Allgemein
  • 13.12.2016
Zusammenfassung:
  • Bundesländer regeln die Bestimmungen für den Schulübertritt individuell.
  • Beratungsgespräche und Empfehlungen ersetzen vielfach das Übertrittszeugnis.
  • Aufnahmeprüfungen und Probeunterricht geben Kindern mit schlechteren Noten eine Chance aufs Gymnasium.

Schulwechsel – Was ist nach der Grundschule zu beachten?

Allgemein
  • Taria Rittinghaus
  • 13.12.2016
Zusammenfassung:
  • Bundesländer regeln die Bestimmungen für den Schulübertritt individuell.
  • Beratungsgespräche und Empfehlungen ersetzen vielfach das Übertrittszeugnis.
  • Aufnahmeprüfungen und Probeunterricht geben Kindern mit schlechteren Noten eine Chance aufs Gymnasium.

Wie es nach der Grundschule weitergeht, entscheidet nicht nur das Übertrittszeugnis. In vielen Bundesländern wurde dessen Bedeutung abgeschwächt. (Foto: przemekklos/photocase.de)

Schulwechsel von der Grundschule auf die weiterführende Schule: Wo geht es weiter? In den Bundesländern gelten unterschiedliche Regelungen für den Schulübertritt

Gymnasium, Realschule oder Hauptschule: Wie soll es nach der Grundschule für Kinder weitergehen? Viele Eltern wünschen sich für ihren Sprössling nur die beste Ausbildung und möchten, dass Sohn oder Tochter Abitur machen. Doch der Schulwechsel aufs Gymnasium ist nicht in jedem Bundesland ohne Weiteres möglich.

Schulrecht ist in Deutschland eine Angelegenheit der Länder. Somit gelten auch zum Übertritt von der Grundschule zur weiterführenden Schule von Bundesland zu Bundesland unterschiedliche Voraussetzungen. Für die Festlegung der einzelnen Richtlinien sind die Kultusministerien der Länder zuständig.

Das Schulsystem in Deutschland von der Grundschule bis zum Abschluss

Die Schulpflicht beginnt zwischen dem fünften und siebten Lebensjahr. Zunächst besuchen Kinder die Grundschule, die sogenannte Primärstufe. In den meisten Bundesländern dauert diese vier Jahre, in Berlin und Brandenburg sechs Jahre.

Nach der Grundschule steht der Übertritt auf eine weiterführende Schule mit der Sekundarstufe I an: Gymnasium, Realschule oder Hauptschule. Einige Bundesländer kennen auch die Schulform der Gesamtschule oder der Oberschule.

Am Gymnasium und der Gesamtschule folgt auf die Sekundarstufe I die Sekundarstufe II, die mit dem Abitur abschließt. Dauerte die Sekundarstufe II in den westlichen Bundesländern traditionell bis Klasse 13, haben in den 2000er Jahren fast alle Länder das Abitur nach zwölf Jahren (G8) eingeführt. Nach erheblichen Einführungsschwierigkeiten und Kritik kehrten einige Bundesländer wieder zum Regelabitur nach dreizehn Jahren zurück.

Beratungsgespräche, Aufnahmeprüfungen und Probeunterricht ermöglichen unter Umständen den Wechsel aufs Gymnasium. (Foto: Björn Wylezich)
Beratungsgespräche, Aufnahmeprüfungen und Probeunterricht ermöglichen unter Umständen den Wechsel aufs Gymnasium. (Foto: Björn Wylezich)

Das Übertrittszeugnis: Wenn die Noten über den Schulwechsel entscheiden

In vielen Bundesländern können Eltern nicht frei wählen, welche Schule ihre Kinder nach der Grundschule besuchen. Entscheidend sind vielmehr die Noten im letzten Grundschuljahr sowie die Empfehlung der Grundschullehrer.

Ein sogenanntes Übertrittszeugnis gibt es zum Beispiel in Bayern, Brandenburg und Bremen. Für den direkten Schulwechsel auf das Gymnasium benötigen Schüler in Bayern in den Fächern Deutsch, Mathe, Heimat- und Sachkunde einen Notendurchschnitt von 2,33. Bis zu einem Notendurchschnitt von 3,00 wird eine Empfehlung für die Realschule ausgesprochen. Das Übertrittszeugnis erhalten die Schüler jeweils im Mai. Bei der Anmeldung an der weiterführenden Schule muss es vorgelegt werden.

In anderen Bundesländern, etwa Nordrhein-Westfalen, Mecklenburg-Vorpommern oder Hessen, sprechen die Grundschullehrer eine Empfehlung für die weiterführende Schule aus, die für die Eltern aber nicht bindend ist.

