Abgasskandal
Zusammenfassung:

Auch BMW ist vom Abgasskandal betroffen.

Fast alle BMW-Diesel setzen „Thermofenster“ ein, die wahrscheinlich gegen EU-Recht verstoßen.

BMW-Dieselskandal: Entschädigung und betroffene Modelle

Abgasskandal
  • Robert Metz
Zusammenfassung:

Auch BMW ist vom Abgasskandal betroffen.

Fast alle BMW-Diesel setzen „Thermofenster“ ein, die wahrscheinlich gegen EU-Recht verstoßen.

Der BMW-Dieselskandal wird der Konzern-Zentrale in München sicher noch Kopfzerbrechen bereiten.

Inzwischen scheint es auch einen BMW-Abgasskandal zu geben. Zwar leugnet der Autohersteller aus München weiter, dass er in seinen Fahrzeugen illegale Abschalteinrichtungen verwendet (hat), Verbraucherschutz-Anwälte sehen aber inzwischen gute Chancen für die Kunden. Ohnehin sind die Fahrzeuge von BMW schon lange indirekt vom Dieselskandal betroffen: Auch für sie gelten teilweise Fahrverbote. In diesem Artikel erläutern wir:

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Warum auch BMW vom Abgasskandal betroffen ist

Bereits seit längerem ist bekannt, dass bei einzelnen BMW-Modellen die Abgasreinigung nicht richtig funktioniert hat. BMW erklärte das damit, dass bei M550d xDrive, 750Ld xDrive und 750d xDrive versehentlich eine falsche Software-Variante aufgespielt wurde. Hinzu kommt, dass bei manchen Modellen die Abgasreinigung angeblich zu nah am Motor positioniert ist. Durch die große Hitze hält das Wabenmaterial im NOx-Speicherkatalysator, das für die Abgasreinigung nötig ist, daher wohl nicht besonders lange.

Gravierender dürfte für BMW allerdings das in Kürze erwartete EuGH-Urteil zum Abgasskandal ausfallen. Nach dem Schlussantrag der Generalanwältin dürften auch die von BMW in vielen Motor-Varianten eingesetzten Thermofenster unzulässig sein. Das sah auch das Landgericht Düsseldorf (Aktenzeichen 7 O 67/19) Ende März 2020 so: In dem noch nicht rechtskräftigen Urteil ging das Gericht davon aus, dass eine unzulässige Abschalteinrichtung vorliegt, wenn die Abgasreinigung unterhalb von 17° C und oberhalb von 33° C abgeschaltet oder stark reduziert wird. Immerhin handelt es sich dabei um in Deutschland durchaus übliche Temperaturen.

Wie viel Entschädigung kann man im BMW-Dieselskandal erwarten?

Es ist anzunehmen, dass der Schadensersatz im BMW-Dieselskandal ähnlich ausfallen wird, wie im VW-Abgasskandal. Vor den Oberlandesgerichten hat sich dabei weitgehend ein Modell durchgesetzt, das im ersten BGH-Urteil im Dieselskandal bestätigt wurde: Der betrogene BMW-Besitzer gibt sein vom Dieselskandal betroffenes Fahrzeug zurück und der Hersteller erstattet dafür den Kaufpreis. Vom Preis wird dabei noch ein „Nutzungsersatz“ abgezogen, der sich nach den gefahrenen Kilometern und der erwarteten Gesamtleistung bemisst. Es gilt:

Nutzungsersatz = Kaufpreis x gefahrene Kilometer / erwartete Laufleistung

Beispiel: Ein vom Abgasskandal betroffener BMW hat vor 4 Jahren neu 60.000 € gekostet. Der Richter nimmt an, dass für ein solches Fahrzeug eine Laufleistung von 300.000 km zu erwarten ist. Der betrogene BMW-Kunde ist bereits 100.000 km gefahren. Damit ergibt sich ein Nutzungsersatz von

60.000 € x 100.000 km / 300.000 km = 20.000 €.

Damit kann der Kunde seinen BMW für 40.000 € zurückgeben.

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Dabei ist durchaus möglich, dass die Gerichte einem vom Abgasskandal betroffenen BMW eine höhere Lebensdauer zutrauen als die 250.000-300.000 km, die bei VW oder Seat üblicherweise angenommen werden. Immerhin ist BMW ein Premium-Hersteller. (Für vom Abgasskandal betroffene Gebrauchtwagen gelten modifizierte Regeln.)

Bei Kunden, deren vom Diesel-Skandal betroffener BMW schon sehr viele Kilometer auf dem Tacho hat, kommt statt der Rückgabe auch eine pauschale Entschädigung infrage.

Vom Abgasskandal betroffene BMW-Modelle

Die juristische Aufarbeitung des BMW-Dieselskandals steht wie gesagt noch am Anfang. Klar ist, dass bei den Modellen M550d xDrive, 750Ld xDrive und 750d xDrive eine „falsche“ Software installiert war. Hinzu kommt, dass bei praktisch allen BMW-Dieselfahrzeugen mit den Motorreihen N47, N57 und B47 „Thermofenster“ eingesetzt wurden, die nach den Zulassungsregeln der EU unzulässig sein dürften. Die Motorreihen N47, N57 und B47 wurden bzw. werden seit 2007 in vielen Diesel-Modellen von BMW eingesetzt. Betroffene Modelle haben die Abgasnormen Euro 5 oder Euro 6 und 1,6, 2,0 bzw. 3,0 l Hubraum. Betroffen sind dabei insbesondere folgende BMW-Modelle, bei denen es nach unseren Informationen bereits einen freiwilligen Rückruf gab:

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Dabei sind meist verschiedene Varianten betroffen, also z.B. Active Tourer, Cabrio, Coupé, Gran Coupé, Limousine, sDrive, Touring oder xDrive. Ob konkret Ihr BMW vom Abgasskandal betroffen ist und wie viel Entschädigung Ihnen zusteht, können Sie kostenlos und unverbindlich auf unserer Seite zum Diesel-Skandal herausfinden.

Es kann gut sein, dass bei weiteren Motorvarianten von BMW unzulässige Abschalteinrichtungen gefunden werden und noch mehr Modelle vom Abgasskandal betroffen sind. Unabhängig davon können die Besitzer von finanzierten Fahrzeugen ihr Auto oft durch den Widerruf des Autokredits loswerden.

FAQ zum BMW-Abgasskandal

Gibt es einen BMW-Dieselskandal?
Wahrscheinlich ja. Zum einen wurde bei manchen Modellen angeblich eine falsche Software installiert. Zum anderen sind die „Thermofenster“, wie sie auch BMW einsetzt, wahrscheinlich nach EU-Recht unzulässig.

Welche BMW-Modelle sind betroffen?
Die meisten BMW-Diesel-Modelle sind wahrscheinlich betroffen. Bei uns finden Sie eine Liste oder Sie können kostenlos Ihre Modell prüfen lassen.

Welche Entschädigung kann man bekommen?
Voraussichtlich kann man seinen Mogel-Diesel an BMW zurückgeben. Man erhält dann den Kaufpreis abzüglich einer Nutzungsentschädigung zurück. Diese ist aber meist viel geringer als der Wertverlust.

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