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Mercedes E-Klasse Euro 6 Diesel: Acht Abschalteinrichtungen entdeckt

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Mercedes E-Klasse Euro 6 Diesel: Acht Abschalteinrichtungen  entdeckt

Im Mercedes E 350 BlueTEC 4MATIC wurden mehrere Abschalteinrichtungen entdeckt. 22.11.2021

Zusammenfassung:
  • Expertengutachten findet acht Abschalteinrichtungen beim Mercedes E 350 BlueTEC 4MATIC
  • Betroffene Mercedes-Kunden haben eine hohe Chancen auf Entschädigung
  • DUH fordert einen umfassenden Rückruf vergleichbarer Modelle

Ein Expertengutachten der Deutschen Umwelthilfe (DUH) enthüllt brisante Neuigkeiten im Mercedes Dieselskandal. In Mercedes E-Klasse Euro 6 Diesel wurden acht neue Abschalteinrichtungen entdeckt. Betroffene Mercedes Dieselfahrer mit vergleichbaren Dieselfahrzeugen und Motoren haben hohe Chancen auf eine Entschädigung.

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Abschalteinrichtungen am SCR-System

Der Experte der DUH hat in einem Mercedes E 350 BlueTEC 4MATIC mit OM 642-Motor insgesamt acht Abschalteinrichtungen festgestellt, sechs davon hängen mit dem SCR-System zusammen, zwei mit der Abgasrückführung.

Experte Felix Domke von der DUH erläutert: „Die gefundenen Abschalteinrichtungen aktivieren sich in Fahrsituationen, die auf der Straße üblich sind. Bereits bei normaler Fahrweise verhindert so gut wie immer mindestens eine Abschalteinrichtung die Verbesserung der Emissionen aktiv – auch wenn es physikalisch oder zum Motorschutz gar nicht notwendig ist. So wird die eingespritzte Menge an AdBlue deutlich reduziert, die zur Neutralisierung der Stickoxide im SCR-Katalysator dringend benötigt wird; ähnlich wird die Abgasrückführungsrate reduziert. Oft leistet dadurch die eigentlich fähige Abgasaufbereitungshardware nur einen Bruchteil der möglichen Leistung, das Fahrzeug stößt unnötig große Mengen Stickoxide aus“ (1)

Entschädigung im Daimler Dieselskandal berechnen

500% mehr Stickoxidemissionen auf der Straße

Die Abgasmessungen führte das Emissions-Kontroll-Institutes (EKI) der DUH durch. In dem untersuchten Fahrzeug Mercedes E 350 BlueTEC 4MATIC zeigen Messungen im Fahrbetrieb einen Anstieg der Stickoxid-Emissionen um bis zu 500 Prozent und mehr. Auf dem Prüfstand hingegen hält das Modell die Grenzwerte ein.

Das Kraftfahrbundesamt (KBA) hat für das untersuchte Modell bereits einen verpflichtenden Rückruf angeordnet. Nach Aufspielen des Software Updates werden die Grenzwerte auch im normalen Fahrtbetrieb eingehalten. Das heißt, dass die eingesetzte Hardware ausreichend ist, um die Grenzwerte einzuhalten – dies aber durch die Programmierung der Software verhindert wurde.

Mercedes Diesel:Liste der betroffenen Modelle

UPDATE: Inzwischen hat sich auch das KBA zu dem Gutachten geäußert. Demnach waren die Abschalteinrichtungen bereits bekannt. Sie wurden demnach nicht als unzulässig eingestuft. Dabei stellt sich natürlich die Frage: Warum gab es dann einen verpflichtenden Rückruf? (2)

Rückruf für Mercedes Diesel wie in den USA gefordert

Aufgrund des hohen Aufwandes konnte die DUH nur ein Mercedes Dieselfahrzeug auswerten. Weitere Untersuchungen vom EKI sowie die bereits bestehenden Rückrufe des Kraftfahrtbundesamt lassen darauf schließen, dass in vergleichbaren Mercedes Dieselmodellen illegale Abschalteinrichtungen eingesetzt wurden. Wir haben eine Liste betroffener Mercedes Modelle im Abgasskandal für Sie zusammengestellt.

Jürgen Resch, Bundesgeschäftsführer der DUH fordert die Behörden zum Handeln auf:

Wir fordern von der neuen Bundesregierung, dass endlich wie in den USA alle Diesel-Fahrzeuge mit Abschalteinrichtungen in der Abgasreinigung entweder stillgelegt oder über einem amtlichen Rückruf auf Kosten der Hersteller repariert werden. Die Weltgesundheitsorganisation hat erst vor Kurzem die Absenkung des Stickstoffdioxid-Grenzwerts von 40 auf 10 µg/m3 im Jahresmittel gefordert. Hierzu müssen alle illegalen Quellen für Dieselabgasgifte ins Visier genommen werden – es muss endlich gehandelt werden.“ (1)

Entschädigung im Daimler Dieselskandal

Betroffene Mercedes Dieselkunden können jetzt Entschädigung von Daimler verlangen. In Einzelklagen bestehen hohe Erfolgsaussichten. In den vergangengen Monaten veröffentlichte das KBA drei weitere Rückrufe von Mercedes Vito, Mercedes Sprinter und A- und B-Klasse Modellen. Diesel-Fahrzeuge der C-, E-, G- M-und S-Klasse sowie Mercedes GLC und GLK wurden bereits in den letzten Jahren in die Werkstätten zurückgerufen. Eine Musterklage zum GLC und GLK ist am 03.11.2021 gestartet. Betroffene Dieselfahrer können sich jetzt im Klageregister eintragen.

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(1) Deutsche Umwelthilfe, Pressemitteilung Diesel-Abgasskandal 2.0: Deutsche Umwelthilfe stellt Expertengutachten vor mit acht bisher unbekannten Abschalteinrichtungen in Euro 6 Mercedes-E-Klasse, einsehbar unter: https://www.duh.de/presse/pressemitteilungen/pressemitteilung/diesel-abgasskandal-20-deutsche-umwelthilfe-stellt-expertengutachten-vor-mit-acht-bisher-unbekannt/.

(2) NTV, Kraftfahrt-Bundesamt entlastet Daimler, einsehbar unter https://www.n-tv.de/wirtschaft/Kraftfahrt-Bundesamt-entlastet-Daimler-article22912049.html.

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