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Abmahnung wegen Urheberrechtsverletzung – was sollten Sie jetzt tun?

Abmahnung wegen Urheberrechtsverletzung – was tun?
6. Juni 2024
  • Urheberrechtsverletzungen im Internet können einfach ausfindig gemacht werden und werden deshalb streng geahndet.
  • Begehen Sie eine Urheberrechtsverletzung, müssen Sie mit einer Abmahnung, einer Schadensersatzforderung und einer Rechnung über die Abmahnkosten rechnen.

Eigentlich waren Ihre Gedanken so unschuldig: Sie haben gerade einen neuen Beitrag für Ihren privaten Reiseblog verfasst, als Sie online über ein atemberaubendes Bild von Athen gestolpert sind. “Dieses Bild passt perfekt!”, dachten Sie und fügten es kurzerhand in Ihren Beitrag ein. Kurz nach der Veröffentlichung kam aber auch schon die Abmahnung wegen einer Urheberrechtsverletzung, die von einer Rechnung begleitet wurde, die sich gewaschen hat. Hinter dem Schreiben steckt der Anwalt des wütenden Fotografen, der das Bild gemacht hat. Dabei könnte er sich doch eigentlich glücklich schätzen – schließlich kriegen jetzt mehr Menschen seine schöne Aufnahme zu sehen.

Abmahnung wegen Urheberrechtsverletzung – Vorsicht bei der Verwendung geschützter Werke

Das Urheberrecht schützt unzählige Werke – von Bildern und Videos, über Musik, bis hin zu Texten. Wenn Sie sich einen Film im Kino ansehen, ist Ihnen vielleicht schon aufgefallen, dass zu Beginn fast immer ein Hinweis eingeblendet wird, der darauf hinweist, dass der Film urheberrechtlich geschützt ist und Sie ihn deshalb nicht mitschneiden dürfen. Wenn Sie das im dunklen Kino doch tun und dann nicht im Internet verbreiten, kommen Ihnen die Urheber vielleicht nicht auf die Schliche.

Umso schneller und einfacher geht dies aber in Zeiten des Internets: Unzählige Agenturen haben ein Geschäftsmodell daraus entwickelt, Urheberrechtsverletzungen ausfindig zu machen und dann auch gleich im Namen des Berechtigten abzumahnen. Für den Letzteren ist das angenehm – denn er muss sich nicht selbst darum kümmern und kassiert für jede Urheberrechtsverletzung eine hübsche Summe. Da die Suche durch spezielle Technologien und den Einsatz künstlicher Intelligenz stark vereinfacht wurde, können Verstöße innerhalb von Stunden ausfindig gemacht und geahndet werden.

Deshalb sollten Sie stets vorsichtig sein, wenn Sie fremde Inhalte verwenden möchten. Egal, ob es sich um ein simples Bild handelt oder einen Film, den Sie gerne bei dem Geburtstag Ihrer Tochter vorspielen möchten – prüfen Sie vor der Nutzung genau, was erlaubt ist und was nicht. Auch bei augenscheinlich “urheberrechtsfreien” Inhalten ist Vorsicht geboten: Denn oft dürfen Sie sie nur im privaten Bereich kostenlos nutzen, müssen aber für die kommerzielle Verwendung doch noch ein Entgelt zahlen.

Abmahnung wegen Urheberrechtsverletzung erhalten – und jetzt?

Wenn Sie wegen einer Urheberrechtsverletzung abgemahnt worden sind, sollten Sie die Rechtsverletzung zunächst sofort einstellen. Das heißt: Nehmen Sie die betroffenen Bilder aus Ihrem Blog, löschen Sie rechtswidrige Aufnahmen, etc.

Regelmäßig enthält die Abmahnung auch gleich eine Schadensersatzforderung sowie eine Rechnung über die Abmahnkosten. Werden Sie zu Zahlungen aufgefordert, sollten Sie sie unbedingt durch einen Anwalt für Urheberrecht prüfen lassen, bevor Sie etwaige Zahlungen tätigen. Denn häufig sind die Forderungen unverhältnismäßig hoch. Da aber gerade viele private Nutzer weitere Konsequenzen fürchten, begleichen sie lieber die horrenden Forderungen – obwohl sie dazu nicht verpflichtet sind.

Vorsicht bei Fake-Abmahnungen

Weil es mittlerweile besonders einfach ist, Urheberrechtsverletzungen im Internet zu erkennen, schlagen Betrüger daraus ihren Gewinn: Sie geben sich fälschlicherweise als der Urheber oder dessen Anwalt aus und verlangen von Ihnen Schadensersatzansprüche. Das Urheberrechtsgesetz schreibt aber vor, dass nur der Urheber selbst eine Abmahnung versenden und etwaige Zahlungen verlangen darf. Eine gefälschte Abmahnung erkennen Sie zum Beispiel daran, dass sie per E-Mail – und nicht per Post – versendet wird und Sie nicht namentlich anspricht (sondern nur mit “Sie”). Lassen Sie jegliche Abmahnungen wegen Urheberrechtsverletzungen durch einen Fachanwalt überprüfen, um sich vor Betrügern und überhöhten Forderungen zu schützen.

Autor

Lisa hat Jura studiert und ist seit ihrem ersten Examen neben ihrem Master of Laws (LL.M.) als freiberufliche Autorin tätig. Schon seit Jahren schreibt sie juristische Beiträge für verschiedene Blogs, Kanzleien und Unternehmen.

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