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Ehescheidung – Ablauf, Versorgungsausgleich und der Scheidungstermin

Scheidung – Ablauf
2. Juni 2024
  • Die Scheidung beginnt, wenn ein Ehepartner einen Scheidungsantrag beim Familiengericht einreicht.
  • Das Gericht stellt den Antrag dem anderen Ehegatten zu.
  • Im Scheidungsprozess führt das Gericht den Versorgungsausgleich durch und verhandelt bei Bedarf über weitere Folgesachen.
  • Die Scheidung wird wirksam mit dem Scheidungsbeschluss, sofern beidseitig ein Rechtsmittelverzicht erklärt wird.

Wenn die Liebe verblasst oder sich im Alltag die Streitereien aneinanderreihen, beenden so manche Paare ihre Ehe mit einer Scheidung. Bis es aber so weit ist und der Richter den Scheidungsbeschluss verkündet, muss einiges geschehen. Handelt es sich nicht um eine einvernehmliche Scheidung, kann der Prozess unangenehm, gefühlsgeladen und langwierig werden. Hier erfahren Sie mehr über den Ablauf einer Ehescheidung.

Der Scheidungsantrag leitet die Ehescheidung ein

Die Entscheidung, eine Beziehung oder gar eine Ehe zu beenden, fällt den Betroffenen meist nicht leicht. Oft hält noch ein Partner daran fest, was es umso schwieriger macht. Wer sich dazu durchgerungen hat, das Ende der Beziehung auch gegenüber dem Staat zu erklären, reicht beim Familiengericht einen Scheidungsantrag ein. Sobald dieser eingegangen ist und der Gerichtskostenvorschuss gezahlt wurde, beginnt offiziell der Scheidungsprozess.

Das Gericht stellt sodann den Scheidungsantrag dem anderen Ehegatten zu, der ihn in einem gelben Briefumschlag erhält. Dabei wird er unter Fristsetzung dazu aufgefordert, sich zu dem Antrag zu äußern – also ihm zuzustimmen oder ihn abzulehnen. Stimmt der Ehegatte dem Scheidungsantrag zu, handelt es sich um eine einvernehmliche Scheidung. Andernfalls spricht man von einer strittigen Scheidung, die erst nach einer dreijährigen Trennungszeit durchgeführt werden kann.

Darüber hinaus hat der Ehegatte, der den Scheidungsantrag des anderen empfängt, selbst die Möglichkeit, die Scheidung zu beantragen. Dies hat den Vorteil, dass der Scheidungsprozess nicht gestoppt wird, falls der andere Ehegatte seinen Scheidungsantrag zurückzieht. Lassen Sie sich bei Ihrem Scheidungsantrag durch einen Anwalt für Familienrecht beraten.

Der Versorgungsausgleich in der Scheidung

Zunächst führt das Gericht den Versorgungsausgleich durch, wobei es insbesondere die Rentenansprüche verteilt. Dabei berücksichtigt das Gericht die Regelungen eines etwaigen Ehevertrags, in dem das Paar vom Gesetz abweichende Vereinbarungen getroffen oder den Versorgungsausgleich ganz ausgeschlossen hat.

Für den Versorgungsausgleich sendet das Gericht jedem Ehepartner ein Formular zu, das er ausfüllen und zurückschicken muss. Dafür können Sie einen Anwalt für Familienrecht hinzuziehen, müssen dies aber nicht – Sie dürfen das Formular auch selbst ohne anwaltliche Beratung ausfüllen.

Verhandlung über weitere Folgesachen

Soweit dies nicht durch einen Ehevertrag ausgeschlossen wurde, findet zudem eine Verhandlung über den Zugewinnausgleich, Unterhaltszahlungen, Sorge- und Umgangsrechte für die Kinder und die Aufteilung von Ehewohnungs- und Haushaltssachen statt.

Scheidungstermin

Zu dem Scheidungstermin müssen beide Ehepartner persönlich vor Gericht erscheinen, sofern kein wichtiger Grund dagegen spricht. Der Termin ist nicht öffentlich. Das Gericht befragt die beiden Ehepartner, ob das Trennungsjahr bzw. die Trennungszeit eingehalten wurde und ob sie die eheliche Gemeinschaft nicht wiederherstellen wollen. Wird nicht über Scheidungsfolgesachen gestritten, wird lediglich noch der Versorgungsausgleich durchgeführt. Der gesamte Termin dauert im Falle einer einvernehmlichen Scheidung gerade einmal ca. zehn Minuten.

Schließlich folgt die Ehescheidung in Anwesenheit beider Ehegatten, die der Richter in Form des Scheidungsbeschlusses ausspricht. Erklären beide Ehegatten einen Rechtsmittelverzicht, wird die Scheidung sofort wirksam, womit auch die Scheidungsfolgen unmittelbar gelten. Verzichten nicht beide Ehegatten auf die ihnen zur Verfügung stehenden Rechtsmittel, wird die Scheidung nach einem Monat wirksam, wenn kein Rechtsmittel eingelegt wird.

Autor

Lisa hat Jura studiert und ist seit ihrem ersten Examen neben ihrem Master of Laws (LL.M.) als freiberufliche Autorin tätig. Schon seit Jahren schreibt sie juristische Beiträge für verschiedene Blogs, Kanzleien und Unternehmen.

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