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Ratenzahlungsvereinbarung – das sollten Sie wissen

Ratenzahlung – was ist das?
4. Juni 2024
  • Ratenzahlungsvereinbarungen werden seit einigen Jahren immer häufiger angeboten, um potenzielle Kunden zum Kauf zu bewegen.
  • Im Falle einer Ratenzahlungsvereinbarung müssen Sie nicht den vollen Kaufpreis direkt entrichten, sondern begleichen die Summe in den vereinbarten Raten.
  • Die Vereinbarung kann auch weitere Regelungen enthalten und es Ihnen zum Beispiel erlauben, die erste Rate aufzuschieben oder eine oder mehrere Raten auszusetzen.

Gerade beim Online-Shopping stolpern Sie vielleicht immer häufiger darüber: Der Preis wird ausgewiesen als “200 Euro oder vier Raten à 50 Euro”. Damit wollen Händler potenzielle Käufer ansprechen, die zwar das Produkt erwerben möchten, aber noch nicht die ganze Summe auf einmal zahlen möchten. Aber was genau steckt eigentlich hinter einer solchen Ratenzahlungsvereinbarung? Und was sollten Sie dazu aus rechtlicher Sicht wissen?

Was ist eine Ratenzahlungsvereinbarung?

Im Rahmen einer Ratenzahlungsvereinbarung einigen Sie sich mit einem Verkäufer darauf, dass der Kaufpreis nicht am Stück, sondern in Teilen gezahlt wird. Teil der Vereinbarung ist damit nicht nur die Anzahl und Höhe der einzelnen Raten, sondern auch die jeweilige Fälligkeit – also die Frage, wann genau Sie welche Rate zurückzuzahlen haben.

Darüber hinaus enthalten viele Ratenzahlungsvereinbarungen Regelungen dazu, was geschieht, wenn Sie die Zahlungsintervalle nicht einhalten oder zu wenig zahlen. So wird in der Vereinbarung festgelegt, ab wann Verzug eintritt und was daraus folgt. Regelmäßig berechnen Händler zum Beispiel Strafzinsen, wenn die Raten nicht wie vereinbart beglichen werden.

Schließlich kann die Ratenzahlungsvereinbarung Klauseln enthalten, die Ihnen als Käufer entgegenkommen: So schieben manche Verkäufer zum Beispiel die erste Rate auf, die dann nicht sofort beglichen werden muss, sondern erst zu dem vereinbarten Zeitraum. Auch für den Fall, dass es bei Ihnen zwischenzeitlich einmal finanziell knapp wird, sorgen manche Verkäufer vor: Sie erlauben Ihnen, unter bestimmten Voraussetzungen eine oder mehrere Raten auszusetzen und sie erst später zu begleichen.

Ratenzahlung vereinbaren – so geht’s

In den meisten Fällen bieten Online-Plattformen bereits von sich aus die Möglichkeit der Ratenzahlung an. So finden Sie zum Beispiel bei Zalando, Amazon und Co. unter dem Kaufpreis (der als Gesamtpreis ausgewiesen wird) den Hinweis, dass Sie die Summe auch stückeln und in X Raten zurückzahlen können.

Darüber hinaus haben Sie auch stets die Möglichkeit, eine Ratenzahlung in anzufragen. Erfolgversprechend kann dies zum Beispiel bei privaten Verkäufern sein (etwa auf eBay), die keinen standardisierten Massenhandel betreiben. Aber auch Verkäufer für besonders teure Produkte (Autos, etc.) sind häufig offen dafür, eine Ratenzahlung zu vereinbaren oder ein anderes Zahlungsmodell zu nutzen. Insbesondere im letzten Fall werden Sie ohnehin vor Ort beraten, können Produkte testen und mehr darüber erfahren. Fragen Sie in dem Rahmen direkt nach, ob eine Ratenzahlung möglich ist und wie sie gestaltet würde.

Werden Sie nicht zu einem Beratungsgespräch eingeladen, können Sie Online-Verkäufer auch stets über die Chat- oder Nachrichtenfunktion anschreiben. Fragen kostet schließlich nichts.

In den meisten Fällen führen Verkäufer eine Bonitätsprüfung durch, bevor sie einer Ratenzahlungsvereinbarung zustimmen. Damit sichern sie sich selbst ab und schätzen das Risiko ein, dass Sie die festgelegten Raten nicht zurückzahlen können. In der Regel bereitet dies aber keine Probleme – bei der weit überwiegenden Anzahl der Deutschen fällt die Bonitätsprüfung positiv aus, weshalb der Möglichkeit einer Ratenzahlung nichts im Wege steht.

Autor

Lisa hat Jura studiert und ist seit ihrem ersten Examen neben ihrem Master of Laws (LL.M.) als freiberufliche Autorin tätig. Schon seit Jahren schreibt sie juristische Beiträge für verschiedene Blogs, Kanzleien und Unternehmen.

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