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BaFin schließt Sperrkonto-Anbieter BAM

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BaFin schließt Sperrkonto-Anbieter BAM

Viele ausländische Studenten in Deutschland stehen aktuell finanziell vor dem Ruin. Nachdem die Coronakrise bereits viele Studenten den Job gekostet hat, kommen einige von ihnen aktuell auch nicht an das Geld auf ihrem Sperrkonto („blocked account“). Dabei ist zu befürchten, dass das Geld insgesamt weg ist.

Betroffen sind Kunden des Sperrkonto-Anbieters BAM. Der Name steht für „Bundesweites Anlagenmanagement“. BAM hat selbst keine Banklizenz. Die Guthaben wurden auch nicht auf einzelne, auf die Namen der Kunden laufende Konten bei einer Bank eingezahlt. Stattdessen wurden sie auf einem einzelnen, eigenen Konto der BAM bei der Aareal Bank „vereinnahmt“.

Daher hat die BaFin (Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht) der BAM jetzt dieses Geschäft verboten, da es sich um ein unerlaubt betriebenes Einlagengeschäft handelt. Die Schließung durch die BaFin wäre allein kein größeres Problem, da die Studenten ihr Geld zurückfordern könnten. Allerdings hatte BAM offenbar schon vorher Probleme: Studenten berichten, dass sie teilweise seit Monaten keinen Zugriff auf ihr Geld haben. Bei BAM war nach Angaben von tagesschau.de niemand mehr erreichbar, die Homepage offline. Es besteht die Gefahr, dass die Studenten Opfer eines Anlagebetrugs geworden sind. Daher ist es empfehlenswert, sich von einem Anwalt für Kapitalmarktrecht beraten zu lassen.

Hintergrund: Um ein Studentenvisum zu bekommen, müssen ausländische Studenten normalerweise ein Sperrkonto vorweisen. Von diesem Konto können pro Monat nur 861 Euro abgebucht werden. Das Sperrkonto stellt den Lebensunterhalt der Studenten während der Laufzeit des Visums sicher. Bei einer Laufzeit von 12 Monaten müssen also 10.332 Euro eingezahlt werden.

Update: Inzwischen hat die BaFin mit der Rückabwicklung der Geschäfte von BAM begonnen. Die Studenten erhalten zunächst nur Teilzahlungen.

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