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Steuererklärung Frist verpasst – Strafen und Tipps, was Sie nun machen können

Steuererklärung Frist verpasst – Tipps
3. Juni 2024
  • Haben Sie die Frist für die Steuererklärung verpasst, kann Ihnen das Finanzamt einen Verspätungszuschlag berechnen.
  • Dem entgehen Sie durch eine Fristverlängerung oder einen Einspruch.
  • Zudem können Sie Ihre Steuererklärung an einen Steuerberater abgeben, der von einer längeren Frist profitiert, wodurch Sie dem Verspätungszuschlag entgehen.

Die Steuererklärung schafft es wohl bei niemandem auf die Bestenliste der liebsten Freizeitaktivitäten. Deshalb wird sie gerne aufgeschoben und wieder verschoben – bis plötzlich der Herbst da ist. Wer bis Ende September die Steuererklärung nicht abgegeben hat, muss mit Konsequenzen rechnen, die teuer werden können. Aber welche Strafen drohen, wenn die Steuerfrist verpasst wurde? Und gibt es vielleicht Methoden, ihnen zu entgehen?

Frist für die Steuererklärung verpasst – Verspätungszuschlag droht

Haben Sie die Steuerfrist verpasst, kann Ihnen das Finanzamt einen Verspätungszuschlag berechnen. Dies liegt im Ermessen des Finanzamt, dessen Mitarbeiter oft darauf verzichten, wenn ohnehin damit zu rechnen ist, dass Sie eine Steuerrückerstattung erhalten. Darauf sollten Sie sich aber natürlich keinesfalls verlassen – denn einen Anspruch auf die Kulanz des Finanzamts haben Sie nicht. Haben Sie die Frist für die Steuerklärung aus einem triftigen Grund verpasst und reichen sie zeitnah nach, können Sie Ihr Glück mit einem kurzen Anruf beim Finanzamt versuchen: Schildern Sie den Sachverhalt und hoffen Sie auf das Erbarmen des Mitarbeiters, der Ihnen vielleicht den Verspätungszuschlag erspart.

Der Verspätungszuschlag beträgt 0,25 Prozent der festgesetzten Steuer, allerdings nicht weniger als 25 Euro pro verspätetem Monat. Die Höhe des gesamten Verspätungszuschlags ist auf 25.000 Euro begrenzt. Erhalten Sie eine Steuerrückerstattung, wird sie automatisch um den Verspätungszuschlag reduziert. Andernfalls wird der Zuschlag im Steuerbescheid ausgewiesen und zur Steuerschuld addiert.

Einspruch gegen Verspätungszuschlag einlegen

Haben Sie einen Bescheid erhalten, in dem Sie das Finanzamt dazu verpflichtet, einen Verspätungszuschlag zu zahlen, können Sie dagegen innerhalb eines Monats Einspruch einlegen. Dafür wenden Sie sich schriftlich an das für Sie zuständige Finanzamt. Ein entsprechendes Muster finden Sie online von verschiedenen Anbietern. Wird Ihr Einspruch abgelehnt, bleibt es bei der Festsetzung des Verspätungszuschlags. Möchten Sie weiter dagegen vorgehen, können Sie mit einem Anwalt für Steuerrecht Klage einreichen vor dem Finanzgericht.

Frist für die Steuererklärung verlängern lassen

Benötigen Sie doch noch etwas mehr Zeit für Ihre Steuererklärung, können Sie auf zwei Wegen eine Fristverlängerung erwirken:

Zum einen können Sie sie selbst beantragen. Das funktioniert zum Beispiel direkt über Elster oder aber als formloses Schreiben. Eine eigene Fristverlängerung des Steuerpflichtigen ist allerdings nur in besonderen Fällen möglich – zum Beispiel dann, wenn eine Erkrankung Sie an der Abgabe der Steuererklärung gehindert hat. Dabei muss die Verhinderung ohne Ihr eigenes Verschulden eingetreten sein.

Haben Sie die Frist für die Steuererklärung einfach nur vertrödelt, kann Sie der Weg über den Steuerberater oder den Lohnsteuerhilfeverein retten. Denn sie profitieren von einer großzügigeren Frist für die Abgabe von Steuererklärungen, wodurch für Sie die Strafzahlung für die verspätete Abgabe entfällt.

Im Härtefall: Zwangsgeld und Steuerschätzung

Bleibt auch der Verspätungszuschlag aus der Sicht des Finanzamts erfolglos und Sie reichen Ihre Steuererklärung immer noch nicht ein, kann das Finanzamt auch ein Zwangsgeld festlegen. Reagieren Sie auch dann nicht, kommt es zu einer Steuerschätzung: Das Finanzamt schätzt die Besteuerungsgrundlage für Sie und erlässt einen entsprechenden Steuerbescheid, den Sie nun begleichen müssen.

Autor

Lisa hat Jura studiert und ist seit ihrem ersten Examen neben ihrem Master of Laws (LL.M.) als freiberufliche Autorin tätig. Schon seit Jahren schreibt sie juristische Beiträge für verschiedene Blogs, Kanzleien und Unternehmen.

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