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Gemeinschaftliche Gartennutzung – Rechte und Grenzen

Gemeinschaftliche Gartennutzung – Rechte und Grenzen
3. Mai 2024
  • Ob und wie Sie den Gemeinschaftsgarten im Mehrparteienhaus nutzen dürfen, lesen Sie in Ihrem Mietvertrag.
  • Werden die Gemeinschaftsflächen von mehreren Parteien genutzt, sollten sämtliche Mieter Rücksicht auf die Bedürfnisse der anderen nehmen.
  • Nutzt Ihr Nachbar den Gemeinschaftsgarten so, dass er andere Mieter einschränkt, können Sie Ihren Vermieter dazu auffordern, die Störung zu beheben.

Sie sind umgezogen – und zwar in eine schöne große Wohnung in einem Mehrfamilienhaus. Eines der vielen Highlights Ihres neuen Lebensmittelpunkts ist der weitläufige Garten, der Ihnen und Ihren Nachbarn zur gemeinschaftlichen Nutzung zur Verfügung steht. Bald müssen Sie aber feststellen: Die Nutzung der Gemeinschaftsfläche verläuft anders, als Sie sich das vorgestellt hatten. Anstelle eines friedlichen Beisammenseins nimmt ein Nachbar den Garten ständig für sich allein in Anspruch und verhindert, dass Sie hier auch mal von Ihrem Alltag abschalten können. Spätestens dann, wenn Ihr Nachbar anfängt, neue Gemüsebeete anzulegen, ist es mit Ihrer Geduld vielleicht zu Ende. Gibt es Regelungen dazu, wie die Nutzung von Gemeinschaftsflächen auszusehen hat? Und wann gehen andere Mieter zu weit?

Mietvertrag gibt Aufschluss über gemeinschaftliche Gartennutzung

Wohnen Sie in einem Mehrfamilienhaus mit einem Garten, dürften Sie Informationen zur erlaubten Nutzung in Ihrem Mietvertrag finden. Existiert kein entsprechender Absatz, sollten Sie vorsichtig sein: In dem Fall steht Ihnen die Grünfläche vielleicht überhaupt nicht zur gemeinschaftlichen Verwendung frei. Denn ob und wie der Garten genutzt werden darf, entscheidet allein der Eigentümer und damit im Zweifel Ihr Vermieter. Prüfen Sie also zunächst, ob es sich überhaupt um eine Gemeinschaftsfläche handelt. Gibt Ihr Mietvertrag keinen Aufschluss, können Sie Ihren Vermieter kontaktieren und nachfragen.

Deklariert Ihr Mietvertrag den Rasen hingegen als Gemeinschaftsgarten, lesen Sie hier regelmäßig auch, in welchen Grenzen er genutzt werden darf. Das betrifft zum Beispiel die Fragen, inwieweit Sie ihn verändern dürfen (dürfen Sie ein Beet pflanzen oder eine Bank aufstellen?) und ob Sie Ruhezeiten einzuhalten haben.

Garten im Mehrparteienhaus – mitgemietet oder nicht?

Oft sind die Regelungen, die in den Mietvertrag hinsichtlich der Nutzung von Gemeinschaftsflächen aufgenommen wurden, nur wenig aufschlussreich. Indizien dessen, was erlaubt ist, können Sie zum Beispiel aus der mietrechtlichen Vereinbarung entnehmen: Haben Sie den Garten explizit mitgemietet? Das ist zum Beispiel dann der Fall, wenn damit ein höherer Mietpreis begründet wurde. Dann geht die erlaubte Verwendung regelmäßig recht weit und umfasst auch Umgestaltungen wie zum Beispiel das Anlegen von Beeten oder eines Komposthaufens. Dies ist allerdings nur den Mietern gestattet, die den Garten auch tatsächlich mitgemietet haben. Insgesamt sollten jegliche vorgenommene Änderungen aber leicht wieder rückgängig zu machen sein.

Eingeschränkter sind die Nutzungsmöglichkeiten dann, wenn der Garten nicht mitvermietet wird, der Vermieter Ihnen aber die kostenlose Verwendung erlaubt. In dem Fall dürfen Sie sich natürlich mit einem Klappstuhl und einer Tasse Kaffee auf die Wiese setzen, sollten aber größere Eingriffe wie Bepflanzungen stets vorher mit Ihrem Vermieter absprechen.

Nutzung von Gemeinschaftsflächen – im Einklang mit den Rechten anderer

Haben alle Parteien den Garten anteilig mitgemietet, müssen sie sich mit den anderen Mietern arrangieren. Insbesondere Bepflanzungen oder das Aufstellen von Rutschen oder Klettergerüsten sollten deshalb im Vorhinein mit allen Parteien abgesprochen werden. Nimmt Ihr Nachbar größere Veränderungen vor oder verwendet den Garten so, dass Sie in Ihrer Nutzung eingeschränkt werden, sollten Sie das Gespräch mit dem Nachbarn suchen oder Ihren Vermieter kontaktieren. Denn Letzterer ist es, der sicherstellen muss, dass die Nutzung der Gemeinschaftsflächen allen Mietern möglich ist.

Autor

Lisa hat Jura studiert und ist seit ihrem ersten Examen neben ihrem Master of Laws (LL.M.) als freiberufliche Autorin tätig. Schon seit Jahren schreibt sie juristische Beiträge für verschiedene Blogs, Kanzleien und Unternehmen.

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