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Elternzeit für Beamte – wie sieht es mit Elterngeld, Beihilfe und Co. aus?

Elternzeit für Beamte – Regelungen
14. Mai 2024
  • Beamte dürfen genauso wie angestellte Arbeitnehmer Elternzeit nehmen.
  • In dieser Zeit erhalten sie Elterngeld und sind weiterhin beihilfeberechtigt.
  • In den unteren Besoldungsgruppen können Beamte eine Erstattung der Krankenversicherungsbeiträge bis zur vollen Höhe beantragen.

Sie erwarten ein Baby – juhu! Die neun Monate einer Schwangerschaft sind eine wunderbare und spannende Zeit, die natürlich viel zu schnell herumgeht. Die meisten Paare nutzen sie zur Vorbereitung auf ihren Neuzuwachs und lesen einschlägige Lektüre, richten das Babyzimmer ein und bereiten auch ihr Umfeld auf die anstehenden Änderungen vor.

Eine wichtige Anlaufstelle ist der Arbeitgeber. Dies geht für manche werdenden Eltern aber mit einer (selbstverständlich unberechtigten) Hemmschwelle einher, denn schließlich informieren sie ihren Vorgesetzten darüber, dass sie ihn für einige Monate nicht mehr unterstützen werden. Hier lesen Sie, was Sie zum Thema Elternzeit für Beamte wissen sollten und welche Ansprüche Sie aus der Mutterschutz- und Elternzeitverordnung geltend machen können.

Wie lange dürfen Beamte Elternzeit nehmen?

Beamte dürfen – genauso wie Arbeitnehmer – Elternzeit nehmen. Dies regelt die Mutterschutz- und Elternzeitverordnung (MuSchEltZV). Den Anspruch kann jedes Elternteil ab der Geburt des Kindes bis zur Vollendung des dritten Lebensjahres nehmen.

Wer sein Kind auch über diese Zeit hinaus betreuen möchte, kann einen Anteil der Elternzeit von bis zu 24 Monaten auch später nehmen, solange dies bis zur Vollendung des achten Lebensjahres des Kindes geschieht. Dies muss das Elternteil allerdings rechtzeitig beantragen. Informieren Sie dafür Ihren Dienstherrn schriftlich darüber, ob und wie Sie die Elternzeit aufteilen möchten und wann Sie welche Anteile nehmen werden.

Wie ist das Elterngeld von Beamten in der Elternzeit gestaltet?

In der Elternzeit sind Beamte nicht auf ihre finanziellen Rücklagen angewiesen, sondern können Elterngeld beantragen. Dies richtet sich nach den Verordnungen ihrer Dienstherren und fällt deshalb oft üppiger aus als die Summe, die Arbeitnehmer erhalten. Grundlage für die Berechnung ist dabei die Besoldung gemäß des geltenden Beamtengesetzes, wobei als Vergleichszeitraum die letzten zwölf Monate vor dem Monat der Geburt des Kindes herangezogen werden. Nicht berücksichtigt werden in dem Rahmen allerdings steuerfreie Zuschläge für Wochenend- und Feiertagsarbeit, Leistungsprämien oder Jahressonderzahlungen.

Da die Höhe des Elterngeldes anhand des vorgeburtlichen Nettoeinkommens berechnet wird, erhalten Beamte regelmäßig signifikant mehr als Arbeitnehmer, die ein vergleichbares Bruttogehalt verdienen. Denn bei Beamten fällt der Sozialversicherungsabzug weg, was zu einem höheren Nettoeinkommen führt.

Wie sieht es mit der Krankenkasse und Beihilfe in der Elternzeit von Beamten aus?

Auch in der Elternzeit bzw. im Mutterschutz müssen Beamte selbstverständlich krankenversichert bleiben. Die Krankenkassenbeiträge zahlen sie in dieser Zeit nicht von ihrem Gehalt, sondern von ihrem Elterngeld. In den meisten Bundesländern übernimmt der Dienstherr allerdings die Beiträge bis zur Besoldungsgruppe A9 und zahlt für höhere Besoldungsgruppen zumindest Zuschüsse.

In der Elternzeit und im Mutterschutz sind Beamte weiterhin beihilfeberechtigt, wobei der Bemessungssatz 70 Prozent beträgt. Dies hat den Vorteil, dass die Beiträge zur privaten Krankenversicherung weiterhin gering ausfallen. Eine beitragsfreie Familienversicherung in der gesetzlichen Krankenkasse können Beamte in Elternzeit allerdings nicht abschließen.

Autor

Lisa hat Jura studiert und ist seit ihrem ersten Examen neben ihrem Master of Laws (LL.M.) als freiberufliche Autorin tätig. Schon seit Jahren schreibt sie juristische Beiträge für verschiedene Blogs, Kanzleien und Unternehmen.

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