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Nachbar verstößt gegen die Hausordnung – so können Sie sich wehren

Nachbar verstößt gegen die Hausordnung – so wehren Sie sich
2. Mai 2024
  • Verstößt Ihr Nachbar gegen die Hausordnung, sollten Sie zunächst das Gespräch suchen und ihn höflich dazu auffordern, sein Verhalten zu ändern.
  • Dokumentieren Sie weitere Verstöße.
  • Fordern Sie Ihren Vermieter dazu auf, dafür zu sorgen, dass Ihr Nachbar die Verstöße gegen die Hausordnung unterlässt.

Ordnung ist das halbe Leben – aber auch eben nur das halbe. Und vielleicht ist sie auch nur Ihre Priorität. Denn wenn Sie zur Miete oder in einer WEG wohnen, wissen Sie vermutlich: Die Vorstellungen dessen, wie man ein pflegliches Leben lebt, gehen auseinander. Wenn Ihr Nachbar nun regelmäßig seinen Müll im Flur liegen lässt, zu später Stunde wilde Partys feiert oder gerne sonntags heimwerkelt, wird es irgendwann zu viel.

Die gute Nachricht lautet: Das Zusammenleben im Mietshaus oder der WEG unterliegt Regeln, namentlich denen der Hausordnung. Sie soll sicherstellen, dass das Wohnen möglichst reibungslos verläuft und sich jeder wohlfühlt. Deshalb müssen sich auch sämtliche Bewohner daran halten, was allerdings nicht immer gelingt. Hier lesen Sie, was Sie tun können, wenn Ihr Nachbar gegen die Hausordnung verstößt.

Suchen Sie das Gespräch

Leben Sie in einem Mehrparteienhaus, kommen Sie notgedrungen mit den anderen Bewohnern in Kontakt. Im besten Fall können daraus sogar Freundschaften entstehen. Hält sich die gegenseitige Sympathie eher in Grenzen, beschränkt sich dieser Kontakt vielleicht auf ein höfliches Nicken im Hausflur. In jedem Fall sind sämtliche Parteien aber zur gegenseitigen Rücksichtnahme verpflichtet.

Wenn ab und zu Kinder durch das Treppenhaus toben, müssen Sie dies noch hinnehmen. Überschreitet Ihr Nachbar aber das Maß des Vertretbaren, können Sie einmal einen Blick in die Hausordnung werfen. Sie regelt nämlich das gemeinsame Zusammenleben und untersagt zum Beispiel Lärm in der Nacht oder zu Ruhezeiten tagsüber.

Stellen Sie fest, dass Ihr Nachbar wiederholt gegen die Hausordnung verstößt, sollten Sie zunächst das Gespräch suchen. Vielleicht ist er sich des Verstoßes nicht bewusst und Sie können das Problem schon mit einem kurzen Hinweis aus der Welt schaffen, ohne gleich den Vermieter einzuschalten. Bleiben Sie dabei höflich, aber äußern Sie klar und bestimmt, was genau Sie stört und welche Änderungen Sie sich wünschen würden.

Dokumentieren Sie Verstöße

Leider sind Ruhestörer nicht immer einsichtig. Kommt es trotz Ihres Hinweises zu weiteren Verstößen gegen die Hausordnung, sollten Sie sie dokumentieren. Machen Sie nach Möglichkeit Fotos oder Videos in einer ausreichenden Qualität und halten Sie schriftlich fest, was Sie wann und wo beobachtet haben. Manche Verstöße wie etwa penetrante Gerüche lassen sich nur schwer nachweisen. Sie können hierfür Zeugen einladen und sie bitten, ebenfalls schriftlich festzuhalten, was sie beobachten.

Schalten Sie Ihren Vermieter ein

Ändert Ihr Nachbar sein Verhalten nicht und verstößt weiterhin gegen die Hausordnung im Mehrfamilienhaus, sollten Sie Ihren Vermieter darauf aufmerksam machen und Abhilfe verlangen. Gehen von benachbarten Parteien Störungen aus, stellt dies nämlich regelmäßig einen mietrechtlichen Mangel dar, dessen Behebung Sache Ihres Vermieters ist. Für Sie bedeutet das: Sie können sich entspannt zurücklehnen und Ihren Vermieter die Diskussionen führen lassen. Damit hat er oft auch mehr Erfolg – gerade dann, wenn er auch der Vermieter Ihrer ruhestörenden Nachbarn ist.

Schildern Sie Ihrem Vermieter die Situation schriftlich und möglichst detailreich. Auch etwaige Folgegespräche sollten Sie ausschließlich schriftlich führen, damit Sie im Zweifel nachweisen können, was wann besprochen wurde. Setzen Sie Ihrem Vermieter eine angemessene Frist, in der er mietrechtlichen Mangel beheben soll. Tut er dies nicht, dürfen Sie die Miete mindern.

Autor

Lisa hat Jura studiert und ist seit ihrem ersten Examen neben ihrem Master of Laws (LL.M.) als freiberufliche Autorin tätig. Schon seit Jahren schreibt sie juristische Beiträge für verschiedene Blogs, Kanzleien und Unternehmen.

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