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So finden Sie den richtigen Scheidungsanwalt

Ratgeber

So finden Sie den richtigen Scheidungsanwalt

Ihr Rechtsanwalt, der Sie durch das Scheidungsverfahren begleitet, sollte in erster Linie ein Fachmann auf seinem Gebiet sein. Der Anwalt oder die Anwältin muss auch zwangsläufig in diverse Facetten Ihres Privatlebens Einblick bekommen. Schon alleine deswegen ist es wichtig, dass Sie Ihrem Rechtsanwalt nicht nur auf fachlicher, sondern auch auf persönlicher Ebene vertrauen. Wir sagen Ihnen, auf was Sie bei der Suche nach Ihrem Scheidungsanwalt achten sollen. 30.06.2020

Das Wichtigste in Kürze:

  • Hören Sie sich um: Fragen Sie im Freundes-, Familien- und Bekanntenkreis nach Empfehlungen für Anwälte.
  • Online gibt es ebenfalls viele Möglichkeiten, nach dem richtigen Anwalt zu suchen.
  • Vereinbaren Sie ein erstes Beratungsgespräch und klopfen Sie dabei auch die Kompetenzen Ihres Anwalts ab.
  • Hören Sie auf Ihr Bauchgefühl.

Nach einer Empfehlung für den Scheidungsanwalt umhören

Wer nicht schon im Vorhinein einen guten Anwalt oder eine Anwaltskanzlei seines Vertrauens an der Hand hat, sollte sich im Falle einer Scheidung rechtzeitig auf die Suche nach einem Scheidungsanwalt machen. Vor dem Familiengericht besteht in Deutschland ein „Anwaltszwang“: Es ist daher gesetzlich vorgeschrieben, vor Gericht durch einen Anwalt vertreten zu werden. Doch woher bekommt man einen guten Anwalt, wo die Suche starten?

Als aller erstes können und sollten Sie sich in Ihrem Bekannten-, Freundes- und Familienkreis umhören, ob jemand eine Empfehlung für einen Fachanwalt hat. Lassen Sie sich allerdings nur Empfehlungen für eine Fachanwältin oder einen Fachanwalt auf dem Gebiet Familienrecht geben. So können Sie sicher sein, dass Ihr Anwalt fachlich kompetent ist, die aktuelle Gesetzeslage, die neueste Rechtsprechung sowie gerichtliche Eigenheiten kennt und auf einige Erfahrung mit Scheidungen zurückgreifen kann.

Anwaltssuche online

Neben Empfehlungen können Ihnen auch Online-Portale oder Ihre (Rechtsschutz-)Versicherung beim Finden des richtigen Rechtsanwaltes helfen. Die Bundesrechtsanwaltskammer vergibt außerdem das Zertifikat „Qualität durch Fortbildung“. Mit diesem Zertifikat weisen die Rechtsanwälte nach, dass sie regelmäßig an Weiterbildungen teilnehmen. Aber auch einige Versicherungen, wie die ARAG oder DEURAG bieten auf ihren Webseiten eine große Datenbank für Fachanwälte in ganz Deutschland an. Zudem besitzt fast jeder Anwalt und jede Kanzlei inzwischen einen umfangreichen Internetauftritt, wo Sie sich als potenzieller Mandant über Fachkenntnisse, Zusatzqualifikationen oder Referenzen des Anwalts informieren können.

Natürlich können Sie auch in unserer Anwaltsdatenbank Scheidungsanwälte finden – und das nicht nur für Großstädte wie Berlin, Hamburg, München oder Köln, sondern Deutschlandweit.

 

Gut zu wissen:

Ein Anwalt darf streng genommen nur eine Seite vertreten.

