Im Interview mit Frau Janett Moll

Ich wollte schon als Kind Rechtsanwältin werden. Ich bin gut darin Menschen an die Hand zu nehmen und für Probleme individuell passende Lösungen zu erarbeiten. Dabei lege ich besonders Wert auf ein starkes Vertrauensverhältnis und klare Kommunikation. Ich nehme Mandate nur dann an, wenn ich der passende Berater bin.
Rechtecheck: Mit welchen Fällen kommen Mandanten häufig zu Ihnen?
Im Bankrecht vertrete ich Verbraucher insbesondere im Kreditvertragsrecht, aktuell gehäuft auch Fälle von Onlinebanking Betrug. Im Medizinrecht begleite ich insbesondere Patienten in Arzthaftungsfällen und bei Problemen mit der Krankenversicherung.
Rechtecheck: Was sind Ihrer Meinung nach die häufigsten Fehler, bevor sie einen Rechtsanwalt kontaktieren?
Ein schwerwiegender Fehler ist vor der Beratung durch einen Anwalt bereits Angaben beim Gegner zu machen, die missverständlich oder verfänglich formuliert sind. Das kann man im Nachgang praktisch nicht korrigieren. Zudem kommen sehr oft die Mandanten erst dann zum Anwalt, wenn sie bereits (nachteilige) Verträge unterzeichnet haben, statt sich davor einmal beraten zu lassen.
… von Kollege/in zu Kollege/in
Rechtecheck: Was sind Ihrer Meinung nach die wichtigsten Faktoren, um eine erfolgreiche Kanzlei zu führen?
Fachliche Kompetenz und ein hohes Engagement, Empathie, Erreichbarkeit. Damit kann man sich durchaus abheben. Das sollte auch nach außen sichtbar werden. Zufriedene Mandanten um online Bewertungen bitten, nutze ich dazu etwa. Man sollte auch nie vergessen, dass man in der Regel gegnerische Kollegen nicht nur einmal im Leben sieht. Respektvoller Umgang und ein lösungsorientiertes Verhalten finde ich sehr wichtig. Empfehlungen kommen schließlich auch oft über andere Kollegen / Richter.
Rechtecheck: Wie schätzen Sie den Einflussfaktor einer Google-Bewertung bei der Mandantengewinnung und des Mandantenvertrauens ein?
Das ist ein sehr gewichtiger Faktor im Wettbewerb. Die Menschen wollen direkt wissen, an wen Sie sich wenden (möchten). Bewertungen, die erkennen lassen wie der Rechtsanwalt arbeitet und als Person wahrgenommen wird ist dabei sehr hilfreich und wird gerne genutzt.
Rechtecheck: Was empfehlen Sie jungen Kollegen, die sich auf Ihrem Rechtsgebiet fortbilden möchten oder sich mit einer Kanzlei selbständig machen wollen?
Ein Fachanwaltslehrgang halte ich für unverzichtbar und entsprechende Erfahrung mit den speziellen Fällen. Ich schreibe gerne Fachbeiträge wenn irgendwie Zeit ist. Das erarbeitete bleibt im Gedächtnis, bringt einen auch gerne mal auf Ideen. Eine Anstellung kam für mich nie in Frage, daher kenne ich es nicht anders. Vielleicht erfordert die Selbständigkeit etwas mehr Mut und Frustrationstoleranz – und man sollte sich Gedanken machen, ob man eine Vertretung für die Urlaubszeit in Anspruch nehmen kann / will, weil man sonst auch in der Urlaubsabwesenheit arbeitet (ich jedenfalls habe seit 15 Jahren für mich noch keine andere Lösung gefunden).
Rechtecheck: Was halten Sie von KI-Technologien und nutzen Sie diese bereits?
Ich habe Sorge, dass das nicht individuell genug ist. Oder die rechtliche Frage nicht so erfasst, wie ich sie gemeint habe. Daher nutze ich die KI noch nicht. Versuche aber mich dafür nach und nach zu öffnen. Für Recherchen könnte das schon ein erheblicher Vorteil sein.
Rechtecheck: Viele sprechen von Digitalisierung und Transformation. Inwieweit ist dies im Kanzleialltag umgesetzt? Sind Sie bereits komplett digital aufgestellt? Was sind Ihrer Meinung hierbei die größten Herausforderungen? Haben Sie Tipps an Ihre Marktbegleiter, wie man dies verbessern könnte?
Die passende Kanzleisoftware zu finden.
Sie sind Anwalt oder Anwältin und möchten an unserer Interview-Reihe teilnehmen? Dann senden Sie uns gerne Ihre Antworten über unser Einreichungsformular zu.




