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Tieradoption – was sollten Sie rechtlich beachten?

Tieradoption – was beachten?
5. April 2024
  • Ein seriöses Tierheim prüft ihre Lebens- und Wohnverhältnisse vor der Adoption.
  • Oft finden mehrere Treffen statt, bei denen Sie und Ihr neuer Schützling sich gegenseitig kennenlernen können.
  • Gewährleistungsrechte gibt es im Rahmen einer Tieradoption in der Regel nicht.

Sie sind süß, manchmal ängstlich und blicken oft auf eine unschöne Vergangenheit zurück. Vor allem aber wünschen sie sich eines: Ein Zuhause, in dem sie bleiben und endlich ankommen können – ein „Für-immer-Zuhause“, sozusagen. Herrenlose Tiere warten allein in Deutschland in etwa 1400 Tierheimen darauf, dass sich jemand ihrer annimmt. Dort leben sie noch unter verhältnismäßig guten Umständen, von denen im Ausland, insbesondere im nichteuropäischen Ausland, oft leider nicht mehr die Rede sein kann.

Wer einmal im Tierheim war, weiß vielleicht, wie schnell man sich in die großen Augen der Hundewelpen, Katzen oder Meerschweinchen verlieben kann, die hier leben. Insbesondere in Deutschland geht die Tieradoption jedoch mit einer Menge Papierkram einher und kann zeitaufwendig und energieraubend werden. Hier lesen Sie, auf was Sie sich einstellen sollten, wenn Sie einem Tier ein neues Zuhause schenken möchten.

Tieradoption – nicht ohne Prüfung

Viele stellen sich die Tieradoption einfach vor. Schließlich möchten Sie einem armen Straßenhund oder einer Katze ohne Bleibe ein Zuhause schenken. Und die Tierheime, die oft schon überfüllt sind, dürften ja auch froh sein, wenn sich jemand ihrer Schützlinge erbarmt – oder?

Ganz so unkompliziert ist der Prozess allerdings nicht. Die künftigen Halter werden üblicherweise überprüft und müssen Fragen beantworten zu ihrer derzeitigen Lebenssituation und ihrem Zuhause. Denn leider passiert es oft, dass sich neue Frauchen und Herrchen kurz nach der Adoption umentscheiden und ihren geretteten Vierbeiner doch wieder ins Tierheim geben. Vor diesem erhöhten Aufwand möchten Tierheime sich selbst und auch ihre Tiere schützen, da dies für Letztere psychisch sehr belastend werden kann.

Ein seriöses Tierheim wird Ihnen deshalb nicht ohne Überprüfung einen seiner Schützlinge übergeben. Stellen Sie sich auf Fragen ein wie: Haben Sie bereits Erfahrung mit Haustieren? Wie viele andere Tiere leben bereits in Ihrem Haushalt? Wie ist Ihre Wohnsituation? Wohnen Sie zur Miete oder in Ihrem Eigenheim? Wie groß ist Ihre Wohnung oder Ihr Haus, und in welchem Stockwerk wohnen Sie? Haben Sie einen Garten oder einen Balkon? Wie sieht Ihr Freizeitverhalten aus, und wie steht es um Ihre familiären Verhältnisse?

Mehrere Treffen zum gegenseitigen Beschnuppern

Nicht selten finden mehrere gemeinsame Treffen mit dem Tier und einem Angestellten des Tierheims statt, bei denen Sie sich – wortwörtlich – gegenseitig beschnuppern können. Denn nur, weil ein erstes 20-minütiges Aufeinandertreffen gut verlaufen ist, heißt das noch lange nicht, dass Sie und Ihr anvisierter Vierbeiner tatsächlich zusammenpassen. Deshalb sollten Sie ihn in unterschiedlichen Situationen und Umgebungen kennenlernen – und er Sie natürlich auch. Die Treffen können im Tierheim oder auch in Ihrer Wohnung stattfinden, damit sich das Tier schon einmal mit seinem potenziellen neuen Zuhause anfreunden kann.

Die rechtliche Seite der Tieradoption

Möchten Sie einen Hund aus dem Tierheim adoptieren, läuft dies aus rechtlicher Sicht anders ab als zum Beispiel ein Kauf. In der Regel bleibt das Tierheim Eigentümer, und Sie werden lediglich Besitzer. In einer vertraglichen Regelung wird dies für einen festgelegten Zeitraum vereinbart, manchmal aber auch für immer. Dies soll dem Tierheim erleichtern, seine Schützlinge zurückzunehmen, wenn die Haltung beispielsweise nicht gut läuft.

Eine weitere Besonderheit: Anders als bei einem Kauf haben Sie kein Recht auf Gewährleistung. Erfahren Sie also nach der Übergabe erst, dass das Tier erkrankt ist, können Sie von Ihrem Tierheim keinen Schadensersatz für die daraus resultierenden Tierarztkosten verlangen.

Autor

Lisa hat Jura studiert und ist seit ihrem ersten Examen neben ihrem Master of Laws (LL.M.) als freiberufliche Autorin tätig. Schon seit Jahren schreibt sie juristische Beiträge für verschiedene Blogs, Kanzleien und Unternehmen.

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