Hatten Sie als Ehepaar einen gemeinsamen Anwalt, der Ihre rechtlichen Angelegenheiten vertreten hat, ist es zumindest für einen Partner im Falle einer Scheidung an der Zeit, sich einen neuen Anwalt zu suchen – es sei denn, Sie einigen sich auf eine einvernehmliche Scheidung. Ein Anwalt kann immer nur die Belange einer Seite vertreten, um einen Interessenkonflikt zu vermeiden. Wenn es sich um eine einvernehmliche Scheidung ohne Streitigkeiten um beispielsweise Vermögen, Versorgungsausgleich oder Sorgerecht handelt, kann ein Anwalt vor Gericht den Scheidungsantrag stellen und der andere Partner braucht keinen zusätzlichen Anwalt. Das kann von Vorteil sein, wenn man finanziell gerade nicht gut gestellt ist und sich ein Anwaltshonorar sparen will.

Aber Vorsicht: Kommt es im Laufe des Scheidungsverfahrens doch zu unvorhergesehenen Streitigkeiten und es muss ein zweiter Anwalt eingeschaltet werden, der sich erst in das laufende Verfahren einarbeiten muss, kann das zu Mehrkosten führen. Daher kann es Sinn machen, alle relevanten Aspekte in einer notariellen Scheidungsfolgenvereinbarung zu regeln, wenn man keinen Ehevertrag hat.

Erstgespräch vereinbaren

Wenn Sie einen Ihrer Meinung nach passenden Rechtsanwalt gefunden haben, vereinbaren Sie in jedem Fall ein erstes Beratungsgespräch. In den meisten Fällen schlägt der Anwalt Ihnen die Erstberatung selbst vor. Ein Erstgespräch kostet um die 200 EUR. Der Termin ist in erster Linie dafür gedacht, dass der Anwalt sich Ihr Anliegen anhört und seine Einschätzung dazu abgibt. Natürlich ist das erste Kennenlernen aber auch dafür da, dass Sie sich ein Bild von Ihrem zukünftigen Rechtsbeistand machen können. Im ersten Austausch sollten Sie dabei auf folgende Kriterien achten:

  • Fachliche Kompetenz: Für einen Nicht-Juristen schwer einzuschätzen, aber haben Sie das Gefühl, dass der Anwalt weiß, von was er spricht? Meist verstecken sich gerade weniger erfahrene Anwälte hinter jeder Menge juristischen Floskeln und Fachausdrücken. Haken Sie nach, wenn Sie etwas nicht verstanden haben. Bitten Sie ruhig um eine Ihnen verständliche Erklärung und fragen Sie nach Erfahrungswerten.
  • Sachlichkeit und Objektivität: Ein guter Anwalt wird nicht immer das sagen, was Sie hören wollen. Achten Sie darauf, dass der Anwalt die nötige Sachlichkeit und Objektivität in Ihrem Scheidungsfall an den Tag legt. Informiert er Sie über mögliche Probleme und Hindernisse oder weist auch auf überzogene Forderungen Ihrerseits hin?
  • Interesse: Haben Sie das Gefühl, dass der Anwalt sich auf Ihren Fall einlässt? Stellt er die für Ihren Fall spezifischen Fragen
  • Kostentransparenz: Kann der Anwalt Ihnen verständlich und klar aufzeigen, welche Kosten auf Sie zukommen werden?
  • Prioritäten: Sind in Ihrem Fall auch Kinder von der Ehescheidung betroffen? Dann sollte deren Wohlergehen im Vordergrund aller Überlegungen stehen. Ein guter Fachanwalt für Familienrecht wird daher Ihre Kinder an erste Stelle setzen.
  • Erreichbarkeit: Haben Sie keine Angst davor, den Anwalt bereits im ersten Beratungsgespräch zu fragen, wie sie miteinander kommunizieren werden. Ist der Anwalt bereit, Ihnen seine Handynummer zu geben? Dann sind Sie sicher in guten Händen.
  • Sympathie: eine reine Gefühlsentscheidung. Allerdings sollte die Chemie zwischen Ihnen und Ihrem Anwalt gerade in einem Verfahren, in dem es auch viel um private Angelegenheiten gehen wird, stimmen.

Gut zu wissen:

Die Gebühr für die Erstberatung wird normalerweise mit den Anwaltsgebühren verrechnet, wenn Sie den Anwalt mit der Scheidung beauftragen.

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