Internet und Datenschutz
  • 19.12.2017

Identitätsdiebstahl im Internet

Internet und Datenschutz
  • Anna Glück
  • 19.12.2017

Jeder Dritte Deutsche wurde bereits Opfer eines Identitätsdiebstahls im Internet. Hier erfahren Sie, was Sie dagegen unternehmen können.

Was tun, wenn Kriminelle Ihre Daten missbrauchen?

Nahezu jeder bekommt bereits im Kindesalter beigebracht, nicht mit Fremden mitzugehen, nichts von diesen anzunehmen oder überhaupt mit einem Fremden zu sprechen. Die meisten Menschen denken dabei an reale Begegnungen, beispielweise auf der Straße oder im Park. Doch wie verändert sich diese Sicherheitseinstellung in abstrahierten Situationen wie etwa dem Internet? Durch Fahrlässigkeit kann man hier schnell Opfer eines Identitätsdiebstahls werden.

Statistisch gesehen waren im Jahr 2017, 62,4 Millionen Deutsche ab 14 Jahren online, was einem Anteil von 89,8 Prozent entspricht. Vergleicht man die Anzahl der durchschnittlichen Suchanfragen pro Monat zu den folgenden Themen, wird schnell deutlich, welchen geringen Stellenwert dabei die Sicherheit im Internet einnimmt – insbesondere im Vergleich mit potentiell riskanten Tätigkeiten.

Suchanfragen zum Thema Internetsicherheit im Vergleich zu Facebook und Onlinebanking.Quelle: Google, Suchanfragen pro Monat in Deutschland

Zum Vergleich: Selbst „Lustige Katzen“ wird in etwa 6 Mal häufiger gesucht als „Internetsicherheit“, was verwunderlich erscheint, wenn man bedenkt, dass jeder dritte Deutsche schon einmal von einem Identitätsdiebstahl betroffen war. Knapp 30 Prozent davon erlitten durch den Identitätsdiebstahl einen finanziellen Schaden von durchschnittlich 1.366 Euro.

Was Sie bei Identitätsdiebstahl tun können und wie Sie sich auch zukünftig vor dem Datenklau schützen können, erfahren Sie im Folgenden.

Welche Arten von Identitätsdiebstahl gibt es?

Als Identitätsdiebstahl wird die missbräuchliche Nutzung personenbezogener Daten einer Person durch Dritte bezeichnet. Die Möglichkeiten, an diese Daten heranzukommen, sind vielzählig.

  • Der häufigste Missbrauch findet durch das Versenden von Spam-Mails durch den eigenen E-Mail-Account statt.
  • Häufig werden auch sogenannte „Fakeaccounts“ angelegt (z.B. in Facebook, Ebay etc.).

Ärgerlich wird es, wenn der Identitätsdiebstahl mit einem Vermögensschaden einhergeht, dies kann z.B. der Fall sein, wenn:

  • Ihre Kreditkartendaten gestohlen und missbraucht werden.
  • In Ihrem Namen Artikel in Onlineshops gekauft werden.
  • Sich jemand Zugriff zu Ihren Bankdaten verschafft und beispielsweise Überweisungen tätigt oder Lastschriften beauftragt.

Wie bemerke ich, dass ich Opfer eines Datendiebstahls bin?

Laut einer Umfrage von PWC (2016) wird der Warenkreditbetrug am häufigsten bemerkt, da hierbei zumeist Rechnungen zugestellt oder Abbuchungen von Ihrem Konto vorgenommen werden. Oft werden Sie darüber auch von Ihrer Bank informiert oder Sie erhalten einen Schufa-Schuldeneintrag, den Sie nicht zuordnen können.

Gepeicherte Schufa-Daten prüfen *

Während normale Mahnungen teilweise noch per Mail – und damit oft an die Betrüger – verschickt werden, werden gerichtliche Mahnbescheide  an Ihren tatsächlichen Wohnort zugestellt. In diesem Fall ist Eile geboten.

Ein weiteres Anzeichen ist das Erhalten übermäßig vieler Spam-Mails.

Wie schütze ich mich vor Identitätsdiebstahl?

Datendiebstahl im Internet: Wir erklären, was Sie tun sollten.

Vorsicht ist besser als Nachsicht! Diese Devise kommt auch beim Thema Internetsicherheit zu tragen, denn es ist sinnvoller, den Schaden zu vermeiden, als diesen im Nachhinein rückgängig zu machen. Diese 6 Tipps helfen dabei, den Datenklau zu vermeiden:

  • Nutzen Sie Zahlverfahren, bei denen weder Bank- noch Kreditkartendaten angegeben werden müssen. Zahlung per Rechnung oder Paypal sind dabei die besten Optionen.
  • Kaufen Sie wenn möglich bei Anbietern, die Sie kennen wie z.B. Amazon *.
  • Achten Sie auf zertifizierte Händler z.B. mit dem „Trusted Shops“ Siegel.
  • Kontrollieren Sie Ihre Kontoauszüge regelmäßig.
  • Verwenden Sie unterschiedliche Passwörter z.B. für Onlinebanking und E-Mail.
  • Wenn Sie Ihre TANs per SMS bekommen, verwenden Sie Ihr Smartphone nicht auch für das Online-Banking.

Was kann ich tun, wenn ich dennoch Opfer eines Identitätsdiebstahls werde?

Trotz aller Vorsichtsmaßnahmen kann es natürlich dennoch zum Datenklau kommen. In einem solchen Fall sollten Sie Folgendes tun:

  • Datenklau in sozialen Netzwerken: Melden Sie das gefälschte Profil umgehend beim Betreiber. (Eventuell benötigen Sie Ihren Ausweis, um sich als Besitzer des Profils auszuweisen.)
  • Beim Versenden von Spam-Mails: Informieren Sie Freunde, Bekannte und Kollegen und melden Sie den Identitätsdiebstahl beim Betreiber.
  • Bei Warenkreditbetrug: Schalten Sie die Polizei ein und ziehen Sie einen spezialisierten Anwalt zu Rate.
  • Überprüfen Sie Ihren PC mit einer Antivirus-Software*.
  • Fordern Sie eine Auskunft bei der Schufa an und wiederholen dies in den nächsten Wochen häufiger.

Gepeicherte Schufa-Daten prüfen *

Generell sollten Sie einfach mit einer gewissen Achtsamkeit durch das Internet „gehen“, denn „offline“ würden Sie einem Fremden schließlich auch nicht alles erzählen ohne diesen vorher zu überprüfen.

 

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