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Kindesunterhalt – diese Unterhaltsansprüche haben Kinder

Kindesunterhalt – Ansprüche von Kindern gegen die Eltern
5. Juni 2024
  • Der Kindesunterhalt berechnet sich nach der Düsseldorfer Tabelle und hängt vom Alter des Kindes und dem Gehalt des Unterhaltspflichtigen ab.
  • Auch volljährige Kinder haben weiterhin einen Anspruch auf Unterhaltszahlungen, wenn sie sich noch in der Erstausbildung befinden.

Als Elternteil wissen Sie: Kinder kosten eine Menge Geld. Sie benötigen Verpflegung, Kleidung, Schulbücher – und dann kommt irgendwann vielleicht auch noch das teure Studium. Leben Eltern zusammen, stellt sich die Frage nach Unterhaltszahlungen in der Regel nicht. Anders wird dies, wenn sich die Eltern scheiden lassen und ein Elternteil auszieht. Die Kinder wohnen dann bei einem Elternteil (oft nach wie vor bei der Mutter) und besuchen das andere Elternteil in den vereinbarten Intervallen.

Das bedeutet aber auch, dass ein Elternteil einen großen Teil der Kosten trägt – nämlich allein schon in Form von Lebensmitteln und der Unterkunft. Deshalb ist das andere Elternteil dazu verpflichtet, Unterhaltszahlungen zu leisten. Welchen Unterhaltsanspruch Kinder haben und wie er gestaltet ist, lesen Sie hier.

Kindesunterhalt bemisst sich nach der Düsseldorfer Tabelle

Wie viel Unterhaltsanspruch ein Kind hat, ergibt sich aus der Düsseldorfer Tabelle. Sie finden Sie online. Da sie jedes Jahr erneuert wird, sollten Sie regelmäßig einen Blick hineinwerfen, um stets auf dem aktuellen Stand zu bleiben.

Der Düsseldorfer Tabelle entnehmen Sie, dass die Höhe des Kindesunterhalts von zwei Faktoren abhängt: dem Alter des Kindes und dem Einkommen des Unterhaltsschuldners. Die Zahlbeträge werden allerdings verringert um das Kindergeld. Ist Ihnen das zu kompliziert, können Sie auch online kostenlos verfügbare Unterhaltsrechner verwenden. Dort geben Sie Ihr Einkommen und das Alter Ihrer Kinder ein, woraufhin Ihnen die Summe angezeigt wird, die Sie entrichten müssen.

Möchten Sie auf der rechtssicheren Seite sein, sollten Sie sich an einen Anwalt für Familienrecht wenden. Er berechnet die Unterhaltsansprüche Ihrer Kinder und berücksichtigt dabei die Besonderheiten Ihres Einzelfalls. Auf die anwaltliche Berechnung sollten Sie insbesondere im Falle einer Unterhaltsstreitigkeit zurückgreifen.

Die Unterhaltsansprüche dürfen aber nicht ausufern – denn selbstverständlich soll dem Unterhaltspflichtigen selbst genug Geld zum Leben bleiben. Deshalb werden die Ansprüche durch den sogenannten Selbstbehalt beschränkt, der sich derzeit je nach Lebenssituation auf 1.120 Euro bis 1.650 Euro beläuft.

Auch volljährige Kinder haben einen Unterhaltsanspruch

Hat Sie damals während der Kinderplanung der Gedanke beschlichen, dass Sie sich für 18 Jahre binden? Spätestens dann, wenn Ihre Kinder anfangen, zu studieren, merken Sie, wie optimistisch Sie gerechnet haben. Denn der Anspruch auf Kindesunterhalt endet nicht mit dem 18. Geburtstag, also mit der Volljährigkeit. Solange sich Ihr Kind noch in der Erstausbildung befindet, kann es weiterhin Unterhaltszahlungen verlangen. Und ein Blick in die Düsseldorfer Tabelle verrät Ihnen: Sie fallen deutlich höher aus als die für jüngere Kinder.

Kein Wunder – denn Ihr Kind bestreitet nun einen immer größeren Teil seines Lebens selbst und wohnt vielleicht nicht mehr bei einem Elternteil, sondern in der eigenen Wohnung. Befindet sie sich in einer besonders teuren Stadt wie München oder Berlin und muss Ihr Kind dort wohnen, weil es vor Ort studiert, erhöht sich der Unterhaltsanspruch unter Umständen noch. Denn für die Zahlen in der Düsseldorfer Tabelle werden Pauschalen für Mieten verwendet, die zumindest in Großstädten heillos unrealistisch sind. Natürlich müssen Sie Ihrem Kind keine Penthouse-Wohnung finanzieren. Kann es aber plausibel begründen, dass es keine günstigere geeignete Unterkunft finden konnte, darf es Sie zur Kasse bitten.

Übrigens: Die “Erstausbildung” kann sich je nach Studiengang hinziehen. Während Bachelorstudiengänge oft nach einer Regelstudienzeit von sechs Semestern abgeschlossen werden können, müssen Sie für Jura- oder Medizinstudenten oft deutlich länger Unterhaltszahlungen leisten.

Autor

Lisa hat Jura studiert und ist seit ihrem ersten Examen neben ihrem Master of Laws (LL.M.) als freiberufliche Autorin tätig. Schon seit Jahren schreibt sie juristische Beiträge für verschiedene Blogs, Kanzleien und Unternehmen.

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