Ordnungswidrigkeiten
  • 18.11.2016
Zusammenfassung:
  • Geschwindigkeitsbegrenzungen sollen Umwelt und Straßenverkehr schützen und werden deshalb besonders streng geahndet.
  • Ein Fahrverbot kann ausnahmsweise in ein Bußgeld umgewandelt werden.
  • Den Zeitraum des Fahrverbots kann der Fahrer selbst bestimmen.

Überschreitung der Geschwindigkeit: Bußgelder und Fahrverbote

Ordnungswidrigkeiten
  • Katrin Wolff
  • 18.11.2016
Zusammenfassung:
  • Geschwindigkeitsbegrenzungen sollen Umwelt und Straßenverkehr schützen und werden deshalb besonders streng geahndet.
  • Ein Fahrverbot kann ausnahmsweise in ein Bußgeld umgewandelt werden.
  • Den Zeitraum des Fahrverbots kann der Fahrer selbst bestimmen.

Wer trotz Geschwindigkeitsbegrenzung rast, riskiert seinen Führerschein. (Foto: Aleksei Demitsev/fotolia)

Wird man aufgrund einer Geschwindigkeitsüberschreitung geblitzt, drohen Punkte

Deutschland ist eines der wenigen Länder, in denen man ohne Geschwindigkeits-begrenzungen über die Autobahn rasen kann. Allerdings leider nicht überall. Deshalb kann eine überhöhte Geschwindigkeit auch hierzulande schnell zum teuren Verhängnis werden.

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Begeht man eine Geschwindigkeitsüberschreitung und wird dabei geblitzt, drohen Bußgelder, Punkte in Flensburg, Fahrverbot oder sogar der Führerscheinentzug. Die Folgen dafür sind im Bußgeldkatalog geregelt. Gründe für die strengen Regelungen und harten Folgen einer Geschwindigkeitsüberschreitung sind neben dem Schutz des Straßenverkehrs auch der Schutz der Umwelt. Denn überhöhte Geschwindigkeit hat überhöhten CO2-Ausstoß zur Folge.

Geschwindigkeitsüberschreitung: Innerorts geblitzt wird am härtesten bestraft

Grundlage für Bußgelder und andere Strafen ist die Straßenverkehrsordnung. In dieser ist ausführlich geregelt, wie man sich im Straßenverkehr zu verhalten hat und was als Ordnungswidrigkeit eingestuft wird. Die Rechtsfolgen von Verstößen sind im Bußgeldkatalog festgelegt.

Innerorts werden Geschwindigkeitsüberschreitungen am härtesten bestraft. Das liegt daran, dass innerhalb geschlossener Ortschaften häufiger Menschen auf Straßen und Gehwegen unterwegs sind. Damit ist die Gefährdung für Fußgänger oder Radfahrer wesentlich höher als beispielsweise auf Landstraßen. Grundsätzlich kann eine Aufteilung für Geschwindigkeitsüberschreitungen (die Toleranz bereits abgezogen) innerorts folgendermaßen vorgenommen werden:

  •  Wird man mit 20 km/h zu viel geblitzt, muss man mit bis zu 35 Euro Bußgeld rechnen.
  • Wird man mit einer Geschwindigkeitsüberschreitung zwischen 21 km/h und 30 km/h geblitzt, folgt bereits ein Punkt in Flensburg und ein Bußgeld bis zu 100 Euro.
  • Bei einer noch höheren Geschwindigkeitsüberschreitung muss der Fahrer mit einem Fahrverbot von mindestens einem Monat rechnen.

Unerheblich ist dabei, ob man innerorts in einer 50 km/h Zone oder in einer 30 km/h Zone unterwegs war. Die km/h Grenzen gelten für alle Bereiche innerhalb der geschlossenen Ortschaft. Eine genaue Auflistung der Bußgelder und Punkteverteilungen kann im Bußgeldkatalog eingesehen werden.

Geschwindigkeitsüberschreitungen werden immer mit einem Bußgeld geahndet, egal ob inner- oder außerhalb von Ortschaften. (Foto: Gerhard Seybert/fotolia)
Geschwindigkeitsüberschreitungen werden immer mit einem Bußgeld geahndet, egal ob inner- oder außerhalb von Ortschaften. (Foto: Gerhard Seybert/fotolia)

Wiederholte Geschwindigkeitsüberschreitung: Direktes Fahrverbot möglich

Zwar folgt bei Geschwindigkeitsüberschreitungen außerorts nicht bereits bei 31 km/h, sondern erst ab 41 km/h ein Fahrverbot, aber das bedeutet nicht, dass die Strafen außerhalb geschlossener Ortschaften weniger gravierend sind.

  • Wird man mit mehr als 20 km/h zu viel geblitzt, zahlt man 30 Euro Bußgeld.
  • Bis 40 km/h Geschwindigkeitsüberschreitung bekommt der Raser einen Punkt in Flensburg und ein Bußgeld bis zu 120 Euro.
  • Ab einer Geschwindigkeitsüberschreitung von 41 km/h liegen die Bußgelder zwischen 160 und 600 Euro und der Fahrer bekommt mindestens einen Monat Fahrverbot.

Wird ein Raser zum wiederholten Male geblitzt, kann die zuständige Behörde direkt ein Fahrverbot verhängen oder die Sperrfrist, die dem Fahrer gegenüber bereits verhängt wurde, verlängern. Außerdem ist es den Behörden möglich, das eigentliche Bußgeld wegen der Wiederholungstat zu erhöhen. Wird ein Fahrer innerhalb einer geschlossenen Ortschaft zweimal innerhalb eines Jahres mit mehr als 26 km/h zu viel geblitzt, folgt in jedem Fall ein Fahrverbot.

Mit Geschwindigkeitsüberschreitung geblitzt – was tun?

Ein Bußgeldbescheid ist wie jeder andere Bescheid einer Behörde anfechtbar. Dies muss schriftlich erfolgen, z.B. mit unserem Musterbrief. Eine Aufhebung des Bußgeldbescheids wird man aber nur erreichen, wenn man das Folgende nachweisen kann: Entweder dass man nicht selbst gefahren ist, als der Wagen mit Geschwindigkeitsüberschreitung geblitzt wurde, oder nachweisliche Mängel bei der Geschwindigkeitsmessung vorgelegen haben. Zwar können solche Fehler durchaus vorkommen, allerdings ist der Beweis verfälschter Messwerte für den Fahrer nahezu unmöglich.

Nicht unmöglich ist es hingegen, ein verhängtes Fahrverbot abzuwenden. Nach § 4 Abs. 4 Bußgeldkatalogverordnung kann ausnahmsweise ein Fahrverbot in ein Bußgeld umgewandelt werden. Meist wird dabei die Geldbuße verdoppelt. Argumente für eine Umwandlung in ein Bußgeld kann beispielsweise ein drohender Arbeitsplatzverlust sein. Ist der Temposünder allerdings Wiederholungstäter oder hat bereits Punkte in Flensburg, ist eine Umwandlung nahezu ausgeschlossen. Was allerdings immer möglich ist, ist die Festlegung des Zeitraumes, in dem das Fahrverbot gelten soll. Aufteilen kann man den Zeitraum hingegen nicht.

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Quelle: StVO, Bußgeldkatalogverordnung

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Tipps:
  • Achten Sie genau auf die Geschwindigkeitsbegrenzungen. Auch die kleinste Überschreitung hat ein Bußgeld zur Folge.
  • Überprüfen Sie einen Bußgeldbescheid genau. Ist dieser fehlerhaft, können Sie ihn anfechten.
  • In Ausnahmefällen können Sie ein Fahrverbot in ein Bußgeld umwandeln. In jedem Fall können Sie den Zeitraum des Fahrverbots selbst bestimmen. Informieren Sie sich bei der Behörde

Kommentare: 1

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Jürgen Weppler 09:3627.04.2017

Wenn ich 1 Km/Std zu schnell gefahren bin, werde ich also schon als Raser bezeichnet. Hmm. Wie wäre es, wenn man an Stellen, an denen langsamer gefahren werden soll einfach eine Fahrbahnerhöhung macht? Dann würde zum Beispiel zu schnell Fahren aus Gedankenlosigkeit" - kein Mensch ist ohne Fehler und manchmal fährt man aus eben diesem Grund zu schnell - nicht passieren. In Frankreich gibt es so etwas vor 30er Zonen. Aber Bußgeld soll natürlich auch dazu dienen die Staatskasse aufzubessern. Deshalb wird das hierzulande nie gemacht werden.

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