Im Interview mit Frau Alessandra von Piechowski

Mein Name ist Alessandra von Piechowski und ich bin seit Juni 2022 bei der Kanzlei Chevalier Rechtsanwälte als Rechtsanwältin im Bereich Arbeitsrecht tätig. Als Kanzlei vertreten wir nur Arbeitnehmende. Uns als Kanzlei und auch mir als Rechtsanwältin ist es wichtig, eine Kommunikation auf Augenhöhe zu schaffen und die Rechte unserer Mandant:innen bestmöglich zu vertreten und durchzusetzen. Meine Motivation Rechtsanwältin zu werden, lag klar darin, bestehendes Recht durchzusetzen bzw. für und mit unseren Mandant:innen die für sie bestmögliche Lösung zu finden.
Rechtecheck: Mit welchen Fällen kommen Mandanten häufig zu Ihnen?
Die meisten Fälle sind Kündigungen sowie Aufhebungsverträge. Allerdings beraten wir als Kanzlei vollumfassend im Arbeitsrecht, sodass hier eine Vielzahl von Thematiken auftaucht – sei es fehlender Zuschuss zum Mutterschaftsgeld, andere Zahlungsansprüche, die geltend gemacht werden oder auch lediglich generelle Fragestellungen, bspw. wie sich ein Urlaubsanspruch berechnet oder welche Rechte Arbeitnehmende haben bei Versetzungen durch den Arbeitgeber.
Rechtecheck: Was sind Ihrer Meinung nach die häufigsten Fehler, bevor sie einen Rechtsanwalt kontaktieren?
Mandant:innen sind, wie wir alle, nicht davor gefeit für schnelle Antworten gerne google aufzusuchen. Leider bietet google häufig nicht die Antworten auf die Fragen der Mandant:innen, da Sachverhalte sehr oft deutlich vielschichtiger sind, als zunächst vermutet. Auch lassen sich Arbeitnehmende oftmals unnötig von ihren Arbeitgeber:innen unter Druck setzen und begehen dabei Fehler, die nicht sein müssten. Daher kann ich nur empfehlen, sich für eine einzelfallbezogene Beratung stets an eine Kanzlei für Arbeitsrecht zu wenden.
… von Kollege/in zu Kollege/in
Rechtecheck: Was sind Ihrer Meinung nach, die wichtigsten Faktoren, um eine erfolgreiche Kanzlei zu führen?
Fachlich muss man natürlich stets auf dem neuesten Stand sein und sich regelmäßig weiterbilden. Aber auch die gute Mandant:innenarbeit gehört dazu. Hier sollte darauf geachtet werden, dass man stets vor Augen hat, wer einem gegenübersitzt und dass Probleme oft sehr individuell sind und man daher nicht nach Schema F arbeiten kann. Auch den regelmäßigen Austausch mit Kolleg:innen empfinde ich als besonders wichtig, um hier neue Einblicke und Denkanstöße zu erhalten. Nicht zu vergessen ist natürlich auch, dass alle Kolleg:innen sich als Teil eines Ganzen sehen, wo eine gute Zusammenarbeit nur funktioniert, wenn alle an einem Strang ziehen.
Rechtecheck: Wie schätzen Sie den Einflussfaktor einer Google-Bewertung bei der Mandantengewinnung und des Mandantenvertrauens ein?
Ich denke das darf nicht unterschätzt werden. Oftmals ist die Suche bei google das Erste, was Arbeitnehmende tun. Hier wünsche ich mir allerdings auch von Arbeitnehmenden, dass nicht jede negative Bewertung als Maßstab genommen wird für vermeintlich schlechte Arbeit des Anwaltes / der Anwältin. Unsere Herausforderung ist es, Ansprüche, die tatsächlich bestehen, von gefühltem Recht zu unterscheiden, was für einige Arbeitnehmende mitunter nur schwer zu akzeptieren ist. Daher sollten sich Arbeitnehmende regelmäßig selbst ein Bild von der Kanzlei und den betreffenden Anwält:innen machen.
Rechtecheck: Was empfehlen Sie jungen Kollegen, die sich auf Ihrem Rechtsgebiet fortbilden möchten oder sich mit einer Kanzlei selbständig machen wollen?
Ein Grundstein ist natürlich erst einmal ein guter Wissensstand sowie der stetige Wunsch nach Weiterentwicklung. Ich denke der erste Schritt ist dann einfach, den Weg zu gehen. Jeder Anfang ist schwer und das ein oder andere Mal wird man verzweifeln, aber in den meisten Fällen ist es letztlich gar nicht so schlimm, wie vielleicht gedacht. Herausforderungen sollte man annehmen und auch wenn das Kind mal in den Brunnen gefallen ist einen kühlen Kopf bewahren und versuchen eine Lösung zu finden. An jedem Fehler wächst man.
Rechtecheck: Viele sprechen von Digitalisierung und Transformation. Inwieweit ist dies im Kanzleialltag umgesetzt? Sind Sie bereits komplett digital aufgestellt? Was sind Ihrer Meinung hierbei die größten Herausforderungen? Haben Sie Tipps an Ihre Marktbegleiter, wie man dies verbessern könnte?
Wir als Kanzlei sind digital sehr gut aufgestellt. Die größte Herausforderung dürften sicherlich sein, dass bei aller Automatisierung nicht der Einzelfall vergessen darf und man nicht jeden Fall, wie einen Standardfall behandeln kann. Ich bin da allerdings guter Dinge, dass dies, auch bspw. durch intensivere Nutzung durch KI, umgesetzt werden kann.
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