Finden Sie Ihren Anwalt

Deutschlands Anwaltsportal mit über 65.000 Anwälten

Deutschlands Anwaltsportal mit über 65.000 Anwälten

Die Gesellschaft bürgerlichen Rechts – so ist die GbR ausgestaltet

16.01.2023

Zusammenfassung:

  • Die GbR ist eine Auffanggesellschaft, die automatisch entsteht, wenn keine andere Rechtsform gewählt wird.
  • Sie bedarf keiner Gründungsformalitäten und keines Mindestkapitals.
  • Die Gesellschafter haften mit ihrem privaten Vermögen für die Verbindlichkeiten der Gesellschaft.

Die Gesellschaft bürgerlichen Rechts (GbR) wird auch als BGB-Gesellschaft bezeichnet. Sie muss nicht ausdrücklich gegründet werden – es genügt, wenn sich mehrere Personen zu einem gemeinsamen Zweck zusammentun. Das ist auch der Sinn der Gesellschaft: Sie dient als eine Art Auffanggesellschaft, die dann entsteht, wenn die Gesellschafter es versäumt haben, eine andere Form zu wählen. Kommt es nun zu Rechtsstreitigkeiten zwischen den Gesellschaftern selbst oder in der Beziehung mit Dritten, bewegen sich die Beteiligten nicht im luftleeren Raum. Sie unterliegen den Regelungen des Bürgerlichen Gesetzbuchs, das eigens für diese Fälle bestimmte Normen vorsieht. 

Wie wird die GbR gegründet? 

Die GbR bedarf keines speziellen Gründungsverfahrens, sondern entsteht in vielen Fällen sogar ganz automatisch. Dabei ist unabhängig, ob dies von den Gesellschaftern so gewollt war oder nicht. Die Gesellschaft bürgerlichen Rechts entsteht, sobald sich zwei oder mehr Personen zusammenschließen, um einen gemeinsamen Zweck zu verfolgen. Dafür ist es nicht notwendig, dass die Gründer bereits nach außen im Namen der anderen auftreten. Es reicht, wenn interne Planungen aufgenommen und zum Beispiel die ersten Schritte für die Gründung eines Startups eingeleitet werden. 

Wie ist die GbR ausgestaltet? 

Die GbR soll als sogenannte “Auffanggesellschaft” zu möglichst vielen Berufsfeldern und Tätigkeitsbereichen passen. Sie kann zum Beispiel von Freiberuflern, Kleingewerbetreibenden, Arbeits- oder Praxisgemeinschaften gegründet werden, die beschlossen haben, sich einem gemeinsamen Projekt zu widmen. 

Die Gründung der GbR sieht weder ein Mindestkapital vor noch einen schriftlichen Vertrag oder ähnliche Gründungsformalitäten. Mündliche Absprachen zwischen den Beteiligten reichen aus. Allerdings ist es allein schon im Hinblick auf die Beweiskraft im Rechtsverkehr empfehlenswert, wenn die Gründer ihre Vereinbarungen schriftlich festhalten. 

Die Gesellschaft bürgerlichen Rechts ist eine Personengesellschaft. Die Gesellschafter haften für alle Verbindlichkeiten der Gesellschaft mit ihrem privaten Vermögen, wobei von jedem Gesellschafter die gesamte Summe aus einem Anspruch eingefordert werden kann. Im Innenverhältnis haften die Gesellschafter zu gleichen Teilen, sodass der in Anspruch genommene Gesellschafter einen Ausgleich von den anderen verlangen kann. Im Gesellschaftsvertrag können jedoch abweichende Regelungen für das Innenverhältnis getroffen werden. 

GbR oder OHG? 

Wie die GbR ist die OHG – die offene Handelsgesellschaft – eine Personengesellschaft. Sie ähnelt der GbR sehr, unterscheidet sich aber von ihr durch ihren Gesellschaftszweck. Eine OHG liegt vor, wenn die Gesellschafter ein Handelsgewerbe betreiben, das Unternehmen also aufgrund seiner Art und seines Umfangs die Einrichtung eines kaufmännischen Geschäftsbetriebs bedarf. 

Schließen sich mehrere Personen zu der Verfolgung eines gemeinsamen Zwecks zusammen, ohne sich näher einer Gesellschaftsform unterzuordnen, und ist dieser Zweck die Betreibung eines Handelsgewerbes, entsteht automatisch eine OHG. Die offene Handelsgesellschaft ist insofern spezieller als die Gesellschaft bürgerlichen Rechts. 

Haben die Gesellschafter zuvor eine GbR betrieben und ändern sie nun ihren Gesellschaftszweck, sodass sie ein Handelsgewerbe betreiben, wird die GbR automatisch zu einer OHG. 

Wer vertritt die GbR? 

Die GbR wird grundsätzlich durch alle Gesellschafter gemeinsam vertreten. Das bedeutet, dass für jedes Geschäft, das mit Dritten abgeschlossen wird, alle Gesellschafter zustimmen müssen. Da dies im Geschäftsalltag zeitraubend und mühselig ist, sehen viele Gesellschaften bürgerlichen Rechts in ihrem Gesellschaftsvertrag eine andere Regelung vor. Dort können sie zum Beispiel festlegen, dass jeder Gesellschafter die GbR im Alleingang vertreten darf.

Ähnliche Artikel:

zum Thema „Gesellschaftsrecht“:

4 Artikel

Gesellschaftsrecht

20.01.2023 Zusammenfassung: Die OHG ist eine Personengesellschaft, die ein Handelsgewerbe betreibt.Die Gesellschafter haften für die…

Gesellschaftsrecht

12.01.2023 Zusammenfassung: Die AG ist eine Kapitalgesellschaft mit einem Mindestkapital von 50.000 Euro.Die Gesellschafter haften…

Gesellschaftsrecht :

  • 4 Artikel

zum Thema „Familie“:

4 Artikel

Gesellschaftsrecht

20.01.2023 Zusammenfassung: Die OHG ist eine Personengesellschaft, die ein Handelsgewerbe betreibt.Die Gesellschafter haften für die…

Gesellschaftsrecht

20.01.2023 Zusammenfassung: Die OHG ist eine Personengesellschaft, die ein Handelsgewerbe betreibt.Die Gesellschafter haften für die…

Gesellschaftsrecht

12.01.2023 Zusammenfassung: Die AG ist eine Kapitalgesellschaft mit einem Mindestkapital von 50.000 Euro.Die Gesellschafter haften…