Suche

Deutschlands Anwaltsportal mit über 110.000 Einträgen


Rechtsgebiete

Magazin

Vorlagen

Mietrückstände – was tun, wenn der Mieter seine Miete nicht zahlt?

Mietrückstände – wie einfordern?
31. Mai 2024
  • Suchen Sie bei Mietrückständen zunächst das Gespräch mit dem Mieter und setzen Sie ihm eine Frist.
  • Verstreicht die Frist erfolglos, können Sie ein Mahnverfahren einleiten und Klage einlegen.

Wer eine Wohnung oder ein Haus vermietet, ist auf die Mietzahlungen der Mieter angewiesen. Vielleicht haben Sie für den Kauf des Objekts einen teuren Kredit aufgenommen, der nun durch die Mieteinnahmen abbezahlt wird. Oder Sie haben sich ein Mehrparteienhaus als Altersvorsorge zugelegt und leben nun von den Einnahmen. In jedem Fall ist es ärgerlich, wenn Mieter die Miete nicht zahlen. Leider kommt dies recht häufig vor, weshalb schon viele Vermieter Bekanntschaft mit sogenannten Mietnomaden machen mussten. Dagegen vorzugehen kann viel Zeit, Energie und Nerven kosten, denn das deutsche Mietrecht ist – ebenso wie die meisten Gerichte – Mietern äußerst wohlgesonnen. Gerade deshalb sollten Sie aber frühzeitig gegensteuern und die unten genannten Schritte unternehmen, um bei Mietrückständen an Ihr Recht zu kommen.

Mieter zahlt Miete nicht – suchen Sie das Gespräch

Im besten Fall handelt es sich um ein Versehen oder ein Missverständnis, wenn der Mieter die Miete nicht zahlt. Hatten Sie bisher keine Schwierigkeiten mit dem Mieter, kann ein kurzer Anruf oder eine Nachricht das Problem bereits aus der Welt schaffen. Rufen Sie den Mieter an und sprechen Sie ihn freundlich auf die Mietrückstände an. Vielleicht hat er sein Konto gewechselt und vergessen, den Dauerauftrag neu einzurichten oder die Zahlung ist ausnahmsweise im Trubel untergegangen.

Werfen Sie vorher aber nochmal einen Blick in den Mietvertrag, um unangenehme Missverständnisse zu vermeiden: Welcher Mietzins ist tatsächlich vereinbart? Und bis wann ist er zu entrichten? Eine Fälligkeit “zum Dritten des Monats” heißt lediglich, dass der Mieter die Zahlung spätestens am dritten Tag eines jeden Monats angewiesen haben muss. Wenn das Geld entsprechend später bei Ihnen ankommt, ist dies kein Verzug.

Setzen Sie dem Mieter eine Frist zur Begleichung der Mietrückstände

War ein freundliches Gespräch nicht erfolgreich, dürfen und sollten Sie deutlicher werden: Klären Sie die Angelegenheit ab jetzt schriftlich, um Nachweise über die Kommunikation zu haben, und versenden Sie Briefe als Einschreiben, um Gewissheit über den Zugang zu haben.

Fordern Sie den Mieter zur Zahlung der Miete auf und setzen Sie ihm dafür auch direkt eine angemessene Frist. Letztere ist unerlässlich, wenn Sie später rechtliche Schritte einleiten möchten.

Mahnung bei Mietrückstand – Mahnverfahren einleiten

Verstreicht die Frist und zahlt der Mieter die Miete weiterhin nicht, können Sie durch einen Anwalt für Mietrecht ein Mahnschreiben verfassen lassen. Zudem haben Sie die Möglichkeit, ein gerichtliches Mahnverfahren einzuleiten.

Klage einlegen

Schließlich können Sie beim örtlich zuständigen Amtsgericht Klage einreichen. Haben Sie damit Erfolg, dürfen Sie eine Zwangsvollstreckung durchführen lassen. Einen Fachanwalt für Mietrecht benötigen Sie vor dem Amtsgericht nicht unbedingt. Allerdings kann er Ihnen bei der Eintreibung von Mietrückständen behilflich sein und zum Beispiel darauf achten, dass wichtige Fristen und Verjährungen nicht versäumt werden.

Fristlose Kündigung der Wohnung bei Mietrückstand

Um zukünftige Ärgernisse zu verhindern, sollten Sie Ihrem Mieter mit sofortiger Wirkung kündigen. Die sogenannte fristlose Kündigung dürfen Sie nach § 543 BGB aussprechen, wenn der Mieter zwei Monate lang in Folge nicht die Miete zahlt oder nur geringe Teilbeträge entrichtet.

Autor

Lisa hat Jura studiert und ist seit ihrem ersten Examen neben ihrem Master of Laws (LL.M.) als freiberufliche Autorin tätig. Schon seit Jahren schreibt sie juristische Beiträge für verschiedene Blogs, Kanzleien und Unternehmen.

Das könnte Sie auch interessieren: