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Haftung von Hundehaltern – wann haften Sie für Ihr Tier?

Tierhalterhaftung – wann haften Hundehalter?
17. März 2024
  • Als Hundehalter haften Sie nach § 833 BGB für die Schäden, die Ihr Tier verursacht.
  • Halter haften verschuldensunabhängig, also auch dann, wenn sie und das Tier sich korrekt verhalten haben und der Fehler eigentlich beim Geschädigten liegt.
  • Grund dafür ist die sogenannte Gefährdungshaftung, nach der Sie grundsätzlich in unbegrenzter Höhe für Personen-, Sach- und Vermögensschäden mit Ihrem gegenwärtigen und zukünftigen Vermögen haften.
  • Absichern können Sie sich mit einer Hundehaftpflichtversicherung, die ohnehin in vielen Bundesländern Pflicht ist.

So gut erzogen Ihr Vierbeiner auch sein mag: Es kann Situationen geben, in denen der Spiel- oder Jagdtrieb mit dem Hund durchgeht und Dinge zu Bruch gehen. Dann greift die sogenannte Tierhalterhaftung nach § 833 BGB, wonach Sie als Hundehalter für die Schäden einstehen müssen, die Ihr Tier verursacht hat. Viele Hundebesitzer unterschätzen allerdings nach wie vor, wie weit die Haftung eines Tierhalters gehen kann.

Wie weit geht die Haftung des Tierhalters?

Als Tierhalter wird die Person bezeichnet, die das Tier besitzt und somit die tatsächliche Gewalt darüber ausübt. Die Eigenschaft als Tierhalter ist unabhängig vom Eigentum des Hundes. Die Tierhalter-Haftung umfasst grundsätzlich alle Fälle, in denen es durch den Hund zu einer Verletzung oder zu einem Schaden gekommen ist. Was dabei oft übersehen wird: Hundehalter haften verschuldensunabhängig. Das bedeutet, dass Sie auch dann für Schäden einstehen müssen, wenn Sie selbst aufmerksam aufgepasst haben und sich Ihr Hund korrekt verhalten hat. Dies kann zum Beispiel dann passieren, wenn ein Passant versucht, Ihren Hund zu streicheln, er sich dadurch in die Enge getrieben fühlt und zuschnappt.

Dies wird als sogenannte Gefährdungshaftung beim Hund bezeichnet. Dabei geht es nicht um eine Schuldzuweisung im herkömmlichen Sinne, sondern der Hund wird dabei als potenzielle Gefahrenquelle betrachtet, vor der Sie Ihre Umgebung schützen müssen. Tun Sie dies nicht erfolgreich, haften Sie grundsätzlich in unbegrenzter Höhe für Personen-, Sach- und Vermögensschäden mit Ihrem gegenwärtigen und zukünftigen Vermögen.

Wann zahlt die Hundehaftpflichtversicherung?

Da es schnell zu Personen- oder Sachschäden im Zusammenhang mit Hunden kommen kann, ist eine Hundehaftpflichtversicherung ein Muss. Denn auch noch so gut gehorchende Hunde können einmal nicht hören und auf die Straße laufen. Kommt gerade dann ein Fahrradfahrer, der über das Tier fällt, entsteht schnell ein Schaden in beträchtlicher Höhe. So sind Sie in Sekundenschnelle in der Haftung als Tierhalter.

In vielen Bundesländern zählt die Hundehaftpflichtversicherung deshalb zu den Pflichtversicherungen für Hundehalter. Sie zahlt grundsätzlich für sämtliche Personen-, Sach- und Vermögensschäden, die durch das Tier verursacht werden. Umfasst sind allerdings nur Schäden, die Dritte erleiden. Das bedeutet, dass Sie z.B. keinen Schadensersatz verlangen können, wenn Ihr Hund Ihre eigene Couch beschädigt. Wohnen Sie hingegen in einer Mietwohnung und verursacht Ihr Vierbeiner Schäden am Boden oder an den Wänden, ist dies ein Versicherungsfall.

Die Kosten für eine Hundehaftpflichtversicherung hängen von unterschiedlichen Faktoren wie der Versicherungssumme, der Anzahl der versicherten Tiere und der Rasse ab. Haben Sie einen Kampfhund oder eine andere Rasse, die als aggressiv oder gefährlich gilt, müssen Sie meist tiefer in die Tasche greifen. Auch die Höhe einer etwaigen Selbstbeteiligung wirkt sich auf den Preis aus.

Autor

Lisa hat Jura studiert und ist seit ihrem ersten Examen neben ihrem Master of Laws (LL.M.) als freiberufliche Autorin tätig. Schon seit Jahren schreibt sie juristische Beiträge für verschiedene Blogs, Kanzleien und Unternehmen.

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