Nach Aufnahmeprüfung aufs Gymnasium

Die Übertrittszeugnisse standen immer wieder in der Kritik, da sie zu hohen Druck auf die Grundschulkinder ausüben würden. Um den Leistungsdruck zu mindern und dem Elternwillen mehr Gewicht einzuräumen, haben daher die meisten Länder die Bedeutung des Übertrittszeugnisses abgeschwächt. Im Schuljahr 2015/2016 ersetzte etwa Niedersachsen die bisherige Schullaufbahnempfehlung durch zwei verpflichtende Beratungsgespräche.

In Bayern dürfen Schüler, die knapp unter dem Notendurchschnitt für das Gymnasium liegen, seit 2009 an einem dreitätigen Probeunterricht teilnehmen. Bei der anschließenden Abschlussprüfung müssen die Schüler in Deutsch und Mathematik mindestens die Noten drei und vier erzielen. Laut bayerischem Kultusministerium nutzen etwa zehn Prozent eines Übertritt-Jahrgangs diese Möglichkeit, etwa die Hälfte davon besteht die Aufnahmeprüfung fürs Gymnasium.

Brandenburg hat ebenfalls Eignungsprüfungen für den Schulwechsel auf das Gymnasien eingeführt. Auch in Sachsen-Anhalt ist eine Aufnahmeprüfung Voraussetzung für den Übertritt aufs Gymnasium.

Quellen: GG, Kultusministerkonferenz, Kultusministerien der Länder

Tipps:
  • Informieren Sie sich spätestens im dritten Schuljahr über die aktuell geltenden Bestimmungen zum Übertritt von der Grundschule auf die weiterführende Schule.
  • Nutzen Sie die Beratungsangebote Ihrer Grundschule.
  • Beachten Sie bei der Wahl der weiterführenden Schule die tatsächliche Befähigung Ihres Kindes.
Checkliste:
  • Nach vier bis sechs Jahren Grundschule steht der Übertritt auf die weiterführende Schule an.
  • Die Voraussetzungen regeln die Kultusministerien der Länder in den jeweiligen Schulgesetzen.
  • Beratungsgespräche, Probeunterricht und Aufnahmeprüfung ersetzen vielfach verbindliche Schulempfehlungen.

Kommentare: 0

Anzeigen:

Aktuell kein Kommentar...

Kommentar schreiben

Schreiben Sie eine Antwort oder Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.


Ähnliche Artikel:

Alle wichtigen Informationen zum Familienrecht in Deutschland: Vaterschaft, Scheidung und Ehe, die neuesten Urteile und Regelungen.

Alle wichtigen Informationen zum Familienrecht in Deutschland: Vaterschaft, Scheidung und Ehe, die neuesten Urteile und Regelungen.

zum Thema „Familie“:

12 Artikel

Fürsorge

Sollte bei Erkrankung des Kindes eine bezahlte Freistellung ausgeschlossen sein, steht Eltern Kinderkrankengeld zu Wenn…

Fürsorge

Das Jugendschutzgesetz legt Altersgrenzen fürs Ausgehen sowie für den Alkohol-, Tabak- und Medienkonsum fest Die…

Familie :

  • 12 Artikel

Alle wichtigen Informationen zum Familienrecht in Deutschland: Vaterschaft, Scheidung und Ehe, die neuesten Urteile und Regelungen.

zum Thema „Familie“:

12 Artikel

Fürsorge

Sollte bei Erkrankung des Kindes eine bezahlte Freistellung ausgeschlossen sein, steht Eltern Kinderkrankengeld zu Wenn…

Fürsorge

Sollte bei Erkrankung des Kindes eine bezahlte Freistellung ausgeschlossen sein, steht Eltern Kinderkrankengeld zu Wenn…

Fürsorge

Das Jugendschutzgesetz legt Altersgrenzen fürs Ausgehen sowie für den Alkohol-, Tabak- und Medienkonsum fest Die…

Fürsorge

Bei Trennung der Eltern besteht weiterhin das gemeinsame Sorgerecht – ein Elternteil kann jedoch das…

Allgemein

Warum Eltern oft einen Kita-Platz einklagen müssen Unter einer Kindertagesstätte (Kita) werden in Deutschland verschiedene…

Patientenverfügung – damit Ihr Wille immer geschieht
Fürsorge

Eine Patientenverfügung sorgt für den Fall vor, wenn Sie über medizinische Maßnahmen nicht mehr selbst…

Servicecenter

Die GDVI Verbraucherhilfe setzt sich für Sie in vielen Bereichen ein. Wir bieten Ihnen viele hilfreiche Services an, damit Sie an Ihr gutes Recht kommen.

Rechtecheck Newsletter