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Haustierhaltung – welche Regeln gelten?

Haustierhaltung – was müssen Sie beachten?
29. März 2024
  • In Deutschland gibt es lediglich 33 Tierarten, die nicht als Haustiere gehalten werden dürfen.
  • Sie müssen allerdings eine artgerechte Haltung sicherstellen und sie im Einklang mit dem Tierschutzgesetz ausüben.
  • Zudem sollten Sie Ihre Nachbarn durch Ihr Haustier nicht gefährden oder über Gebühr stören, da Ihnen andernfalls die Tierhaltung gerichtlich untersagt werden kann.

Es mag ungewöhnlich erscheinen, aber in Deutschland, dem Land der vielen Regeln und Gesetze, genießen Haustierhalter eine große Freiheit. Wohnen Sie zur Miete, müssen Sie sich zwar nach den mietrechtlichen Regeln richten und Ihren neuen flauschigen Mitbewohner mit Ihrem Vermieter abstimmen. Wohnen Sie jedoch in Ihrem Eigenheim, fällt diese Hürde weg. Insbesondere in einem Einfamilienhaus haben Sie ausreichend Platz, um auch größere oder mehrere Tiere auf einmal unterzubringen. Aber welche Haustiere dürfen Sie eigentlich alle zu Hause halten? Und welche Grenzen und gesetzlichen Verbote gelten?

Lediglich 33 Tierarten als Haustiere verboten

Der deutsche Gesetzgeber zeigt Ihnen nur wenige Grenzen auf. So gibt es lediglich 33 Tierarten, die nicht als Haustiere gehalten werden dürfen. Zu ihnen gehören Arten, an die Sie vielleicht ohnehin nicht gedacht haben, so etwa alle Walarten. In diesem Verbotsgesetz nicht genannt sind zum Beispiel Tiger, Löwen und diverse Affenarten. Das bedeutet, dass sie nicht zu den per se verbotenen Haustieren zählen.

Artgerechte Haltung sicherstellen

Eine große Einschränkung ist die der artgerechten Haltung. Unabhängig von der spezifischen Tierart müssen Sie sicherstellen, dass Sie Ihr Haustier artgerecht bei sich zu Hause halten können. Wann dies der Fall ist, hängt von den Bedürfnissen des Tieres ab. So benötigen manche Arten zum Beispiel besonders viel Auslauf oder Platz zum Klettern. Auch sollten Sie hinterfragen, wie viel Zeit Sie dem Tier widmen können und ob es zu Ihrer Familiensituation passt.

Können Sie Ihr Haustier nicht artgerecht halten, gefährden Sie sein Tierwohl und verstoßen unter Umständen gegen das Tierschutzgesetz. Dies kann in einer Geldstrafe oder einer Freiheitsstrafe von bis zu drei Jahren resultieren. Informieren Sie sich deshalb unbedingt vor dem Kauf darüber, welche Bedürfnisse die von Ihnen ins Auge gefasste Tierart hat und wie Sie ihnen gerecht werden können. Sie können auch in Ihrer Tierhandlung nachfragen, insbesondere im Hinblick auf Ihre Wohnungseinrichtung, ob die von Ihnen beabsichtigte Tierhaltung sinnvoll ist.

Nachbarn nicht stören

Gerade dann, wenn Sie Eigentümer eines Einfamilienhauses sind, werden Ihre Nachbarn in den meisten Fällen von Ihrem Haustier wohl wenig bis gar nichts mitbekommen. Während ein Hund vielleicht noch manchmal bellt, dürfte ein Goldfisch hingegen weitestgehend unbemerkt bleiben. In jedem Fall gilt: Ihre Haustierhaltung darf Ihre Nachbarn nicht über Gebühr strapazieren. Das heißt nicht, dass Ihre Nachbarn nichts von Ihrem Tier mitbekommen dürfen. Dass Ihr Hund in Ihrem Garten herumtobt oder Ihre Katze herum streunt (und dabei auch die Grundstücke Ihrer Nachbarn betritt), gehört zu einem normalen Tierverhalten und ist deshalb zu dulden. Ungewöhnliche Geräusche oder Geruchsbelästigungen können jedoch das hinnehmende Maß überschreiten und dazu führen, dass Ihnen ein Gericht die Haustierhaltung untersagt.

Autor

Lisa hat Jura studiert und ist seit ihrem ersten Examen neben ihrem Master of Laws (LL.M.) als freiberufliche Autorin tätig. Schon seit Jahren schreibt sie juristische Beiträge für verschiedene Blogs, Kanzleien und Unternehmen.

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