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Sturmschaden – welche Versicherung zahlt?

Sturmschaden – welche Versicherung zahlt?
30. Mai 2024
  • Eine Sturmschadenversicherung gibt es nicht. Stattdessen zahlen je nach beschädigtem Objekt die Wohngebäudeversicherung, die Kfz-Versicherung, die Hausratversicherung oder die private Haftpflicht.
  • Sichern Sie im Falle einer Sturmwarnung Ihr Eigentum und melden Sie Sturmschäden umgehend und wahrheitsgemäß.

In Zeiten von Wetterextremen und Klimawandel treten Sturmschäden immer häufiger auf. Die Naturereignisse können in wenigen Minuten erhebliche Sachschäden verursachen und Häuser, Autos, Anlagen und Co. demolieren. Eine eigene Sturmversicherung gibt es nicht. Allerdings kommen unter Umständen andere Versicherungen für Sturmschäden auf – so zum Beispiel die Wohngebäudeversicherung, die Kfz-Versicherung, die Hausratversicherung oder die private Haftpflicht.

Wann spricht man aus versicherungsrechtlicher Sicht von einem Sturmschaden?

Nicht jede Windböe, durch die etwas zu Bruch geht, gilt als Sturmschaden. Im Versicherungsrecht spricht man von Sturmschäden, wenn eine Windgeschwindigkeit von 62 Kilometern pro Stunde erreicht wurde. Dies entspricht der Stärke 8 auf der Beaufort-Skala für Windstärke-Messung.

Wird es stürmisch, stehen Sie natürlich nicht mit einem Windmesser parat. Deshalb werden im Falle von Rechtsstreitigkeiten die Informationen des Deutschen Wetterdienstes herangezogen. Er bestimmt die Windstärke im Nachhinein anhand der Beaufort-Skala.

Kann auf diese Weise die Windstärke ausnahmsweise nicht ermittelt werden, können Sie oder das Gericht einen Gutachter einsetzen. Er ermittelt, ob ein Sturm als Ursache des entstandenen Schadens plausibel erscheint.

Sturmschaden Versicherung – die Vertragsbedingungen entscheiden

Aber selbst dann, wenn der Deutsche Wetterdienst von einer Windstärke 8 oder höher spricht, muss es sich noch nicht um einen versicherten Sturmschaden handeln. Denn wann und unter welchen Voraussetzungen die Versicherung einspringt, bestimmt sich nach dem konkreten Vertrag.

Lesen Sie also genau nach: Welche Sachverhalte sind versichert? Welche Voraussetzungen müssen erfüllt sein? Gibt es Ausschlussgründe? Zahlt die Versicherung die volle Schadenshöhe oder übernimmt sie nur einen Teil?

Weiterhin ist im Versicherungsvertrag geregelt, ob und wie Sie mitwirken müssen, damit die Versicherung den Sturmschaden zahlt. So sind Sie zum Beispiel regelmäßig dazu verpflichtet, den Schaden zeitnah zu melden. Auch müssen Sie gegebenenfalls Sicherungspflichten beachten: Haben Sie zum Beispiel Blumentöpfe auf Ihrem Balkon nicht gesichert, die in Folge des Sturms herabgefallen sind und Ihr Auto beschädigt haben, gilt dies regelmäßig als selbstverschuldet und ist kein Versicherungsfall. Die Auslegung der Vertragsbedingungen ist aber oft alles andere als einfach. Lassen Sie sich deshalb im Zweifel von einem Anwalt für Versicherungsrecht zu Sturmschäden beraten.

Versicherung für Sturmschaden – wann zahlt welche Versicherung?

Da es nicht eine konkrete Versicherung für Sturmschäden gibt, springen je nach betroffenem Objekt unterschiedliche Versicherungen ein. Für Schäden am Wohneigentum ist zum Beispiel die Gebäudeversicherung zuständig. Sie übernimmt Schäden am Haus, sofern sie nicht durch Elementargewalten wie Hochwasser oder Lawinen verursacht wurden.

Obwohl es sich auch bei Stürmen um ein unkontrollierbares Naturereignis handelt, zählen sie nicht zu den Elementargewalten. Somit werden Sturmschäden grundsätzlich von der Gebäudeversicherung erstattet. Sie springt zum Beispiel bei Beschädigungen des Dachs ein und trägt auch Folgeschäden (zum Beispiel dann, wenn ein Sturm das Dach beschädigt hat und deshalb nun Wasser hineinläuft und weitere Schäden verursacht).

Werden infolge eines Sturms Ihre Einrichtung oder Ihr Auto beschädigt, zahlt die Hausratversicherung bzw. die Kaskoversicherung. Setzen Sie sich aber auch hier mit den Vertragsbedingungen auseinander: So umfasst die Hausratversicherung zwar regelmäßig Gegenstände auf dem Balkon, nicht aber in der Garage.

Schließlich kann es passieren, dass Ihr Blumentopf beim Sturm so ungünstig fällt, dass er nicht Ihr Fahrzeug beschädigt, sondern das Ihres Nachbarn. Dies ist ein Haftpflichtfall, der gegebenenfalls von der Haftpflichtversicherung übernommen wird. Sind Sie dabei aber Ihren Sicherungspflichten nicht nachgekommen, darf die Versicherung unter Umständen die Zahlung verweigern.

Autor

Lisa hat Jura studiert und ist seit ihrem ersten Examen neben ihrem Master of Laws (LL.M.) als freiberufliche Autorin tätig. Schon seit Jahren schreibt sie juristische Beiträge für verschiedene Blogs, Kanzleien und Unternehmen.

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