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Handy am Steuer: Welche Strafen drohen?

7. November 2025

Zusammenfassung:

  • Die Nutzung eines Handys am Steuer ist in Deutschland grundsätzlich verboten und kann hohe Bußgelder nach sich ziehen.
  • Ausnahmen gelten nur in bestimmten Situationen, wie etwa bei ausgeschaltetem Motor.
  • Verstöße können neben Geldstrafen auch Punkte in Flensburg und Fahrverbote zur Folge haben.

Die Versuchung ist groß: Ein kurzer Blick auf das Handy, eine schnelle Nachricht oder ein Anruf – doch die Nutzung des Handys am Steuer kann schwerwiegende Konsequenzen haben. In Deutschland ist die Rechtslage klar: Das Handy am Steuer zu benutzen, ist grundsätzlich verboten. Doch was genau bedeutet das für Autofahrer und welche Strafen drohen bei einem Verstoß?

Rechtslage: Handy am Steuer verboten

Die Straßenverkehrsordnung (StVO) regelt in Deutschland die Nutzung von Mobiltelefonen während der Fahrt. Laut § 23 Absatz 1a StVO ist es verboten, ein elektronisches Gerät, das der Kommunikation, Information oder Organisation dient, während der Fahrt zu benutzen, wenn man es dafür in der Hand hält. Dies umfasst nicht nur das Telefonieren, sondern auch das Schreiben von Nachrichten, das Surfen im Internet oder das Bedienen von Apps.

Die Regelung gilt nicht nur für Autofahrer, sondern auch für Radfahrer. Wer also auf dem Fahrrad mit dem Handy in der Hand erwischt wird, muss ebenfalls mit einem Bußgeld rechnen. Die einzige Ausnahme: Das Gerät darf genutzt werden, wenn der Motor vollständig ausgeschaltet ist, etwa an einer roten Ampel oder im Stau.

Bußgelder und Strafen bei Verstößen

Wer mit dem Handy am Steuer erwischt wird, muss mit empfindlichen Strafen rechnen. Die Bußgelder beginnen bei 100 Euro und einem Punkt in Flensburg. Kommt es durch die Ablenkung zu einer Gefährdung oder gar einem Unfall, steigen die Strafen erheblich. In solchen Fällen drohen bis zu 200 Euro Bußgeld, zwei Punkte in Flensburg und ein Monat Fahrverbot.

Besonders teuer kann es für Wiederholungstäter werden. Wer innerhalb eines Jahres mehrmals mit dem Handy am Steuer erwischt wird, muss mit noch höheren Strafen rechnen. Zudem kann die Fahrerlaubnisbehörde bei wiederholten Verstößen die Eignung zum Führen eines Fahrzeugs in Frage stellen und Maßnahmen wie eine medizinisch-psychologische Untersuchung (MPU) anordnen.

Wann ist die Handybenutzung erlaubt?

Es gibt einige wenige Ausnahmen, in denen die Nutzung des Handys am Steuer erlaubt ist. Dazu gehört die Verwendung einer Freisprecheinrichtung. Solange das Handy nicht in der Hand gehalten wird, ist das Telefonieren über eine Freisprechanlage gestattet. Auch das Bedienen des Handys über Sprachsteuerung ist erlaubt, solange der Fahrer dabei die Hände am Lenkrad behält.

Ein weiterer erlaubter Fall ist die Nutzung des Handys bei ausgeschaltetem Motor. Dies gilt jedoch nur, wenn der Motor tatsächlich aus ist und nicht nur im Leerlauf oder im Start-Stopp-Modus. Wer also an einer roten Ampel steht und den Motor ausschaltet, darf das Handy nutzen, ohne eine Strafe zu riskieren.

Die strengen Regelungen zur Handybenutzung am Steuer haben ihren Grund: Ablenkung durch das Handy ist eine der häufigsten Unfallursachen im Straßenverkehr. Studien zeigen, dass bereits ein kurzer Blick auf das Display die Reaktionszeit erheblich verlängern kann. Daher ist es wichtig, sich an die Vorschriften zu halten und das Handy während der Fahrt nicht zu benutzen.

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass die Nutzung des Handys am Steuer in Deutschland streng reglementiert ist. Verstöße können hohe Bußgelder, Punkte in Flensburg und Fahrverbote nach sich ziehen. Um Unfälle zu vermeiden und die eigene Sicherheit sowie die der anderen Verkehrsteilnehmer zu gewährleisten, sollten Autofahrer das Handy während der Fahrt nicht benutzen. Wer dennoch erreichbar sein muss, sollte auf Freisprecheinrichtungen oder Sprachsteuerung zurückgreifen.

Autor

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