf mobile Käfige setzen.

Die Kleintierhaltung im Garten ist insbesondere für junge Familien ein Highlight. So können Eltern ihre Kleinsten an Haustiere heranführen und dabei gleichzeitig auf einen flauschigen Mitbewohner im Haus verzichten. Kaninchen und Co. benötigen im Vergleich zu Hunden weniger Aufmerksamkeit und Pflege und sind deshalb hervorragende Zeitgenossen für kleinere Kinder. Wer zur Miete wohnt oder nur einen geringen Abstand zu seinen Nachbarn hat, muss auch kaum nachbarschaftliche Streitigkeiten aufgrund der Tierhaltung befürchten. Denn Kleintiere laufen in der Regel nicht frei herum und verursachen deshalb meist keine Schäden am Mietobjekt und stören auch nicht die Nachbarn. Aber was müssen Sie bei der Tierhaltung im Garten eigentlich alles beachten?

Tierhaltung im Garten eines Eigenheims

Wenn man sich für den Kauf eines eigenen Häuschens mit Garten entscheidet, tut man dies nicht selten aufgrund der damit einhergehenden Freiheit. Leben Sie im Wohneigentum, haben Sie keinen Vermieter mehr, nach dem Sie sich richten müssen. Mit Ihrem Eigentum dürfen Sie grundsätzlich – und dies ist auch ein gesetzlicher Grundgedanke – frei verfahren. Diese Freiheit hört allerdings dort auf, wo andere gestört, belästigt oder gefährdet werden könnten.

Ebenso verhält es sich mit der Tierhaltung im Garten eines Eigenheims. In Ihrem eigenen Haus und Ihrem eigenen Garten sind Sie flexibler, was die Wahl Ihres Haustieres betrifft. Wohnen Sie allerdings in einem Wohn- oder Baugebiet, müssen Sie sich trotzdem nach der vor Ort geltenden Wohnnutzungsverordnung richten. Diese schreibt regelmäßig vor, dass Sie nur die Tierarten im Garten halten dürfen, die für das jeweilige Baugebiet typisch sind und keine Anwohner gefährden.

Damit dürfen Sie zum Beispiel Kaninchen, Meerschweinchen oder Hamster ohne Probleme im Garten halten, sofern es sich nicht um besonders viele Tiere handelt. Auch ungewöhnlichere Haustiere wie Hühner dürfen Sie durchaus in Ihrem Garten halten, sofern Sie es bei ein paar Tieren belassen. Beginnen Sie jedoch etwa, eine Zucht zu betreiben und die Eier zu verkaufen, kann dadurch schnell ein Gewerbe entstehen, was nicht mehr mit der privaten Haustierhaltung vereinbar ist. So hat in Bayern etwa der Verwaltungsgerichtshof im Jahr 2018 entschieden, dass in Wohngebieten maximal 20 Hühner gehalten werden dürfen.

Kleintierhaltung im Mietgarten

Wohnen Sie zur Miete und gehört zum Mietobjekt ein Garten, den Sie nutzen dürfen, darf Ihnen Ihr Vermieter die Tierhaltung grundsätzlich nicht untersagen, sofern es sich rechtlich gesehen tatsächlich um kleine Tierarten handelt. Allerdings dürfen Sie für Ihre flauschigen (oder gefederten) Lieblinge ohne die Genehmigung Ihres Vermieters keine Käfige aufstellen, die fest mit dem Erdboden verbunden sind. Ebenso dürfen Sie auch den Garten dafür nicht umgestalten und zum Beispiel Teiche anlegen. Ein mobiler Stall für Meerschweinchen ist hingegen mietrechtlich unbedenklich.

Übrigens: In gemeinschaftlich genutzten Gärten dürfen Sie Tiere nur dann halten, wenn Sie dafür die mehrheitliche Zustimmung der anderen Nutzer erhalten haben.

Wann gelten Haltungsverbote für Kleintiere im Garten?

Sowohl im eigenen als auch gemieteten Garten dürfen Sie Tiere dann nicht halten, wenn Sie eine artgerechte Haltung nicht sicherstellen können. Auch die Haltung von gesetzlich verbotenen Kleintierarten oder solchen, die Sie illegal gewerblich handeln, ist natürlich untersagt. Unabhängig von der Tierart kann Ihnen ein Gericht die Haltung verbieten, wenn eine Ruhestörung oder Geruchsbelästigung vorliegt, die Ihre Nachbarn nicht dulden müssen.

Autor

Lisa hat Jura studiert und ist seit ihrem ersten Examen neben ihrem Master of Laws (LL.M.) als freiberufliche Autorin tätig. Schon seit Jahren schreibt sie juristische Beiträge für verschiedene Blogs, Kanzleien und Unternehmen.

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