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Feuchte Wände in Altbauwohnung: Landgericht Paderborn erkennt Mietmangel an

Das Landgericht Paderborn hat in einem aktuellen Urteil (Aktenzeichen 1 S 72/22) entschieden, dass erheblich durchfeuchtete Wände in einer Altbauwohnung aus den 1920er Jahren einen Mietmangel darstellen. Das Gericht sprach der klagenden Mieterin einen Anspruch auf Beseitigung der Feuchtigkeit zu und erkannte zudem ein Recht auf Mietminderung an.

Die Entscheidung des Gerichts

In dem Verfahren ging es um Feuchtigkeitserscheinungen in einer Altbauwohnung. Die Wände zeigten erhebliche Durchfeuchtungen mit sichtbaren Salzausblühungen und zerbröselndem Putz. Das Landgericht stellte fest, dass solche Zustände auch in einer alten Wohnung einen Mietmangel darstellen, wenn die Feuchtigkeit bauliche Ursachen hat und die Wände erst ab einer Höhe von ca. einem Meter über dem Fußboden normale Trockenwerte aufweisen.

Anspruch auf Beseitigung und Mietminderung

Das Gericht sprach der Mieterin einen Anspruch auf Beseitigung der Feuchtigkeit zu. Zudem erkannte es ein Mietminderungsrecht an, da die feuchten Wände das Wohnklima und die Optik der Wohnung erheblich beeinträchtigen. Damit wurde die Entscheidung des Amtsgerichts Paderborn teilweise abgeändert.

Kein Mangel bei Kellerwänden

Im Gegensatz zu den Wohnungswänden sah die Berufungskammer jedoch keinen Mangel in den ebenfalls durchfeuchteten Kellerwänden des Mietobjekts. In diesem Punkt wurde die Berufung der Klägerin zurückgewiesen.

Bedeutung für Mieter und Vermieter

Das Urteil des Landgerichts Paderborn ist von großer Bedeutung für Mieter und Vermieter von Altbauwohnungen. Es stellt klar, dass erhebliche Feuchtigkeitsschäden auch in älteren Gebäuden nicht hingenommen werden müssen und dass Mieter unter bestimmten Voraussetzungen Anspruch auf Beseitigung der Mängel sowie Mietminderung haben.

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