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Übernahme der Kosten für Sehhilfen

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  • #4021 Antworten
    Joules
    Teilnehmer

    Hallo!

    Wir ihr ja schon mitbekommen habt, bin ich momentan pleite. Die Tipps vom anderen Beitrag habe ich alle befolgt. Auf die Antworten warte ich noch. Soweit sieht es eigentlich recht gut aus, dass ich ein paar Euros mehr bekomme. 🙂

    Aber zu allem Übel hat sich gestern bei mir eine Verschlechterung meiner Augen ergeben. Mein Augenarzt war recht erstaunt darüber, dass in einem Jahr meine Kurzsichtigkeit um knapp zwei Dioptrien zugenommen hat. Deswegen brauch ich schnellstmöglich neue Brillengläser. Eine neue Brillenfassung brauch ich nicht, da ich letztes Jahr um die Zeit richtig lang für meine jetzige gesucht hab. Sie steht mir immer noch super 😉

    Ich hab letztens gehört, dass die Kosten für Brillengläser von der Krankenkasse übernommen werden. Gilt das für jedes Paar Gläser oder gibt es da Einschränkungen?

    Schöne Grüße
    Joules

    #4031 Antworten
    Anita
    Teilnehmer

    hey joules, ich bin die anita.
    leider weiß ich nicht, ob für dich und mich da das gleiche gilt, weil ich studentin bin 🙂 aber meine krankenkasse übernimmt die brillengläser nicht bzw. nur teilweise.
    aber von der steuer kann man das ganze in extremen fällen absetzen – vielleicht ist das ja eine möglichkeit?
    alles liebe, anita

    #4164 Antworten
    Alper Alibas
    Moderator

    Hallo Joules,
    Entschuldigung für die späte Antwort!
    Seit dem 1. Januar 2004 gehören Brillen nicht mehr in den Leistungskatalog der gesetzlichen Krankenkassen. Ziel dieser Änderung war es, die Leistungen der Krankenkassen zu reduzieren, um die Lohnnebenkosten stabil zu halten. Da aber ein Großteil Deutschlands eine Sehhilfe benötigt, wäre es aber wohl Zeit, dass da eine Veränderung stattfindet.
    Die momentane Gesetzgebung (§ 33 Abs. 2 SGB V) sagt bzgl. Sehhilfen folgendes:

    „Versicherte haben bis zur Vollendung des 18. Lebensjahres Anspruch auf Versorgung mit Sehhilfen entsprechend den Voraussetzungen nach Absatz 1. Für Versicherte, die das 18. Lebensjahr vollendet haben, besteht der Anspruch auf Sehhilfen, wenn sie

    1. nach ICD 10-GM 2017 auf Grund ihrer Sehbeeinträchtigung oder Blindheit bei bestmöglicher Brillenkorrektur auf beiden Augen eine schwere Sehbeeinträchtigung mindestens der Stufe 1 oder
    2. einen verordneten Fern-Korrekturausgleich für einen Refraktionsfehler von mehr als 6 Dioptrien bei Myopie [Kurzsichtigkeit] oder Hyperopie [Weitsichtigkeit] oder mehr als 4 Dioptrien bei Astigmatismus [Hornhautverkrümmung]

    aufweisen; Anspruch auf therapeutische Sehhilfen besteht, wenn diese der Behandlung von Augenverletzungen oder Augenerkrankungen dienen. Der Gemeinsame Bundesausschuss bestimmt in Richtlinien nach § 92, bei welchen Indikationen therapeutische Sehhilfen verordnet werden. Der Anspruch auf Versorgung mit Sehhilfen umfaßt nicht die Kosten des Brillengestells.“

    Für Dich heißt das, dass Du finanzielle Unterstützung erst dann kriegst, wenn Du ohne Sehhilfe Deinen Alltag nicht richtig gestalten kannst. Solange das aber nicht der Fall ist, musst Du leider alles aus der eigenen Tasche zahlen. Außerdem gilt die Unterstützung nur für die Brillengläser und nicht für das Brillengestell.
    Die Krankenkassen bieten eine Brillen-Zusatzversicherung an, die aber in der Regel unnütz ist. Die Beiträge für diese Zusatzzahlung kann man auch beiseite legen und kommt schlussendlich auf das gleiche hinaus.

    Wir hoffen, dass wir dir weiterhelfen konnten!

    Mit freundlichen Grüßen
    Alper

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