- Angestellte Arbeitnehmer, die bis zu 66.600 Euro im Jahr verdienen, müssen sich in der gesetzlichen Krankenkasse versichern.
- Das Leistungsangebot unter gesetzlichen Krankenversicherungen unterscheidet sich kaum.
- Ein Wechsel in die Private kann sich für Großverdiener lohnen. Allerdings müssen Sie sich dann einer Gesundheitsprüfung unterziehen.
Eine Krankenversicherung müssen Sie in Deutschland haben – das ist Pflicht. Die meisten Menschen denken aber nicht weiter über ihre Krankenkasse nach. Sie haben sich einmal für einen Tarif entschieden und sind seitdem darüber versichert. Das kann vielleicht schon seit Jahren oder Jahrzehnten so gehen und einiges an Geld kosten. Über einen Wechsel denken trotzdem nur wenige nach.
Dabei kann sich genau das lohnen. Denn wahrscheinlich hat sich Ihre Lebenssituation verändert, seitdem Sie Ihren Tarif gewählt haben. Vielleicht verdienen Sie jetzt mehr und müssen in der gesetzlichen Versicherung immer höhere Beiträge zahlen. Oder Sie sind älter geworden, gehen öfter zum Arzt und wünschen sich nun eine umfassendere Kostenübernahme. Vielleicht haben Sie auch einfach für einen Krankenkassentarif entschieden, ohne groß darüber nachzudenken, ob er für Sie überhaupt die beste Wahl ist und möchten nun eine informiertere Entscheidung treffen. Es sprechen also viele gute Gründe für einen Wechsel. Hier lesen Sie, was Sie beachten sollten, wenn Sie Ihre Krankenkasse wechseln möchten.
Gesetzlich oder privat?
Bevor Sie anfangen, einzelne Anbieter zu vergleichen, steht ein anderer Elefant im Raum: Lassen Sie sich gesetzlich oder privat versichern? An dieser Frage scheiden sich die Geister, denn für beide Varianten gibt es Vor- und Nachteile. Welche Variante sich lohnt, hängt von Ihrem Gehalt und Ihren Ansprüchen an Ihre Krankenversicherung ab. Und schließlich gibt es da noch das Problem der Weitsichtigkeit: Keiner kann wirklich voraussagen, wie sich die Situation der Krankenkassen in ein paar Jahrzehnten entwickelt und was für Sie im Alter am sinnvollsten ist. Trotzdem müssen Sie schon jetzt eine Entscheidung fällen, die Ihre Versicherungssituation in der Rente beeinflusst.
In den Genuss der Frage, ob eine gesetzliche oder private Krankenkasse bevorzugt wird, kommen zudem längst nicht alle Menschen. Denn angestellte Arbeitnehmer, die weniger als derzeit 66.600 Euro im Jahr verdienen, müssen sich in der gesetzlichen Krankenkasse versichern. Dass die private Krankenversicherung als die “Krankenkasse der Reichen” verschrien ist, hat also teilweise ihre Berechtigung. Aber auch Beamte und Selbstständige dürfen sie wählen – und zwar unabhängig von ihrem Einkommen.
Gesetzliche Krankenversicherungen unterscheiden sich kaum
Sind Sie pflichtversichert in der gesetzlichen Krankenversicherung, sollten Sie genau prüfen, ob sich ein Krankenkassenwechsel für Sie überhaupt lohnt. Denn das Leistungsangebot der gesetzlichen Krankenkassen ist größtenteils gleich. Lediglich einzelne Zusatzversicherungen unterscheiden sich. Überlegen Sie sich, welche Zusatztarife in Ihrer individuellen Situation tatsächlich einen so großen finanziellen Unterschied machen, dass sich ein Wechsel lohnt. Dies kann dann der Fall sein, wenn Sie bestimmte medizinische Bedürfnisse haben, die über die des durchschnittlichen Versicherungsnehmers hinausgehen.
Lohnt sich ein Wechsel in die private Krankenversicherung?
Verdienen Sie weit überdurchschnittlich viel Geld, kann sich der Wechsel in eine private Krankenkasse allein schon finanziell für Sie lohnen. Denn in der Gesetzlichen zahlen Großverdiener oft hohe Beitragssummen, um die anderen Versicherten mitzufinanzieren. Prüfen Sie, ob Sie in der Privaten nicht einen günstigeren Tarif erhalten könnten.
Hinzu kommt, dass Sie in der privaten Krankenversicherung von einem umfassenderen Leistungsangebot und anderen Vorteilen wie einem schnelleren Terminerhalt profitieren. Lassen Sie sich aber auch hinsichtlich Ihrer voraussichtlichen Beitragshöhe in der Rente beraten. Denn insbesondere späte Wechsler müssen hier mit hohen finanziellen Belastungen rechnen. Zudem müssen Sie bei einem Wechsel in die private Krankenkasse damit rechnen, dass Sie sich einer Gesundheitsprüfung unterziehen und etwaige Vorerkrankungen angeben müssen, was sich auf Ihre Beitragshöhe auswirken kann.





