Kündigung
  • 13.01.2017
Zusammenfassung:
  • Sowohl Arbeitgeber als auch Arbeitnehmer können sich durch Kündigung vom Arbeitsverhältnis lösen.
  • Die Länge der Kündigungsfrist für Arbeitnehmer ändert sich im Laufe des Arbeitsverhältnisses nicht.
  • Eine Kündigung muss schriftlich sein und dem Arbeitgeber fristgemäß zugehen.

Kündigung durch Arbeitnehmer – Richtig kündigen, so geht’s!

Kündigung
  • Taria Rittinghaus
  • 13.01.2017
Zusammenfassung:
  • Sowohl Arbeitgeber als auch Arbeitnehmer können sich durch Kündigung vom Arbeitsverhältnis lösen.
  • Die Länge der Kündigungsfrist für Arbeitnehmer ändert sich im Laufe des Arbeitsverhältnisses nicht.
  • Eine Kündigung muss schriftlich sein und dem Arbeitgeber fristgemäß zugehen.

Kündigungsschreiben sollten am besten persönlich überreicht werden. Per Post muss zwingend auf die Einhaltung der Kündigungsfrist geachtet werden. Wirksam ist hier das Datum der Zustellung, nicht das des Poststempels. (Foto: kallejipp/photocase.de)

Kündigungsschreiben Arbeitnehmer: Wenn der Arbeitnehmer gehen will

Es gibt viele Gründe warum ein Arbeitnehmer sein Arbeitsverhältnis beenden möchte – die familiäre Situation, ein Wohnortwechsel oder ein neues Jobangebot. Obwohl eine Arbeitnehmerkündigung wesentlich weniger Voraussetzungen genügen muss als eine Kündigung, die vom Arbeitgeber ausgesprochen wird, müssen für ein Kündigungsschreiben gewisse Punkte beachtet werden.

Ein Kündigungsschreiben vom Arbeitnehmer muss grundsätzlich schriftlich erfolgen, eine gewisse Frist einhalten und dem Arbeitgeber auch wirksam zugehen. Nur wenn diese Voraussetzungen erfüllt sind, ist die Kündigung wirksam und kann ein Arbeitsverhältnis beenden.

Kostenlose Ersteinschätzung durch einen Anwalt

Auch wenn der Arbeitnehmer selbst das Arbeitsverhältnis beendet, muss er eine Kündigungsfrist einhalten, um den Arbeitgeber davor zu schützen, von heute auf morgen vor eine geänderte betriebliche Situation gestellt zu werden. Und zwar, dass er den freiwerdenden Arbeitsplatz nicht durch einen anderen, gegebenenfalls neuen Arbeitnehmer ersetzen kann. Die Kündigungsfrist richtet sich grundsätzlich nach § 622 Abs. 1 des Bürgerlichen Gesetzbuchs (BGB) und beträgt vier Wochen zum 15. des Monats oder zum Monatsende. Will der Arbeitnehmer also zum 15. Dezember seinen Arbeitsvertrag beenden muss seine Kündigung bis spätestens zum 15. November dem Arbeitgeber zugegangen sein. Die Fristen für das Kündigungsschreiben bleiben, im Gegensatz zu den Kündigungsfristen für Arbeitgeber, unabhängig von der Dauer des Arbeitsverhältnisses immer gleich lang. Allerdings können im Arbeitsvertrag auch andere Fristen vereinbart werden.

Die Kündigungsfrist beginnt erst ab dem wirksamen Zugang des Kündigungsschreibens beim Arbeitgeber. Unproblematisch ist der Zugang, wenn das Kündigungsschreiben dem Arbeitgeber direkt übergeben wird. Sollte das Schreiben allerdings mit der Post geschickt oder in den Briefkasten des Arbeitgebers eingeworfen worden sein, können sich häufig Probleme ergeben. Für den rechtlich wirksamen Zugang kommt es nicht darauf an, ob der Arbeitgeber die Kündigung wirklich erhalten und gelesen hat. Es reicht vielmehr aus, wenn er theoretisch die Möglichkeit gehabt hat, die Kündigung zu lesen. Wird das Kündigungsschreiben in den Briefkasten des Arbeitgebers eingeworfen, kann regelmäßig am nächsten Tag mit dem Zugang gerechnet werden.

