Lohnfortzahlung im Krankeitsfall und bei Urlaub- bzw. Feiertagen (BAP, iGZ)

Dieses Thema enthält 2 Antworten und 2 Teilnehmer. Es wurde zuletzt aktualisiert von  qh.le vor 1 Monat, 3 Wochen.

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  • #4694

    qh.le
    Teilnehmer

    Hallo zusammen,
    ich arbeite als ANÜ-ler und werde nach dem BAP-Tarifvertrag vergütet. Hier bekomme ich Branchenzuschläge für die Metall und Elektroindustrie. Vom Kunden (die Firma für die ich produktiv arbeite) bekommen wir übertarifliche Zulagen.
    Im Krankheitsfall, beim Urlaub oder bei Feiertagen bekomme ich nur den Basisentgelt, weder Kundenzulage und Branchenzuschläge werden hier bezahlt. Es wird argumentiert, dass ich keine Branchenzuschläge bekäme und nur Kundenzulage, weil diese höher sind. Und nur Branchenzuschläge gehen in die Berechnung ein.
    Im Tarifvertrag steht, dass der durchschnittliche Verdienst der letzten 3 Monate als Grundlage für die Fortzahlung im Krankheitsfall und beim Urlaub gilt.

    Hier habe ich 3 Fragen:
    1. Was wird für die Berechnung des Durchschnittsverdienst herangezogen? Auch übertarifliche Bezahlung des Kunden?
    1.a. Wenn die übertarifliche Bezahlung nicht berücksichtigt werden, müssen nicht mindestens die tarifliche Branchenzuschläge in die Berechnung einfließen?
    2. Was gilt für den Feiertag?

    Vielen Dank und viele Grüße
    Hoa Le

    • Dieses Thema wurde geändert vor 1 Monat, 4 Wochen von  qh.le.
    #4698

    KlausBiman
    Teilnehmer

    Hallöchen qh.le!

    Hier gibt’s tatsächlich noch aktive User! 😀 😀

    Sehr interessante Frage, die Du da hast. Wenn du krank bist, bekommst du eigentlich nur dein Basisentgelt. Sonderzuschläge zu kriegen, obwohl du nichts ’sonderbares‘ gemacht hast, wäre doch absolut unfair o.O

    Ich hab hier auch einen Artikel auf der Seite gefunden, in der das gleiche besser formuliert steht: https://rechtecheck.de/lohnfortzahlung-im-krankheitsfall-ist-gesetzlich-geregelt/
    Anscheinend darf beim Tarifvertrag der Arbeitgeber einiges selbst entscheiden, was mich wieder zu dem Punkt von oben bringt. Hoffentlich reicht’s dir zum Überleben!

    Gruß
    Klaus

    #4700

    qh.le
    Teilnehmer

    Hallo Klaus,
    die Frage was fair und was unfair ist stellt sich nicht. Es wäre eine endlose Diskussion weil die Definition subjektiv ist.
    Meine Frage ist rein rechtlich zu sehen.
    Laut BAP-Tarif §13.3


    Für die Berechnung der Entgeltfortzahlung im Krankheitsfall und des Urlaubsentgelts sind für jeden nach den gesetzlichen und tariflichen Bestimmungen zu vergütenden Krankheits- bzw. Urlaubstag für die Höhe des fortzuzahlenden Entgelts der durchschnittliche Arbeitsverdienst und die durchschnittliche Arbeitszeit der letzten drei abgerechneten Monate (Referenzzeitraum) vor Beginn der Arbeitsunfähigkeit bzw. des Urlaubsantritts zugrunde zu legen. Hierfür gilt:
    a) Es ist der durchschnittliche Arbeitsverdienst des Referenzzeitraums auf Grundlage der individuellen regelmäßigen Arbeitszeit zu bilden. Zum Arbeitsverdienst zählen die Entgeltbestandteile gemäß § 13.2 (ohne Mehrarbeitszuschläge) sowie sonstige Zu­lagen und Zuschläge gemäß den Bestimmungen des Bundes­urlaubsgesetzes.
    b) Zusätzlich finden die durchschnittlich im Referenzzeitraum erarbeiteten Zulagen und Zuschläge (ohne Mehrarbeitszuschläge) auf Grundlage der durchschnittlichen tatsächlichen Arbeitszeit Berücksichtigung, die über die individuelle regelmäßige Arbeitszeit hinausgeht.

    Leider steht im Tarifvertrag nichts zu Feiertagen.
    Aber im EntgFG § 2 steht

    (1) Für Arbeitszeit, die infolge eines gesetzlichen Feiertages ausfällt, hat der Arbeitgeber dem Arbeitnehmer das Arbeitsentgelt zu zahlen, das er ohne den Arbeitsausfall erhalten hätte.

    Von daher müssen in allen Fällen auch Zulagen bezahlt werden wie wenn man gearbeitet hätte.

    Ich würde aber auch gerne andere Meinung bezüglich der Gesetzslage einholen.

    Viele Grüße
    Hoa

    • Diese Antwort wurde geändert vor 1 Monat, 3 Wochen von  qh.le.
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