Falls der Arbeitgeber sich bei der Kündigung quer stellt, kann hier eine kostenlose Ersteinschätzung durch einen Anwalt angefordert werden.

Kündigungsschreiben müssen handschriftlich unterschrieben werden, sonst sind sie unwirksam. (Foto: simonthon.com/photocase.de)
Kündigungsschreiben müssen handschriftlich unterschrieben werden, sonst sind sie unwirksam. (Foto: simonthon.com/photocase.de)

Arbeitnehmer-Kündigungsschreiben muss Voraussetzungen erfüllen

Eine Kündigung des Arbeitnehmers muss in jedem Fall schriftlich erfolgen. Dies ergibt sich aus § 623 BGB und § 126 BGB. Der Arbeitnehmer muss das Kündigungsschreiben selbst und eigenhändig unterschreiben. Die elektronische Form, also beispielsweise eine E-Mail oder ein Word-Dokument mit elektronischer Signatur reichen nicht aus. Das ist in § 623 BGB ausdrücklich ausgeschlossen.

Will der Arbeitnehmer eine Kündigung schreiben, sollte er innerhalb des Briefkopfes Name und Anschrift des Arbeitgebers sowie die eigene Anschrift angeben. Das Schreiben sollte Ort und Datum, sowie die Bezeichnung Kündigung enthalten. Darüber hinaus kann der Arbeitnehmer in sein Kündigungsschreiben aufnehmen, dass das Arbeitsverhältnis zum gewünschten Datum beendet sein soll. Dieses Datum kann für die tatsächliche Beendigung natürlich nur dann erheblich sein, wenn der Arbeitnehmer rechtzeitig, also innerhalb der Kündigungsfrist, gekündigt hat. Einen Kündigungsgrund braucht der Arbeitnehmer nicht angeben. Zuletzt sollte der Arbeitnehmer noch ein qualifiziertes Arbeitszeugnis von dem Arbeitgeber verlangen. Darauf hat er einen Anspruch.

Folgen einer Eigenkündigung

Bevor ein Arbeitnehmer sein Arbeitsverhältnis kündigt, sollte ihm bewusst sein, dass nach einer Eigenkündigung Sperrfristen hinsichtlich des Arbeitslosengeldes auf ihn zukommen. Die Agentur für Arbeit überprüft nach jeder Kündigung, ob das Ende des Arbeitsverhältnisses durch Verhalten des Arbeitnehmers selbst herbeigeführt wurde. Dann erhält er eine Sperrfrist für das Arbeitslosengeld nach § 159 Abs. 1 Nr. 1 des 3. Sozialgesetzbuches (SGB III).

Eine Sperrfrist kommt nur dann nicht in Betracht, wenn der Arbeitnehmer beweisen kann, dass er das Arbeitsverhältnis aus einem wichtigen Grund und nicht leichtfertig beendet hat. Solche wichtigen Gründe sind beispielsweise die Aussicht auf eine neue Stelle, auch wenn der Jobwechsel am Ende nicht klappt, die Errichtung eines gemeinsamen Haushalts mit dem Ehe- oder eingetragenen Lebenspartner oder eine möglicherweise bevorstehende fristlose Kündigung des Arbeitgebers.

Quelle: BGB, SGB III

Tipps:
  • Eine arbeitnehmerseitige Kündigung muss fristgerecht beim Arbeitgeber zugehen. Achten Sie genau auf die Kündigungsfrist von vier Wochen!
  • Ihre Kündigung muss unbedingt selbst unterschrieben sein. Eine E-Mail oder ein Word-Dokument reichen nicht aus.
  • Beachten Sie vor einer Kündigung die möglichen Folgen der Sperrfrist des Arbeitslosengeldes.

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